Modemagazine im September: Die wichtigste Ausgabe!

Die wichtigste Ausgabe des Jahres
von Thomas Helbing
Mythos „September Issue“

Extra dick, extra viele Anzeigen, extra viele Models und noch mehr Fashion drin – für Modemagazine ist die September-Ausgabe die wichtigste des Jahres. Warum, erklärt STYLEBOOK.de.

Warum sind die September-Hefte so wichtig?
Der September markiert den Wendepunkt zwischen Sommer- und Herbst-Saison. Alle neuen Trends und Kollektionen der Herbst- und Wintermode müssen vorgestellt und analysiert werden. „September ist der Januar in der Mode, dann beginnt alles von Neuem“, erklärt Candy Pratts Price von der US-„Vogue“ in der Doku „The September Issue“ die eigenwillige Zeitrechnung im Modekosmos. 

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Warum sind die September-Issues dicker als alle anderen?
Die September-Ausgaben von „Vogue“, „Elle“, „Harper's Bazaar“, „Glamour“ und Co. sind nicht nur die wichtigsten, sondern auch die dicksten des Jahres. Der Grund: Sie werden von den Anzeigenkunden im Vergleich zum Rest des Jahres am besten gebucht, spülen das meiste Geld aller Ausgaben in die Kassen der großen Verlagshäuser. Die Anzeigenschwemme der Septemberausgaben erklärt die Branche damit, dass die Dufthersteller im Herbst ihre neuen Kreationen auf den Markt bringen, die Modelabels erstmals die Trends für Herbst und Winter bewerben. Ein weiterer Grund: Das Weihnachtsgeschäft und der damit einhergehende Geschenke-Shopping-Marathon. Der beginnt, auch wenn es schwer zu glauben ist, schon jetzt.

Welche September-Ausgabe ist 2014 die dickste?
Die kommende September-Ausgabe der amerikanischen „Vogue“, der wichtigsten und einflussreichsten Modezeitschrift der Welt, hat insgesamt 856 Seiten, davon 631 Anzeigenseiten. Die „Vogue“ rangiert damit unangefochten an der Spitze aller Hochglanz-Septemberausgaben. Aber: Im Vergleich zum letzten Jahr sind das 4,5 Prozent weniger Anzeigen (2013: 916 Seiten, davon 665 Anzeigenseiten). Das ist aber kein genereller Trend: So verzeichnet die US-Ausgabe der „InStyle“ ein Anzeigenplus von sechs Prozent, die der „Harper's Bazaar“ 11,6 Prozent. Das diesjährige September-Heft der deutschen „Vogue“ ist sogar das erfolgreichste der Geschichte seit Markteinführung 1979.

Das September-Cover
Weitaus spannender als jegliche Zahlenspiele ist jedoch, welcher Promi, welches Model, welcher neue Look von welchem Designer es auf das begehrte Cover der jeweiligen September-Ausgaben schafft. Das Cover der US-„Vogue“ zieren in diesem Jahr die Topmodels Joan Smalls, Cara Delevingne und Karlie Kloss. Das ist eine Botschaft. Schließlich zierten viele, viele Jahre ausschließlich Hollywoodstars die Titelseiten der September-US-„Vogue“. Chefredakteurin Anna Wintour war es, die Mitte der 1990er-Jahre die verkaufsfördernde Power der Promi-Cover als Erste erkannte und damit die ganze Magazinbranche ansteckte. Schauspieler waren plötzlich die neuen Topmodels. Offenbar hat Wintour jetzt – wie so oft – wieder den richtigen Riecher. Denn: Die Topmodels auf dem aktuellen Cover sind nicht einfach nur Topmodels, es sind die „Instagirls!“, also jene Mädchen, die in den sozialen Netzwerken am aktivsten, beliebtesten und gefragtesten sind. Aber auch die Designer, die die Models auf dem Cover tragen, können sich freuen. In diesem Jahr sind das unter anderem Jason Wu und Proenza Schouler, die sich umgehend bei Instagram mit einem Post bedankten. 

„September Issue“ – die Doku
Wer hinter die Kulissen einer „Septemer-Issue“ blicken will, kann sich den gleichnamigen Film von R. J. Cutler ansehen. Die hervorragende Dokumentation begleitet die Entstehung der US-„Vogue“ im Jahr 2007. Die Ausgabe wog am Ende 2,5 Kilo und umfasste 840 Seiten, wovon allein 727 Seiten Werbeanzeigen waren. 13 Millionen mal wurde sie verkauft – bis heute absoluter Rekord! Unter Sammlern wird die Ausgabe mittlerweile für 400 Dollar gehandelt.


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