Helmut Lang, Alexander Wang, Victoria Beckham
von Susanna Riethmüller
Die Mode-Highlights vom Fashion Week-Wochenende

Viele Schauen, noch mehr gespottete Trends – und schmerzende Füße: Das STYLEBOOK-Wochenende auf der Fashion Week in New York. In Gedenken an 9/11 war vor allem der Sonntag auch auf der Modewoche ein ganz besonderer Tag.

Der Saturday startete mit der Show des französischen Labels Lacoste. Hier wird der kommende Sommer gewohnt farbenfroh! Kräftiges Orange-Rot, leuchtendes Blau. Den klassischen V-Neck-Pulli holte Designer Felipe Oliveira Baptista mit einer bauchfreien Oversized-Variante in die kommende Saison, hier ist nur noch das Lacoste-Gelb traditionell. Baptistas T-Shirt-Kleider aus Seide kann man auch abends tragen!

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Am Pier 57 im Meatpacking District zeigte Helmut Lang seine neue Kollektion. Einige Blocks weiter uptown, am Pier 94: Alexander Wang. Die ganze Fashion Week war da! Wang ist angesagt – super angesagt. Seine neuen Looks: Schwarz-Weiß, Lochmuster, wilde Blumen, Reißverschlüsse und aufgesetzte Taschen auf Overalls und Jacken (Fallschirm-Springer-Look!). In der Front Row: Anna Dello Russo, Scott Schuman, besser bekannt als „The Sartorialist“, „Elle“-Redakteurin Kate Lanphear.

Schließlich die Show von Charlotte Ronson. Die Schwester von Samantha – DJ und skandalumwobene Ex-Freundin von Schauspielerin Lindsay Lohan – überzeugte im Fashion Week-Zelt am Lincoln Center mit romantischen Kleidern, coolen Latzhosen und knappen Shorts, alles in hellem Creme oder Rauchblau.

Der Sonntag war in New York ein ganz spezieller Tag: Die Katastrophe von 9/11 jährte sich zum zehnten Mal. Auch die Fashion Week dachte an die Tragödie, jeder Designer signalisierte auf seine Weise Anteilnahme. Motto: Never Forget!

In der Public Library auf der 5th Avenue präsentierte Victoria Beckham ihre neue Kollektion. Das war aufregend, schließlich war es ihr erster offizieller Auftritt nach der Geburt von Töchterchen Harper Seven. Nach einer Tribute-Schweigeminute dann eine modische Überraschung: Beckhams Entwürfe für die kommende Saison sind – fast! – lässig. Einige Jacken sitzen ausnahmsweise oversized; dazu trugen die Models sportliche, tief ins Gesicht gezogene Kappen. Das bleibt: korrekt geschnittene Etuikleider, eine dezente Farbpalette von Beige bis zum dunklen Beckham-Blau.

Der amerikanisch-chinesische Designer Derek Lam begeisterte mittags mit weiblichen Business-Looks: Seidenblusen (Achtung: sie werden jetzt ganz zugeknöpft getragen!), knielange Röcke, leichte, kurze Strickpullis. Kastenkleider aus Leder, in Beige oder Braun. Ikat-Muster, teilweise weiblich und rund interpretiert. Farbakzente zwischen Weiß, Beige, Schwarz: kräftiges Gelb, Hot Pink. Must-Haves: Ein weißer Trench mit aufgesetzten Elementen aus Lackleder; ein funkelndes, schwarzes Abendkleid im Stil der 20er Jahre.

Gerade noch mal gut gegangen: Ein Model verlor ihren High Heel, blieb mit dem Absatz im überlangen Overall hängen. Elegant gelöst, nach ein paar Stolperern hatte sie sich wieder gefangen, konnte normal weiter gehen.

Um 16 Uhr eines der Highlights der Modewoche: Die Show von Diane von Furstenberg. Die Designerin hatte zuvor erklärt, in ihrer Kollektion gehe es um Hoffnung und Leben. Passend dazu zeigte sie große Blumenmuster auf hellen Kleidern, freche, knielange Shorts und coole Sonnenbrillen in Mintgrün. In der Frontrow: Designer Oscar de la Renta, Kollege Valentino. Von ihm gab es zum Laufsteg-Finale eine herzliche Umarmung für Furstenberg; anschließend verteilte diese kleine US-Flaggen in Gedenken an 9/11. 

Da die Show verspätet angefangen hatte, musste die Fashion-Crowd jetzt richtig rennen – schließlich wollten es alle rechtzeitig zu Y3 in die very fashionable Mercer Street in SoHo schaffen. Der nächste Sommer bei Yohji Yamamoto für Adidas: black as usual. Streetwear meets Highfashion, selbst große Rüschenberge wirken hier nicht overdressed, sondern immer noch sportlich; lässige Sack-Kleider kann man sich super im eigenen Kleiderschrank vorstellen.

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