Tschüss Lagerfeld & Co.
Dieses Kleid hat ein Computer entworfen

Wer selbst Kleidung entwerfen will, braucht keine Ausbildung mehr. „Project Muze“, eine neue Software von Google und Zalando, macht modeschöpfen zum Kinderspiel. Oder besser gesagt: zum Computerspiel.

Sie haben keine Ahnung von Stoffen oder Formen, nicht einmal ausgesprochenes Stilgefühl? Kein Problem. Die Fähigkeit, ein paar persönliche Angaben in das Handy oder den Computer zu tippen, ist schon die halbe Miete zum ersten eigenen Kleidungsstück.

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Modeschöpfen leicht gemacht
Geschlecht, Alter, bevorzugte Musikrichtung, Architektur- und Modestil – viel mehr braucht Project Muze über den Anwender nicht zu „wissen“, um ihm innerhalb weniger Minuten ein individuelles Outfit zu entwerfen.

  • Project Muze

    Foto: Screenshot projectmuze.com

    So ähnlich könnte der Look aussehen, der durch die Datenanalyse für Sie errechnet wurde

Mittels Künstlicher Intelligenz übersetzt die Software das, was sie durch die Datenanalyse als Persönlichkeit identifiziert hat, beispielsweise in ein sexy Minikleid, business-schickes Kostüm oder einen lässigen Overall, präsentiert in Form einer 3D-Grafik, die sich von allen Seiten betrachten lässt.

Vorgestellt wurde das Projekt, hinter dem der Online-Modehändler Zalando und der Suchmaschinenriese Google stecken, im Rahmen der Bread & Butter in Berlin. Das digitale Besucher-Goodie hat ein halbes Jahr Entwicklungszeit beansprucht.

  • Foto: Project Muze by Zalando

    Auf der Bread & Butter wurden jetzt drei per Computerprogramm designte Kleider vorgestellt. Hier könnte auch ein echter Couturier agiert haben

Wie geht das?!
In Zusammenarbeit mit der Londoner Firma Stinkdigital brachten Tüftler aus Hamburg und Berlin der Software bestimmte Muster bei, um Bilder erkennen zu können; ihre fortschrittliche Technologie ermöglicht ein Assoziieren gewisser Stile mit persönlichen Vorlieben. Die App bedient sich etlicher digitaler (Suchmaschinen-)Daten und der Erkenntnisse aus Befragungen von etwa 600 „echten“ Modeexperten, darunter tatsächliche Designer, Fashion-Blogger und Co. So begreift die Software nicht bloß, wie Bekleidungstextilien als solche aussehen – also klassischerweise aus Ärmeln, Hosenbeinen und/oder Halsausschnitten bestehen – sondern kann auch Mode-Trends berücksichtigen.

Achtung, Haken!
Über www.projectmuze.com können Nutzer die Anwendungssoftware (App) via Handy oder am Computer ausprobieren – je zahlreicher, desto mehr neue Bilder/Styles lernt das Programm dazu. Freuen Sie sich aber bitte nicht zu früh auf ein Zalando-Päckchen mit einem ganz individuell für Sie angefertigten Outfit! Die Looks existieren bislang nur virtuell – und so soll es bis auf Weiteres auch bleiben.

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