Berlin Fashion Week
von Andreas Winiarski
Anders Sundt Jensen im Gespräch

Der Mercedes-Benz Markenchef über den Modestandort Berlin und die Gemeinsamkeiten von Autos und Mode

STYLEBOOK: Vier Tage Berliner Fashion Week – Welche Bilanz zieht der Hauptsponsor Mercedes-Benz?
Anders Sundt Jensen: Wir sind hoch zufrieden. Das Feedback, das ich während der letzten Tage bekommen habe, war durchweg positiv, zum Beispiel was das vergrößerte Zelt oder unsere wunderschöne Lounge mit Blick auf das Brandenburger Tor angeht. Die neunte Mercedes-Benz Fashion Week Berlin hat noch mehr Designern die Möglichkeit gegeben, ihre Kollektionen zu präsentieren, und es gab noch mehr Schauen als zuvor.

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Was war Ihr persönliches Highlight?
Es ist wunderbar zu sehen, wie die Designer sich seit der letzten Saison weiterentwickelt haben und hier in Berlin ihre innovativen Kollektionen präsentieren. Sie sind mutig und kreativ und zeigen eben nicht nur Entwürfe von der Stange. Diese Entwicklung mitzuverfolgen macht mir persönlich große Freude.

Wieso engagiert sich ein Automobil-Unternehmen im Bereich Mode?
Mode- und Automobilmarken haben eine viel engere Verbindung, als es zunächst den Anschein hat. Für beide gilt, dass Image und Design zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren gehören. Das betrifft natürlich besonders die Marke Mercedes-Benz, die wie kaum eine andere europäische Automarke im Bereich Luxusgüter etabliert ist. Und natürlich können wir durch unser internationales Mode-Engagement auch eine jüngere und weibliche Zielgruppe ansprechen und für die Faszination der Marke Mercedes-Benz begeistern. In unseren Marketing-Aktivitäten im Bereich Lifestyle spielt Fashion also eine zentrale Rolle.

Unterstützen Sie Mode-Events in allen Fashion-Metropolen der Welt?
Seit unserem ersten Titel-Sponsoring, der Australian Fashion Week in Sydney und Melbourne im Jahr 1996 sowie New York im Frühjahr 2001, hat Mercedes-Benz sein Engagement immer weiter verstärkt und ausgebaut. Mittlerweile sind wir in über 30 Ländern präsent, neben den klassischen Metropolen Paris, London und Mailand zum Beispiel auch in China, Russland und Mexiko. Jede der Modewochen hat eine nationale Identität und einen eigenen Charakter, die wir unterstützen möchten, und gibt uns wieder neue Impulse.

Die Berliner Modewoche wird immer wieder als provinziell kritisiert. Wieso?
Diese Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Grundsätzlich ist es uns wichtig, den etablierteren deutschen Mode-Designern genauso wie den Nachwuchsdesignern eine Plattform mit internationalem Renommee zu bieten, auf der sie sich einem internationalen Publikum, Einkäufern und der Presse präsentieren können. Uns bedeutet es daher viel, dass es auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin einen Mix aus namhaften nationalen und internationalen Designern sowie jungen Nachwuchs-Designern gibt. Gerade das hohe kreative Potenzial mit eigenem Charakter macht Berlin weltweit unverwechselbar und einzigartig und unterscheidet es von Paris, New York oder Mailand.

In diesem Jahr fanden zeitgleich zur Mercedes-Benz Fashion Week die Streetwear-Messe Bread & Butter sowie die Premium Messe statt. Bedrohung oder Bereicherung?
Schon während der vergangenen Saisons fanden diese Events parallel statt und haben sich in keiner Weise gegenseitig bedroht. Ich denke vielmehr, dass Berlin und die Mercedes-Benz Fashion Week von der Vielfalt leben: Modenschauen, Off-Events, Label- und Flagshipstore-Parties, Ausstellungen, Magazin-Lounges, Konzerte, Messen usw. Wir haben zwar Kooperationen und Partnerschaften, beispielsweise mit der Premium, aber allgemein gilt: Umso größer, desto besser. Jeder, der neue Impulse setzt und sich engagiert, ist herzlich willkommen. Denn eines ist klar: Berlin wird sich nur weiterhin als internationale Modemetropole behaupten können, wenn alle kraftvoll und partnerschaftlich an einem Strang ziehen. Auch die Stadt Berlin hat dieses Potenzial erkannt und unterstützt die Modeveranstaltung bereits seit einigen Saisons.

Wo steht die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin in fünf Jahren?
Ich bin natürlich kein Hellseher. Wenn man aber betrachtet, dass es in den vergangenen neun Saisons eine kontinuierliche Steigerung gab, was die Anzahl der Schauen und Präsentationen oder die Präsenz nationaler und internationaler Medienvertreter in Berlin anbelangt, kann man sicherlich davon ausgehen, dass sich dieser Trend so fortsetzen wird. Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin und mit ihr die deutsche Modewirtschaft werden mit Bestimmtheit nicht nur im eigenen Land, sondern auch international noch weiter an Ansehen gewinnen.

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