Die Sonderausgaben der Modemagazine
von Thomas Helbing
Mythos „September Issue“

Für Modemagazine ist die September-Ausgabe die wichtigste des Jahres. Warum, erklärt STYLEBOOK.

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    Die Septemberausgaben der Modeblätter

    Das September-Cover der amerikanischen „Vogue“ ziert Topmodel Kate Moss


„September ist der Januar in der Mode, dann beginnt alles von Neuem“, erklärt Candy Pratts Price, Fashion Executive Director der amerikanischen „Vogue“, im Film „The September Issue“ die eigenwillige Zeitrechnung im Modekosmos. 

Die hervorragende Dokumentation des amerikanischen Filmemachers R. J. Cuttler begleitet die Entstehung der US-„Vogue“ im September 2007. Und wenn Anna Wintour, die eiskalte Chefin des Blatts, 50.000 Dollar einfach aus dem Fenster wirft, weil eine aufwendig produzierte Bildstrecke nicht so ganz perfekt war und wiederholt werden muss, verdeutlicht das wohl am besten die große Bedeutung der „Nummer 9“.  Bei der wichtigsten und meist verkauften Ausgabe des ganzen Jahres ist Perfektion ein absolutes Muss.

Fakt ist: Die Septemberausgaben von „Vogue“, „Elle“, „Harper's Bazaar“, „Glamour“ & Co. sind die dicksten des Jahres, und werden von den Anzeigenkunden am besten gebucht. Sprich: Sie spülen das meiste Geld aller Ausgaben in die Kassen von Condé Nast, Hearst und den anderen großen Verlagshäusern. Dick sein zahlt sich ausnahmsweise mal aus. Und: Verkauft sich die Septemberausgabe prächtig, läuft auch der Rest des Modejahres wie geschmiert.

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„Der Umfang der September-Ausgabe der Vogue gilt weltweit inoffiziell als Konjunkturbaromenter für die Modeindustrie. “

Ines Thomas, Sprecherin Condé Nast Deutschland

Die kommende Septemberausgabe der amerikanischen „Vogue“, der wichtigsten und einflussreichsten Modezeitschrift der Welt, hat insgesamt 758 Seiten, davon 584 Anzeigenseiten – zehn Prozent mehr als im letzten Jahr. Geschätzte Einnahmen: 92 Millionen Dollar, das sind rund 64,8 Millionen Euro. Erfolgreicher war bisher nur die im Film dokumentierte Ausgabe von September 2007 mit insgesamt 727 Anzeigenseiten. Die zwei Kilo schwere Modebibel wurde weltweit 13 Millionen mal verkauft – bis heute absoluter Rekord! Die „Vogue“ rangiert damit unangefochten an der Spitze aller Hochglanz-Septemberausgaben.

Die Anzeigenschwemme der Septemberausgaben erklärt die Branche damit, dass die Dufthersteller im Herbst ihre neuen Kreationen auf den Markt bringen, die Luxuslabels erstmals die Trends für Herbst und Winter bewerben und die Konsumenten schon an Weihnachtsgeschenke denken (nicht nur für die Luxusgüterbranche ein lukratives Geschäft).

Weitaus spannender als jegliche Zahlenspiele ist jedoch, welcher Promi oder welches Model es auf das begehrte Cover der jeweiligen Septemberausgaben schafft. Auf dem Deckel der September Issue der amerikanischen „Vogue“ wirbt beispielsweise Kate Moss in einer violetten Organza-Traumrobe von Alexander McQueen für den Verkauf des Blattes. Außerdem dürfte das Versprechen auf exklusive Fotos von der Traumhochzeit des Topmodels im Heftinneren die Fashionistas in Scharen an die Kioske locken und die „Vogue“-Kassen ganz gut klingeln lassen.

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