Haute Couture auf Stippvisite in Berlin
Eine Holländerin brilliert auf der Mercedes-Benz Fashion Week

Mit nur 28 Jahren zeigte Iris van Herpen diese Woche bereits ihre Kreationen bei den Haute Couture-Schauen in Paris. Höher geht es nicht. Am Freitag adelte die Niederländerin die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin mit ihren fantasievollen Entwürfen – und wurde bejubelt.

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    Foto: Getty Images

    Anatomie-Unterricht an der Mode von Iris van Herpen



Futuristisch, experimentell, fantasievoll – mit Models, die an schillernde Insekten erinnern und wie künstlich erzeugte Außerirdische auftreten, bewegt sich die Niederländerin Iris van Herpen zwischen Kunst und Mode.

Die blutjunge Designerin schenkte der Berlin Fashion Week mit ihrer originellen Präsentation am Freitagabend einen Glanzpunkt, wenn nicht sogar DEN Höhepunkt. 

Sie verpackte ihre Models in roboterartige Outfits. Ein „Knochenkleid” in Skelettstruktur war aus fein gerundetem Polyethylen gearbeitet. Ein anderes Model konnte sein Unterteil wie einen Regenschirm aufspannen und wie Krakenarme bewegen. Aus textilfreien Materialien wie Kunststoff und Metall formte van Herpen organisch geformte Umhänge und Krägen in Quallenform, oder die an Bienenwaben erinnern. Die Models trugen dazu zweifarbige Kontaktlinsen.

„Ich will die Dinge aus ihrem üblichen Kontext lösen.“

Iris van Herpen



Van Herpen studierte Mode an der Kunsthochschule in Arnheim. 2010 gewann sie drei Preise beim Dutch Fashion Award in Den Haag. Bevor sie 2007 ihr eigenes Label gründete, arbeitete sie bei Alexander McQueen (was sich in ihren Entwürfen auch niederschlägt) und später bei Claudy Jongstra in Amsterdam.

In einem „Zeit“-Interview sagte van Herpen neulich, dass ihre Kreationen so fragil seien, dass man darin nicht einmal sitzen könne. Tragbar? „Vielleicht nicht tagsüber auf der Straße, aber doch zu einem speziellen Anlass.“ Ein Kleid aus unzähligen Lederfäden aus ihrer aktuellen Sommerkollektion kostet um die 2.000 Euro. Günstiger und origineller bekommt man Haute Couture kaum. 

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