Arabische Models wie Hanaa Ben Abdesslem und Hind Sahli erobern die Modewelt

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Models aus Nahost erobern die Modewelt
Arabischer Frühling auf dem Laufsteg

Auf den Brettern der Modewelt dominieren russische, amerikanische, brasilianische und europäische Mädchen. Models aus Tunesien, Marokko und anderen arabischen Ländern hatten im Business bisher keine Chance. Das ändert sich jetzt.

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    Die Tunesierin Hanaa ben Abdesslem ist das erste arabische Model mit dem Präfix „Super“. Unter den derzeit 50 gefragtesten Models rangiert Hanaa auf Platz 38

Hind Sahli stammt aus Marokko und startet als Model gerade durch. Die 22-Jährige posierte bereits für Kampagnen von H&M und Benetton sowie Modestrecken in der „Vogue“, lief im letzten Jahr unter anderem für Marc Jacobs, Vera Wang und Oscar de la Renta über den Catwalk. Für die plötzliche Aufmerksamkeit hat sie eine schlichte Erklärung: „In der Mode wird alles, was anders ist, geliebt. Alles neue ist gut“, sagte Sahli im BBC-Interview.

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Doch die exotische Ausstrahlung ist nicht der einzige Grund für das plötzliche Interesse für arabische Mädchen.

Der Nahe Osten ist für den Luxusmarkt extrem attraktiv. Trendforscherin Lauretta Roberts in „Daily Mail“: „Designer und Marken gehen dorthin, wo Geld zu machen ist. Im Moment sind das die arabischen Länder.“  Und die sollen mit authentischen, also arabischen Mädchen, beworben werden.

„Designer und Marken gehen dorthin, wo Geld zu machen ist. Im Moment sind das die arabischen Länder.“

Lauretta Roberts, Trendforscherin

Ein Kreislauf, der bereits bei anderen Boom-Staaten wie Russland, Brasilien und zuletzt China zu beobachten war. Mädchen wie die Russin Natalia Vodianova, Brasiliens Superstar Gisele Bündchen oder Liu Wen aus China (aktuell Top 3 im Model-Ranking) waren anfangs Exoten zwischen den klassischen Schönheiten aus Amerika und Europa, gehören heute aber zu den Superstars der Branche.

Erste Früchte des arabischen Einflusses: Die Tunesierin Hanaa Ben Abdesslem (26) ist die erste Muslimin, die einen Exklusivvertrag mit einer Kosmetikmarke, hier Lancôme, abschließen konnte. Ein Ritterschlag, der jede Laufsteg-Schönheit in die Kategorie Supermodel beamt. Probleme, als praktizierende Muslimin mit ihrem Körper und Gesicht öffentlich zu posieren, hatte Ben Abdesslem nie. „Natürlich gibt es in arabischen Ländern immer noch reichlich Missverständnisse über den Model-Beruf. Ich hoffe, ich kann das mit meiner Popularität ändern“, so Ben Abdesslem im „New York Magazine“.

Das hoffen wir auch –  denn es gibt durchaus arabische Models, bei denen nicht alles glatt lief. Mehr dazu in der Fotogalerie!


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