Rassismus-Vorwürfe
von Thomas Helbing
Ex-Angestellter verklagt Louis Vuitton

In einem globalen agierenden Kosmos wie der Mode sollte Rassismus eigentlich ein Fremdwort sein. Leider ist es das nicht, wie ein Angestellter des Luxuskonzerns Louis Vuitton erfahren musste.

Louis Vuitton hat eine Klage wegen Rassismus-Vorwürfen am Hals. Oliver Koffi, ehemaliger Verkäufer in der Louis Vuitton Boutique im Londoner Nobelkaufhaus Selfridge's, hatte beobachtet wie sein Boss einen Mitarbeiter mit afrikanischen Wurzeln mit den Worten anschrie: „Schwarze Menschen sind Sklaven, die Dreck vom Boden essen.“

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Kein Einzelfall. So soll der Store-Manager regelmäßig mit rassistischen Äußerungen entsetzt haben, wie „Produkte von Louis Vuitton seien Scheiße, weil in China produziert“ und abfälligen Bemerkungen etwa über US-Präsident Obama und selbst über ausländische Kunden. Nun hat Koffi, der zunächst wegen Verleumdung entlassen wurde, die Reißleine gezogen und gegen Louis Vuitton wegen rassistischer Diskriminierung und Belästigung Klage eingereicht. Das berichtet das britische Newsportal „Mirror“.

Louis Vuitton hat die Vorwürfe akzeptiert und ein Statement abgeben: „Louis Vuitton verfolgt eine Null-Toleranz-Strategie für Belästigungen jeglicher Art. Dieser beschriebene Fall verstößt ganz klar gegen die ethischen Grundsätze von Louis Vuitton.“ Das Modehaus ließ den Worten Taten folgen und hat den besagten Manager entlassen. Am 18. Juli kommt der Fall noch einmal vor ein Londoner Gericht.

Leider ist Rassismus in der Mode kein Einzelfall. Wir alle erinnern uns noch an die tragische Geschichte von Mode-Genie John Galliano (53), der im Februar 2011 im Alkoholrausch Gäste in einem Pariser Café mit antisemitischen Pöbeleien beschimpft hatte, daraufhin seinen Job beim Modehaus Dior verlor. Das Ex-Supermodel Iman (58) rief im vergangenen Jahr zum Boykott gegen Labels auf, die Rassismus in der Modebranche fördern. Ihrer Meinung nach werden immer weniger Models mit ethnischem Hintergrund gebucht.


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