Miss World: Bikini-Contest wegen Sexismus ab 2015 gestrichen

Foto: Getty Images

Thema

Miss World verzichtet künftig auf Bikini-Contest
von Alexandra Kusserow
Wer hat den schönsten IQ 2015?

Die Veranstalter des Schönheitswettbewerbs Miss World wollen ab 2015 auf den Auftritt der Kandidatinnen in Bademoden verzichten. Die Begründung: Sexismus. STYLEBOOK.de erklärt die historische Bedeutung des Bikinis in diesem Beauty-Wettbewerb seit 1951 und zeigt zum Abschied Badenixen aus 64 Jahren Miss World.

  • 1/13

    Foto: Getty Images

    27. Juli 1951

    Wie alles begann: Eric Morley lud 26 Schönheitsköniginnen nach London und ließ sie im Bikini über die Themse schippern und im Anschluss so auch auf ein Podest steigen und fotografieren. 1951 eine halbnackte Sensation!

Mitte Dezember wurde die Medizinstudentin Rolene Strauss (22) aus Südafrika zur Miss World 2014 gekrönt. Sie ist die letzte Schönheitskönigin des Wettbewerbs, die noch in Bademoden vor die Jury trat – aber auch nur vor die Juroren, denn im Fernsehen und der Öffentlichkeit wurde die Bikini-Runde schon seit einigen Jahren aus religiösen, politischen und frauenrechtlichen Gründen oft vorenthalten.

Anzeige

Verzicht auf die Bademoden-Runde
Bereits im letzten Jahr sorgte die Bademoden-Runde für Furore: 2013 fand die Wahl zur Miss World in Indonesien statt, wo der Auftritt der Kandidatinnen im Bikini die kulturellen und religiösen Werte des mehrheitlich muslimischen Landes verletzt hätte. Das Problem wurde mit einem traditionellen Sarong-Wickelrock gelöst, der den Unterkörper der Anwärterinnen verhüllte. Jetzt fordert die Vorstandsvorsitzende der Miss-Word-Wahl, Julia Morley (74), in einem Interview mit der britischen „Elle“, ab 2015 gänzlich auf den Bademoden-Auftritt der Titel-Anwärterinnen vor der Jury zu verzichten: „Ich brauche keine Mädchen in Bikinis vor mir auf- und abgehen zu sehen. Es bringt den Frauen nichts! Und es gibt auch keinem von uns allen etwas! (...) Wir schauen wirklich nicht auf den Hintern der Teilnehmerinnen. Wir hören uns ihre Reden an!“

Die Geschichte der Miss World
Rückblende: Die Miss-World-Wahl begann 1951 in London als ausschließlicher Bikini-Wettbewerb! Der im Jahr 2000 verstorbene Unternehmer Eric Morley († 82) ließ für den von ihm initiierten Festival Bikini Contest seinerzeit, als die Bevölkerung noch unter den seelischen Folgen und der Verwüstung des Zweiten Weltkriegs litt, 26 Damen aus aller Welt in Bikinis auf einer Barkasse über die Themse fahren. Die Presse war begeistert und schockiert zugleich von dieser seinerzeit ungewöhnlichen, erfrischenden und extravaganten Aktion an deren Ende Damen halbnackt im Bikini auf ein Podest zur Krönung stiegen – die Geburtsstunde der jährlichen Miss-World-Wahl. Mehr als 60 Jahre soll sich das nun ändern.

„Wir wollen nicht, dass sich die Teilnehmerinnen nur wie wandelnde Körper fühlen“, erklärt Julia Morley ihre hoch gesteckten Ziele für einen Wettbewerb, bei dem bisher vor allem ein Talent entschied: Schönheit. Nun sollen die Missen vor allem mit Intelligenz, Persönlichkeit und sozialem Engagement punkten. Offensichtlich haben die Veranstalter erkannt, dass  Nacktheit heute überall frei konsumierbar ist und man mit Bikini-Auftritten kaum noch Aufmerksamkeit erregt.

Miss World verus Miss Universe
Aber ist die Eliminierung des Auftritts im Bikini wirklich „nur“ sexistischer Natur? Erics Witwe Julia Morley versucht mit dem Verzicht der Bikini-Runde bei der Miss-World-Wahl schließlich auch, sich noch deutlicher vom Konkurrenz-Wettbewerb Miss Universe abzuheben. Der besteht seit 1952 und misst der Bademoden-Runde eine höhere Bedeutung zu.

Hinter Miss Universe steckt übrigens Hotel-Milliardär Donald Trump (68) als Investor, mit dem sich Julia Morley nicht sonderlich gut versteht. Nach dem Tod ihres Mannes Eric habe Trump die Witwe mit folgenden Worten angerufen: „So kleine Dame“, fragte er, „sind sie bereit, das Handtuch zu werfen?“ Morley beschloss daraufhin, sich 4,7 Millionen Euro zu leihen, um das Miss-World-Vermächtnis ihres Mannes weiter zu führen.

Proteste gegen Miss-World-Wahl
Oder verzichtet Julia Morley auch auf die Bikini-Runde, weil sie im kommenden Jahr Proteste gegen ihren Schönheitswettbewerb vermeiden möchte, wie sie schon zuvor in muslimischen Austragungsorten von Miss Wahlen mit Bikini-Runde stattfanden? 2015 kehrt der Schönheitswettbewerb auf die indonesische Insel Bali zurück, wo er bereits im vergangenen Jahr trotz Demonstrationen konservativer Muslime stattfand.


Kommentare


Blogs