Thema

Wirbel um die Hermès-Kulttasche
von Sarah Radowitz
Jane Birkin protestiert gegen „Birkin Bag“

31 Jahre nachdem Sängerin, Schauspielerin und Stil-Königin Jane Birkin (68) mit einer eigenen Hermès-Tasche namens „Birkin Bag“ gekrönt wurde, will sie ihren Namen plötzlich nicht mehr dafür hergeben. Was steckt hinter #birkingate? Wir lösen auf.

Die „Birkin Bag“ von Hermès ist die begehrteste und teuerste Tasche der Welt. Benannt wurde sie nach der britischen Schauspielerin Jane Birkin. Anfang der 80er-Jahre traf sie während eines Flugs von London nach Paris den damaligen Hermès-Chef Jean-Louis Dumas und beklagte sich bei ihm, dass sie keinen vernünftigen Weekender aus Leder finden könne. Kurze Zeit später entwarf Dumas für sie die It-Bag, die heute Kultstatur genießt und je nach Material über 20.000 Euro kosten kann.

  • Croco Birkin

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    Foto: getty images

    Stein des Anstoßes und Objekt der Begierde. Frauen auf der ganzen Welt würden einiges dafür tun um ein handgefertigtes Exemplar der legendären Birkin Bag zu besitzen. Ob sie wissen, dass bei der Croco-Ausführung mit zwei bis drei Krokodilen spazieren gehen?

„Birkin Bag“ ohne Birkin

Aber nicht nur fünfstellige Preisschilder kleben an der Luxustasche, sondern manchmal auch jede Menge Blut. Das wurde der britischen Stil-Ikone Jane Birkin nun nach all den Jahren als Namensgeberin für die Tasche durch einen Bericht der Tieschutzorganisation PETA bewusst.

In einer Kampagne zeigt die Tierschutzorganisation die brutalen Verhältnisse verschiedenen Krokodilsfarmen zwischen Texas und Zimbabwe bei der Tötung von Krokodilen für die Lederherstellung. Demnach würden vor allem Jungtiere mit einem Bolzenschussgerät getötet oder noch bei Bewusstsein in Stücke gehackt, zwei bis drei Krokodile würden für eine „Birkin Bag“ benötigt. Und sicher nicht nur dafür, schließlich finden sich Taschen aus Krokodilsleder in den Kollektionen der meisten Luxusmodehäuser.

In einem Statement verkündete Jane Birkin deshalb: „... Alarmiert durch die grausamen Methoden der Schlachtung der Krokodile, die später als Handtasche meinen Namen tragen, habe ich Hermès gebeten den Namen der ‚Croco Bags‘ so lange umzutaufen, bis sich bessere Produktionsrichtlinien eingestellt haben und internationale Normen in Kraft treten...“. Ein mutiger, richtiger Schritt.

Hermès reagiert

Hermès reagiert prompt und veröffentlicht folgendes Update: „... Jane Birkins Kommentare beeinflussen in keiner Weise die langjährige Freundschaft. Hermès respektiert und teilt ihre Emotionen und war genau so geschockt über die öffentlich gewordenen Bilder...“

Das Unternehmen beteuert außerdem, dass es sich bei den gezeigten Farmen nicht um die Partner für die Hautlieferanten des Hauses handelt. Ein eigenes Gutachten sei in Planung. Hermès produziere unter einem hohen ethischen Standard welche unter den Richtlinien der U.N.O Washington Convention von 1973 zum Schutz gefährdeten Arten agiert.

Hinhaltetaktik oder ernst gemeintes Engagement von Hermès? Man wird sehen. Allerdings wird sich die Luxusmarke etwas einfallen lassen müssen. Schließlich sind die „Birkins“ das Flagschiff von Hermès und absoluter Verkaufsschlager mit teilweise extrem langen Wartelisten.

Die Ausführung dieser Tasche in Krokodilleder gibt es ab 33.000 Euro. In Versteigerungen erzielt noch höhere Preise. Erst im Juni wurde ein eine pinkfarbene und mit Gold und Diamanten verzierte „Birkin Croco“ bei einer Auktion in Hongkong für umgerechnet 202.000 Euro versteigert.

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