Nach Trauerfeier wird Margaret Thatchers Tasche von Launer zum Bestseller

Maggie hielt über 30 Jahre eisern an ihr fest!
von Thomas Helbing
Thatchers Lieblings-Tasche wird posthum zum Bestseller

Neben ihrer legendären Politik kultivierte Margaret Thatcher (†87) vor allem auch einen eigenen modischen Stil. Ihr treuester Begleiter in all den Jahren: ihre Handtasche. Die Modelle ihres Lieblingslabels werden nun von den Briten gefeiert wie eine Ikone und finden reißenden Absatz. Eine posthume modische Versöhnung mit der nicht immer beliebten Ex-Staatschefin!

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    Foto: getty images

    Die bisher einzige weibliche Premierministerin Großbritanniens war für ihren kompromisslosen Regierungsstil bekannt – und ihre Handtaschenkollektion

Ihre Handtasche sei „der einzig sichere Platz in Downing Street“, sagte Margaret Thatcher einmal. Wohl deshalb hielt sie so eisern an ihr fest – bis zu ihrem Tod am 8. April 2013. Doch ausgerechnet jetzt werden die Taschen posthume Bestseller.

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Die Premierministerin trug – übrigens genau wie Queen Elizabeth II. – vornehmlich Modelle der Marke Launer. Ein Sprecher des Labels bestätigte gegenüber dem „Telegraph“, dass seit der Nachricht vom Tode Thatchers der Absatz ihrer Lieblingsmodelle „Bellini“ und „Adagio“ um 53 Prozent gestiegen sei. Den größten Ansturm registrierte Launer am Mittwoch, dem Beerdigungstag Margaret Thatchers.

Die kantige Handtasche der „Eisernen Lady“ ist wie die Schleifen-Bluse und die Helm-Frisur zu Thatchers Markenzeichen geworden. Die Briten setzten ihr mit dem Wort „handbagging“ sogar ein Denkmal, das es bis in das „Oxford English Dictionary“ schaffte, den englischen „Duden“. Der Begriff bedeutet so viel wie „jemand in die Tasche stecken“ und rührt von der Schlagfertigkeit Thatchers und die Kunst, ihre Handtasche gezielt als Waffe einzusetzen, um ihre politischen Gegner auszutricksen. 

So erinnert sich eine britische Parlamentarierin in „Daily Mail“, dass wenn Thatcher in wichtigen Sitzungen ihre Handtasche gut sichtbar auf den Tisch stellte, alle wussten: Jetzt wird's ernst. Legendär ist diese Szene: 1984 drosch Thatcher bei EU-Verhandlungen mit ihrer Tasche auf den Tisch ein und forderte „ihr Geld zurück“. Und bei einem Besuch im amerikanischen Pearl Habour soll die Premierministerin für alle überraschend eine Taschenlampe aus ihrer „Trickkiste“ hervorgefischt haben, um sich mitten in der Nacht den historischen Kriegsschauplatz anzuschauen.

Thatchers Biograph, Charles Moore, schildert folgende Anekdote: „Auch Gorbatschow machte seine Erfahrung mit der Handtasche. Bei einem ihrer ersten Treffen zückte Thatcher ein Blatt mit Forderungen, ließ es aber pathetisch wieder in den Tiefen der Handtasche verschwinden, um eine ungezwungene Diskussion zu eröffnen – eine Geste, die auf Gorbatschow entwaffnend wirkte.“

Vielleicht sollte unsere Kanzlerin Angela Merkel öfter Handtasche zu offiziellen Anlässen tragen? Dann könnte sie viele Probleme locker in die Tasche stecken!

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