Marissa Mayer: Yahoo-Chefin mit sexy Fotos in der „Vogue“

Kontroverse um Yahoo-Chefin Marissa Mayer in der „Vogue“
von Thomas Helbing
Darf Erfolg so sexy sein?

Marissa Mayer (38) ist das, wofür in den 80er-Jahren der Begriff „Powerfrau“ erfunden wurde. Jetzt hat die Yahoo-Chefin in einem „Vogue“-Shooting ihre weiblichen Reize zur Schau gestellt – und damit eine Debatte ausgelöst. „Zu sexy“, „zu devot“ meinen Frauenrechtlerinnen.

  • Marissa Mayer

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    Foto: getty images

    Marissa Mayer gilt als ungewöhnliche Unternehmenschefin. Seit ihrem Amtsantritt bei Yahoo im Juli 2012 hat die Managerin den Aktienkurs mit ihrer forschen Art kräftig in die Höhe getrieben. Ganz nebenbei bekam sie ihr erstes Kind, den kleinen Macallister. Mayers Stärke sind ihre Kontakte. Sie ist so gut wie kaum eine andere im Silicon Valley vernetzt. Das Magazin „Newsweek“ rechnet Mayer zu den „10 Tech Leaders of the future“

Enges blaues Kleid (von Michael Kors), High Heels (von Saint Laurent Paris), knallrote Lippen und sich auf einer Liege rekelnd – so zeigt sich Yahoo-Chefin Marissa Mayer in der September-Ausgabe der US-„Vogue“. Das Foto hat eine heftige Debatte ausgelöst. Darf sich die Chefin eines Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmens sexy wie ein Popstar präsentieren? Das fragen derzeit in den USA aufgebrachte Feministinnen.

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„Schäme dich, Marissa“, schreibt eine Leserin auf der Internetseite des Senders CNN. Viele Kommentatoren bemängeln, dass das Porträt Mayer als Sexobjekt darstelle. Andere wiederum verwenden Attribute wie „unprofessionell“ und „oberflächlich“. Aber es gibt auch aufmunternde Gegenstimmen: „Weiter so, Mädchen!“, lautet etwa ein Twitter-Kommentar.

Die Debatte zeigt auf jeden Fall: Frauen dürfen noch längst nicht alles. Schon gar nicht selbstbewusst sein oder sich gar als blonde Venus inszenieren. Offensichtlich müssen Frauen in Führungspositionen ihre Weiblichkeit an der Pforte abgeben. Sie dürfen sich zwar für Umsatzzahlen und Aktienkurse interessieren, aber bitte nicht für Mode und Styling.

Kritiker von Vorzeigefrauen wie Marissa Mayer oder ihrer Kollegin, Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, sähen die beiden wohl am liebsten als Abklatsch der klassischen männlichen Erscheinung – auch in Sachen Outfit, als graue Maus in unförmigen Blazern und Bundfaltenhose. Und obwohl wir dieses Klischee spätestens in den 90er-Jahren angeblich überwunden haben, erleben wir es noch heute: Berufstätigen Frauen, die sich modisch auffällig kleiden, ist das Getuschel unter den Kollegen sicher. Wie sieht die denn wieder aus?

Wir finden: Das ist sexistisch. Vor allem, weil weibliche Macht und Verführung doch wunderbar miteinander funktionieren. Erfolg darf sexy sein! Danke „Vogue“, danke Marissa Mayer für diese Bilder!

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