Im Interview: Kaviar Gauche
von Alexa von Heyden
Mode braucht Charakter

Heike Makatsch (40), Eva Padberg (31)und Hannah Herzsprung (29) zählen zu den größten Fans: Kaviar Gauche ist auf dem besten Weg Berlins erstes internationales Luxuslabel zu werden. Teil der Erfolgsgeschichte ist die „Bridal Couture Collection“, die man nicht nur im Flagship-Store, sondern neuerdings auch im Onlineshop bekommt. STYLEBOOK traf Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler (beide 30) zum Interview und sprach mit den Designerinnen über ihre Zukunftspläne.

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    Foto: Getty Images

    Diese Stars lieben Kaviar Gauche

    Schauspielerin Heike Makatsch („Dr. Hope“) trägt bei ihren öffentlichen Auftritten oft das Berliner Label, so wie hier beim Deutschen Filmpreis 2007

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    Foto: PR

    Fernab vom hochzeitlichen Kitsch: Die schönsten Brautkleider von Kaviar Gauche

    Die romantischen und zugleich unkonventionellen Roben sind in Deutschlands Modelandschaft einzigartig. Dieses Modell mit Volants und Gürtel nennt sich „Asymmetric Volant Dress“

STYLEBOOK: Dieses Jahr hat Kaviar Gauche keine Show auf der Berliner Fashion Week veranstaltet. Angeblich haben Sie große Pläne…?
Kaviar Gauche: Wir sind noch in den Verhandlungen – aber aufgrund des Erfolges von unserem eigenen Shop in Berlin haben wir gemerkt, dass wir diesen Bereich weiter ausbauen möchten. Des  weiteren werden wir den internationalen Vertrieb ausbauen müssen. Wir haben nach längerem  Suchen eine Vertrauensperson gefunden, die international gut vernetzt ist und der wir das Projekt an die Hand geben können. Außerdem möchten wir einen weiteren Shop in Deutschland eröffnen. Grundsätzlich machen uns Shows viel Freude und sind wichtig für das Team und das Kollektionsbild. Aber man merkt stark, was der Markt fordert und  das  sind nicht unbedingt die Teile, die auf dem  Catwalk die  größte Begeisterung  hervorrufen. Des weiteren liegt unser Augenmerk aktuell vor allem auf der „Bridal Couture Collection“.

Für ein junges Label ist es ungewöhnlich Brautmode zu entwerfen. Wie kamen Sie auf die Idee?
Es fing vor drei Jahren an. Mehrere Frauen riefen bei uns an, nachdem sie Marie Bäumer (42) und Heike Makatsch in hellen leichten Kleidern auf dem roten Teppich gesehen hatten und sich diese als Hochzeitskleid wünschten. Die Nachfrage wuchs und wuchs. 2009 haben wir die erste „Bridal Couture Collection“ auf der Fashion Week gezeigt. Jetzt gibt es jede Saison verschiedene Abwandlungen von der Sommer-Kollektion und „Additionals“, so dass es einmal im Jahr neue Kleider plus die Klassiker, die seit fünf Jahren gerne gekauft werden, wie das „Empire-Dress“, gibt. Es macht sehr viel Freude zu sehen, dass man etwas Zeitloses geschaffen hat, was immer noch den Zeitgeist trifft.

Wann kommen besonders viele Bräute zu Ihnen in den Laden?
Die Frauen fangen im Februar an zu gucken. Am meisten wird in der Zeit von Mai bis August bestellt. An „guten Tagen“ kommen drei bis vier Bräute mit ihrer Entourage zu uns in die Linienstraße und probieren Kleider an. Der reguläre Betrieb geht natürlich trotzdem weiter! Wir wollen kein „Etepetete-Laden“ sein, wo man sein Kind vor der Tür anbinden muss. Unsere Kunden sollen sich wohl fühlen. Dazu gehört auch, dass der Champagner bereit steht.

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Kaviar Gauche gilt als Luxuslabel. Wie sehen Sie sich selbst?
Für Berlin und Deutschland sind wir ein Luxuslabel, aber es gibt international weitaus höher positionierte Marken. Trotzdem ist Kaviar Gauche nicht gekünstelt oder prätentiös. Es gehört unbedingt ein Wohlfühl-Faktor und ein positives Gefühl dazu. Wahrscheinlich ist das ein Grund dafür, warum unsere Hochzeitsmode so begehrt ist. Natürlich haben wir Kleider, die großzügig, voluminös und extravagant sind und dem typischen Hochzeitslook entsprechen. Unsere Kleider sind aber nicht im klassischen Sinne opulent, da sie – wenn überhaupt – nur dezent bestickt sind. Für viele Frauen ist es wichtig, sich nicht wie ein Sahnebaiser zu fühlen. In unseren Kleidern fühlen sie sich nicht verkleidet, sie können sich bewegen und ganz wichtig: auch tanzen! Sowie den langen Tag und die  Nacht genießen! Immerhin ist es ein Kleid für einen sehr wichtigen Tag im Leben.
 
Was erwartet die Kaviar Gauche-Fans im Herbst-Winter 2011/2012?
Unsere Inspiration war die Zeit Ende der 70er Jahre, als sich der Übergang zur Business-Ära vollzog. Typisch für Kaviar Gauche sind die Kontraste: Anzüge, Stehkragen-Blusen und fließende Kleider. Die Farben sind nur Weiß, Beige und Schwarz die im Gegensatz zu dem Knallfarben-Trend aus dem letzten Sommer stehen. Wir arbeiten mit verschiedenen Lagen und erstmals großflächig mit einer groben Spitze. Damit es nicht zu hübsch und eindimensional wirkt, kombinieren wir dazu Latex-Tops und Lack-Gürtel.

Kaviar Gauche will also nicht hübsch sein?
Hübsch schon, aber nicht zu zart. Wenn zart, dann im Kontrast mit einem Spannungsbogen. Wir wollen eine Betonung setzen. Sonst fehlt der Charakter. Diesbezüglich verhält es sich mit der Mode wie mit den Menschen an sich: Kontraste machen das Dasein spannend und überraschend.

Onlineshop: www.kaviargauche.com

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