Er ist das letzte Enfant Terrible der Mode...
Jean Paul Gaultier gibt Prêt-à-Porter-Kollektion auf

Am 27. September gibt Designer Jean Paul Gaultier (62) mit einer letzten Show in Paris seinen Abschied vom Prêt-à-Porter-Runway. Stattdessen möchte er sich nur noch auf die Haute Couture und das lukrative Parfümgeschäft konzentrieren.

Der Grund für den Abschied
38 Jahre hat Jean Paul Gaultier Prêt-à-Porter-Kollektionen für Männer und Frauen entworfen. Doch große Umsätze können seine rebellischen Kreation heute nicht mehr erzielen. Laut einer Quelle der Mode-Tageszeitung „Women's Wear Daily“ soll er damit nur knapp die Kosten seiner Ausgaben gedeckt haben. Stattdessen will er sich jetzt lukrativeren Zweigen seiner Marke widmen.

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„Für uns ist es an der Zeit, einige unserer Aktivitäten aufzugeben und uns auf die Haut-Couture-Linie und unsere Parfüms zu konzentrieren“, sagt Gaultier in einem offiziellen Statement  zu seinen Prêt-à-Porter-Abschied. Und weiter: „Außerdem möchte ich einige Kooperationen ausprobieren, für die ich bisher noch keine Zeit gefunden habe. Ich werde meine Kreativität wieder ganz ohne Zwänge ausleben können.“

Rückblick
1976 präsentierte Jean Paul seine erste Prêt-à-Porter-Kollektion in Paris. Seine ungewöhnlichen Kreationen mit Punk-Attitüde, die er gerne von übergewichtigen, tätowierten oder gepiercten Models vorführen ließ, brachten ihm den Titel „Enfant Terrible der Mode“ ein. In den 1980er Jahren feierte er mit Kollektionen im Dessous-Stil Erfolge. Seine Büstenhalter und Korsetts sind nicht nur legendär, sondern zählen auch zu Madonnas ikonischen Bühnenlooks.

Blick in die Zukunft
1997 debütierte Jean-Paul Gaultier bei den Haute-Couture Schauen in Paris. Die hohe Schneiderkunst erlebt gerade einen enormen Boom und ist für Gaultier, der immer mehr Kreativer als Geschäftsmann war, genau der Richtige Ort, um sich auszuleben. Geld wird er mit seinen Parfüms und Kooperationen einfahren. 2016 wird die spanische Firma Puig, die einen Großteil an seiner Marke besitzt, die Lizenzen für seine lukrativen Parfüms übernehmen. 


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