Foto: Getty Images

Louis Vuitton völlig abgefahren auf der Pariser Modewoche
von Thomas Helbing
Tuff, tuff, tuff die Eisenbahn

Warum kleckern wenn man auch klotzen kann, dachte sich das Label Louis Vuitton: Für die Präsentation seiner Winterkollektion gab das französische Modehaus richtig Volldampf, verwandelte den Laufsteg in eine Bahnhofskulisse aus dem 19. Jahrhundert inklusive einer echten, schnaufenden Dampflok. Weniger bahnbrechend hingegen war die gezeigte Mode.

Mit nur fünf Minuten Verspätung rollte er ein, der Louis-Vuitton-Dampfexpress Nummer 070312 (für 7. März 2012) bei der Pariser Modewoche. Aus dem nostalgischen Zug stiegen die Models aus, begleitet von beflissenen Gepäckträgern mit den neuesten Taschenentwürfen des Luxuslabels am Arm. Das verschwenderische Setting – eine Hommage an das französische Modehaus, das im 19. Jahrhundert mit Reisegepäck seine Erfolgsreise begann. 

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Die Entwürfe von Designer Marc Jacobs erinnerten dann allerdings doch ganz stark an seine bereits gezeigte Kollektion für sein eigenes Label zur New Yorker Fashion Week vor drei Wochen: Lagenlooks von tulpenförmigen Mänteln und Kleidern über Röcken und Hosen, geometrische Muster-Mixe, goldglänzende Stoffe, Anzüge und Blazer im 60ies-Stil sowie monströse Hutkappen, die an die Comicfigur Calimero erinnerten. Um dem Ganzen einen Schuss Extravaganz zu verleihen, wurden hier und da Stoffe mit Metallplättchen bestickt oder mit Disco-Glitzer überzogen.

Wer schon immer daran zweifelte, dass ein Designer für mehrere Labels gleichzeitig immer wieder frische Ideen zu Tage fördern kann, wurde hier bestätigt: Zweigleisig oder im Fall von Marc Jacobs dreigleisig fahren (neben Louis Vuitton und seinem eigenen Label gibt es auch noch die Zweitlinie Marc by Marc Jacobs), kann schief gehen.

Die Kollektion – verkäuflich, sicher, vor allem auf dem für Louis Vuitton so erfolgreichen asiatischen Markt. Doch ein kreativer Paukenschlag war das keinesfalls. Höchste Eisenbahn für frische Ideen, lieber Marc Jacobs!

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