Patrizia Reggiani: Gucci-Mörderin jetzt Taschen-Designerin

„Schwarze Witwe“ Patricia Reggiani
Gucci-Mörderin designt jetzt Taschen

Am 27. März 1995 wurde Maurizio Gucci (†47), Erbe des Gucci-Modeimperiums, auf offener Straße erschossen. Den Killer hatte seine Ex-Frau Patrizia Reggiani (66) angeheuert. Dafür saß sie 17 Jahre im Gefängnis, wurde 2013 entlassen. Heute? Arbeitet sie als Designerin.

An der Seite von Maurizio Gucci lebte Patrizia Reggiani in Saus und Braus. Ihre Markenzeichen früher: üppiger Schmuck, dicke Pelze, dunkle Locken, Diva-Attitüde. Das brachte ihr den Spitznamen „Liz Taylor von Mailand“ ein. Negativ-Schlagzeilen machte sie allerdings als „Schwarze Witwe“. Und dazu kam es folgendermaßen.

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Der Mord
Am Morgen des 27. März 1995 war der damals 47-jährige Maurizio Gucci vor seinem Büro in der Via Palestro in Mailand erschossen worden. Mafia, dubiose Finanzgeschäfte, Spielschulden? Fast zwei Jahre blieb der Mordfall ungelöst. Bis 1997 die Polizei einen anonymen Tipp erhielt, dass seine Ex-Frau den Mord beauftragt hatte. Reggiani wurde verhaftet und zu 26 Jahren Haft verurteilt.

Maurizio Gucci hatte zum Todeszeitpunkt seine Anteile an dem von seinem Großvater Guccio Gucci 1921 gegründeten Modehaus längst verkauft. Die goldenen Zeiten des Luxuslabels waren damals vorerst vorbei. Wie auch die Ehe von Maurizio und Patrizia. 

„Signora Gucci“
1973 hatten Maurizio Gucci und Patrizia Reggiani Martinelli geheiratet. Das schillernde und bewunderte Paar lebte in einem riesigen Penthouse im Onassis-Tower in New York, zwei Töchter brachte Patrizia zur Welt. Doch die Ehe hielt nicht lang. Im Mai 1985 brannte Maurizio mit seiner Liebhaberin durch. Patrizia blieb verbittert und einsam zurück, begann einen Rosenkrieg. 1991 wurde die Ehe offiziell geschieden, Maurizio musste Patrizia eine halbe Million Dollar jährlichen Unterhalt zahlen. Gefordert hatte sie eine Million. Reggiani sah sich trotzdem als Opfer, erkrankte 1992 an einem Gehirntumor und war von Rachegelüsten getrieben. 

Reggiani lässt sich verzaubern
Nach der Scheidung tritt die Wahrsagerin Pina Auriemma ins Leben von Reggiani, wird ihre beste Freundin und Komplizin. Die bestärkt die Gucci-Ex, ihren Mann zu ermorden. Zwei verschuldete Drogendealer wurden als Profikiller für damals 500 Millionen Lire (ca. 500.000 Mark) engagiert. „Die Karten waren gut an diesem Tag, an dem Maurizio Gucci niedergeschossen wurde“, sagte Auriemma skurrilerweise später, die ebenfalls für den Mord verurteilt wurde. Reggiani bestreitet bis heute ihre Schuld, sieht sich als Verschwörungsopfer, die von ihrer Vertrauten ausgespielt wurde. 

Zukunft als Designerin
17 Jahre ihrer Haftstrafe verbüßte Reggiani im Mailänder Gefängnis „San Vittore“. 2013 wird sie vorzeitig entlassen, muss bis heute Sozialstunden ableisten und darf Italien nicht verlassen. „Die Zeit im Gefängnis war gar nicht so schlimm“, erzählte sie dem Schweizer „Blick“. Und: „Der Flair für Schönes“ sei ihr eben angeboren.

Deshalb arbeitet sie seit Sommer 2014 arbeitet als Designerin, u. a. für das italienische Modelabel Bozart. Im Frühjahr 2015 soll ihre erste Kollektion „Patrizia Reggiani by Bozart“ auf den Markt kommen. Reggianis größter Wunsch? „Ich möchte zurück zu Gucci. Ich fühle immer noch wie eine Gucci...“, verriet sie der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“.

Tja, leider wurde gerade Alessandro Michele als Nachfolger von Frida Giannini und neuer Gucci-Kreativdirektor bestätigt. Reggianis Traum wird wohl noch lange einer bleiben.


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