Visionär oder gruselig?
Diese Lederjacke ist aus Menschen-DNA gezüchtet

Eine britische Designstudentin will aus menschlicher DNA Haut züchten, daraus Taschen und Jacken nähen. Läuft es Ihnen auch schon eiskalt den Rücken runter? Die Idee ist allerdings kein skurriles Hirngespinst, sondern kommt mit Botschaft.

Der britische Designer Alexander McQueen nahm sich am 10. Februar 2010 mit 40 Jahren das Leben. Die Modewelt vermisst dieses Mode-Genie bis heute. Trost kommt jetzt in etwas makabrer Form dank einer britischen Modestudentin.

McQueen wiederbelebt
Die Idee von Tina Gorjanc, Studentin am renommierten Central Saint Martins College in London: Aus der DNA von Alexander McQueen Haut züchten, um damit Taschen und Jacken zu nähen. Das Projekt trägt den Namen „The Pure Human“. Dahinter stecke aber keine fanatische Verehrung für Alexander McQueen. Die Botschaft hinter dem Projekt: Den Missbrauch von menschlichen, genetischen Material anzuprangern, erzählt Gorjanc dem Magazin „Dezeen“.

  • The Human Project

    Foto: dropr.com

    Jacken und Taschen aus der DNA von Menschen? Dank der Designstudentin Tina Gorjanc bald keine Zukunftsmusik mehr. Sie züchtet aus den Haaren des verstorbenen Designers Alexander McQueen Menschenhaut

  • The Human Project

    Foto: dropr.com

    Auch Taschen soll es aus McQueen-DNA geben. Noch sind die Prototypen aus Schweinsleder gefertigt

Kein Konflikt mit dem Gesetz
Für ihr Vorhaben verwendet Gorjanc Haare des englischen Designers. Diese stammen aus McQueens erster Kollektion „Jack the Ripper Stalks His Victims“, die „Lee“ (so McQueens eigentlicher Vorname) für seine Abschlussarbeit 1992 am Central Saint Martins entworfen hatte. Der Designer hatte Haarsträhnen von sich in die verwendete Seide einweben lassen, ein Vorgriff auf McQueens Vorliebe fürs Morbide.

  • McQueens Kollektion ?Jack the Ripper stalks his victims?

    Foto: dpa picture-alliance

    Eines der Stücke aus McQueens Kollektion „Jack the Ripper stalks his victims“ hier in der Ausstellung „Savage Beauty“

  • Alexander McQueen

    Foto: getty images

    Genie und Wahnsinn gingen bei Alexander McQueen (hier 2004) Hand in Hand. 2010 erhängte sich der Designer. Eine Kollektion aus seiner DNA? McQueen hätte diese Idee geliebt

Das Verfahren, daraus menschliche Haut zu züchten, will sich Gorjanc patentieren lassen. Die Anmeldung beim Patentamt läuft. Probleme mit dem Gesetz gab es dabei keine. Die Designstudentin sieht sich darin in ihrer Idee bestätigt: „Wenn eine Studentin wie ich so einfach Material patentieren kann, das von Alexander McQueens Erbgut stammt, können wir uns vorstellen, was große Unternehmen mit großem Kapital anrichten können“, so Gorjanc in „Dezeen“.

  • The Human Project

    Foto: dropr.com

    Das Verfahren: Aus McQueens Haaren wird die DNA extrahiert und als Zellkulturen angelegt, daraus wächst Hautgewebe, das dann zu Lederhäuten weiterverarbeitet werden kann

Die Stücke sind noch in der Entstehungsphase, man kann sie noch nicht kaufen. Immerhin hat Tina Gorjanc vor wenigen Tagen mit ihrer Idee bereits einen Innovationspreis, den Nova Award gewonnen.

  • Tina Gorjanc

    Foto: instagram/tina.gorjanc

    Design-Studentin Tina Gorjanc mit dem Nova Award

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