Worauf muss ich bei Kauf und Pflege achten?
10 Dinge, die sie über Kaschmir-Pullis wissen müssen

Selbst die kältesten Wintertage werden zahm und schmelzen dahin, wenn Kaschmir im Spiel ist. Denn keine Wolle ist so streichelweich, zart und wärmend wie die der mongolischen Ziege. Mit unseren Tipps finden Sie Ihre perfekte Winter-Wunderwaffe!

1. Teurer ist (meist) auch toller
Kaschmir gibt es inzwischen auch für den kleineren Geldbeutel. Gegen Schals, Mützen und Handschuhe für unter hundert Euro ist nichts einzuwenden. Es gibt auch Pullover in dieser Preislage, allerdings sind sie aus weniger dichter Kaschmirwolle gestrickt und entsprechend weniger langlebig und bleiben nicht so gut in Form. Wollen Sie einen Kaschmirpullover in einer guten Qualität müssen Sie rund 200 Euro investieren. Tipp: Auf den Winter-Sale warten (hat vielerorts bereits begonnen) und in ein reduziertes, ehemals teureres Stück investieren.

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2. Qualitätscheck
Original Kaschmirwolle wird aus den Unterbauchhaaren der mongolischen Ziege gewonnen, denn dort wächst das feinste Fell. Je länger, krauser, heller und feiner die Haare sind, desto höher ist die Qualität. Sprich – das Rohmaterial ist selten und deswegen teuer. In Deutschland muss ein Stoff zu mindestens 85 Prozent aus Kaschmirwolle bestehen, um überhaupt als Kaschmir bezeichnet werden zu dürfen (Zusammensetzung auf dem Etikett beachten!). Gute Qualitäten erkennen Sie daran, dass sich die Wolle beim Anfassen weich und fest zugleich anfühlt und bei leichtem Zupfen elastisch zurückfedert. Aber auch der weniger gute Teil der Kaschmirziegen, z. B. das struppige Rückenhaar, wird verwendet. Dann muss die Ware mit „Kaschmiranteil“ bezeichnet werden und mindestens aus 14,5 Prozent Kaschmir bestehen, der Rest ist meist Merinowolle, Seide, Baumwolle oder Kunstfaser.

3. Die richtige Wahl
Wenn Sie es sich leisten können, investieren Sie in einen hochwertigen Klassiker, wie beispielsweise einen cremeweißen, dunkelblauen oder schwarzen Pullover aus einer guten Kaschmirqualität.  Er ist vielseitig kombinierbar und begleitet Sie bei guter Pflege fast ein Leben lang!

4. Weniger Waschen ist mehr
Lüften Sie Ihre Kaschmirstücke nach dem Tragen. Waschen Sie nur, wenn es nicht anders geht. Wenn Sie die Waschmachine nutzen, wählen Sie den Wollwaschgang und die niedrigste Schleuderstufe. In der Handwäsche achten Sie darauf, Ihr Kaschmirstück nicht zu sehr zu reiben, denn das begünstigt die Bildung von Knötchen.

5. Das richtige Waschmittel
In der Handwäsche können Sie Haarshampoo verwenden. Spezielle Kaschmirshampoos sind kein Muss. Waschexperte Thomas Meyer zur Capellen, Professor für Textiltechnologie an der Modeschule „AMD“ in Hamburg sagt wie es am besten geht: „Strickware aus Wolle oder Mischungen können auch per Hand mit lauwarmem Wasser, leichter Bewegung, mit Woll- oder flüssigem Buntwaschmittel gewaschen werden. Nach dem Waschen die Feuchtigkeit nur vorsichtig ausdrücken, in ein Handtuch einrollen und weiter ausdrücken und unbedingt liegend trocknen. Dann mit Dampf und einem Tuch Bügeln. Sieht aus wie neu!“

6. Vorsicht vor Motten!
Die kleinen Biester wissen was gut schmeckt, Kaschmir lieben sie. Verteilen Sie Anti-Mottenmittel in ihrem Kleiderschrank. Gut geeignet und frei von Chemie sind Neem und Lavandinöl, die in etlichen Duftbeuteln und Dispensern stecken. Wer den Duft mag, kann auch mit Omas Hausmitteln wie Lavendelsäckchen oder Gewürznelken Motten bekämpfen. Auch Kälte mögen sie nicht: Wenn es frostig genug ist, den Pullover einfach ins Freie hängen, dabei wird er auch gleich gut gelüftet (siehe Punkt 4).

7. Flecken brauchen professionelle Hilfe!
Falls Sie sich doch einmal mit Bratensoße, Wein oder Ähnlichem bekleckern, versuchen Sie bloß nicht, den Fleck durch Reiben zu entfernen. Das verfilzt die Fasern. Lieber mit dem guten Stück zum Profi, sprich in die Reinigung!

8. Und was ist mit den hässlichen Knötchen?
Unabhängig von der Qualität des Kaschmirs bilden sich dort Knötchen, wo an dem Stoff gerieben wird, also gern im Bereich der Arme und Hüfte, dort wo beispielsweise eine Handtasche scheuert. Zwar lassen sich die Knötchen nicht verhindern, wohl aber mit einem geeigneten Kamm auskämmen. Aber vorsichtig: Nicht zu oft anwenden, sonst wird die Wolle dünn!

9. Keine Angst vor Kuschel-Verlust!
Wenn Ihr Kaschmir-Pulli nicht mehr so weich ist wie am Anfang legen Sie das feuchte Kleidungsstück für eine Stunde in einen Gefrierbeutel ins Eisfach. Danach liegend trocknen.

10. Geben Sie Ihren Kaschmir-Schätzen ein sicheres Sommerlager
Wenn es Zeit wird, die Wintergarderobe einzumotten, verstauen Sie Ihre Kaschmirstücke sauber und vakuumverpackt in dafür geeignete Plastiktüten.

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