Zwei Jahre nach Einsturz von Textilfabrik
Benetton zahlt eine Million Euro Entschädigung

2013 forderte der Einsturz einer Fabrik in Bangladesch, in der Benetton seine Kleidung produzierte, über Eintausend Todesopfer. Jetzt zahlte der italienische Modegigant eine Million Euro Schadenersatz.

  • „United victims of Benetton“, mit diesen Parolen attackierten Demonstranten im vergangenen Jahr den italienischen Modegiganten, der sich angeblich weigerte Schadenersatz für die Opfer einer eingestürzten Fabrik in Bangladesch zu zahlen. Jetzt zahlte Benetton knapp eine Million Euro

Am 24. April 2013 stürzte die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ein. Mehr als 1130 Menschen starben bei dem Unglück, weitere hunderte Näherinnen wurden schwer verletzt und werden nie wieder arbeiten können.

Anzeige

Benetton reagiert
Jetzt zahlte der italienische Modegigant 1,1 Million Dollar (umrechnet knapp 1 Million Euro) an den Entschädigungsfond „Rana Plaza Donors Trust Fund“. Das ist mehr als das Doppelte, was unabhängige Gutachter von „Pricewaterhouse Coopers International“ und  die „Worldwide Responsible Accredited Production“ geraten haben. Allerdings: Benetton ist das letzte große Textilunternehmen, das in den Fond eingezahlt hat.

„Wir haben entschieden mehr zu zahlen, um zu zeigen, wie sehr wir Anteil nehmen“, erklärte Marco Airoldi, Firmenchef der Benetton Group, laut der Fachzeitschrift „Womens Wear Daily“. Und weiter: „Natürlich kann kein Geld der Welt das Leben der verstorbenen Opfer zurückholen, trotzdem hoffen wir, dass die großzügig kalkulierte Kompensation weitgehend eingesetzt werden kann.“

Die Kritik
Die italienische Modefirma, die ihre Kleidung in der „New Wave Bottoms“-Fabrik im Rana Plaza produzierte, geriet neben anderen Firmen wie Primark im vergangenen Jahr in die Kritik von Protest-Gruppen, die behaupteten, dass Benetton sich weigere Schadensersatz an die Opfer und deren Familien zu zahlen.

„Bei einer Tragödie von dieser Größenordnung kann Geld niemals ein Ersatz sein, aber wir heißen Benettons Entscheidung mehr zu zahlen als die PwC-Gutachter vorschlugen, willkommen“, sagte Avedis Seferian, Präsident und CEO der „Worldwide Responsible Accredited Production“.

Kommentare


Blogs