Designer entwerfen für die Spiele
Diese Olympia-Kollektionen sind große Mode!

Nicht nur die Medaillen zählen, sondern auch, wie man beim Siegen aussieht. Wohl deshalb engagieren einige Teams echte Star-Designer für ihre Sportanzüge. STYLEBOOK hat die Outfits der Olympioniken bewertet.

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    Foto: PR

    Team Frankreich

    Lässige Eleganz sogar beim Sporteln – die Franzosen sehen gut aus dank Lacoste

Über die olympischen Spiele im russischen Sochi wird heiß diskutiert. Doch Politik interessiert uns nicht, sondern nur die Outfits der Athleten. Klar ist: Hätte die Qualität der einzelnen Uniformen Einfluss auf die Gesamtwertung – manche Länder hätten es einfacher als andere.

Die französischen Sportler treten in Lacoste auf, der traditionellen Tennismarke mit Krokodil als Logo. Der portugiesische Designer Felipe Oliveira Baptista entwarf Uniformen in den Nationalfarben Blau, Rot und Weiß und kombiniert dazu smarte Neutrals wie Beige und Grau. Dank ihm sehen die Franzosen im besten Sinn französisch aus – nämlich ungezwungen elegant.

Auch die Amerikaner können sich sehen lassen. Der Urvater der amerikanischen Sportswear, Ralph Lauren, stattet die Sportler aus. Er setzt auf traditionelle Strickpullis mit Norwegermustern, derbe Schnürstiefel mit patriotisch roten Schnürsenkeln und klassische Caban-Jacken in Dunkelblau. Die Athleten sehen aus, als würden sie ihre freien Abende lässig lümmelnd vor dem offenen Kamin verbringen.

Statt Skihütten-Charme setzten die Schweden auf typisch aufgeräumtes, skandinavisches Design. Hier hat die Olympiamannschaft beim Design selbst Hand angelegt – unterstützt durch das schwedische Haus H&M. Das Resultat ist funktional im besten Sinn. Schmale Silhouetten, smart verarbeitete technologische Materialien; es gibt sogar Minikleider, die aussehen, als würde man sie nach dem Ende der Spiele gern mit nach Hause nehmen.

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Leichten Schluckauf bekommt man, wenn man die Outfits der Briten sieht. Hier kleidet Modekönigin Stella McCartney die Sportler ein. Aber statt tragbarer Sportswear in raffinierten Schnitten, bietet sie eine ultra-brave Kollektion. Sie verwendet die Farben des Union Jacks, aber mehr als Blousons zu gerade geschnittenen Jogginghosen fällt ihr nicht ein. Kleiner Abzug in der B-Note.

Die Italiener haben es besser, denn für sie entwirft Altmeister Giorgio Armani die Uniformen. Sie laufen in klassischem Dunkelblau auf, die Landesfarben Rot, Weiß und Grün setzt Armani nur dezent im Futter der Kapuzen ein. Genau wie die Mode-Nation Frankreich halten auch die Italiener das modische Erbe ihre Landes hoch. Belissimo!

Und was ist mit Deutschland? Vielleicht hätte besser Jil Sander die Outfits entwerfen sollen. So hat wieder Willy Bogner das Design übernommen. Und eine Kollektion zusammengestellt, gegen den sein quietschbunt ausgestatteter Ski-Film aus den 80er Jahren – Fire & Ice – harmlos aussieht. Die deutschen Sportler ziehen in Regenbogenfarben in den Wettkampf. Das ist zwar politisch eine gelungene Anspielung auf die in Russland grassierende Feindlichkeit gegen Homosexuelle, aber stilistisch geht's damit leider nicht aufs Siegerpodest. 



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