Hat Vivienne Westwood Steuern hinterzogen?

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Von wegen Gutmensch
von Tatjana Kaa
Vivienne Westwood: Steuerhinterziehung?

Harte Vorwürfe gegen Vivienne Westwood (73). Jahrelang soll sie Steuern über eine Briefkastenfirma in Luxemburg hinterzogen haben! Ausgerechnet die Designerin, die sich als Aktivistin für eine bessere Welt einsetzt.

  • Vivienne Westwood

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    Die britische Modedesignerin und Punk-Ikone Vivienne Westwood (73)

Hinterzieht Vivienne Westwood Steuern? Das zumindest berichtet die britische Tageszeitung „The Telegraph“. So wird der Punk-Queen vorgeworfen, über eine Briefkastenfirma ihre Steuerpflicht in Großbritannien zu umgehen.

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So soll Westwood jährlich zwei Millionen Pfund (ca. 2,8 Mio. Euro) an das luxemburgische Unternehmen Latimo SA für die Nutzungsrechte an ihrem eigenen Modelabel überwiesen haben. Westwood hatte die Firma selbst gegründet. Damit entgehen dem britischen Finanzamt Steuereinnahmen von rund 700.000 Euro pro Jahr. In Großbritannien ist diese Praxis legal, britische Steuerspezialisten werten dies trotzdem als Steuerhinterziehung.

Dunkle Wolken am Modehimmel
Für gewöhnlich kennt man die britische Designerin Vivienne Westwood wegen ihrer provokanten Entwürfe und ihrem extrovertierten Style. Seit den 70er Jahren ist die Designerin zudem Vollblut-Aktivistin, engagiert sich beispielsweise gegen Atomwaffen, ging für den Klimawandel auf die Straße, kämpfte für Menschenrechte und unterstützte „Wikileaks“-Sprecher Julian Assange (43).

Da passt Steuerhinterziehung nichts ins rechte Westwood-Weltbild. Deshalb muss sich die Designerin jetzt den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen.

Westwoods Doppelmoral
Erst kürzlich spendete Westwood 300.000 Pfund (ca. 420.000 Euro) an die britische Grünenpartei „Green Party“. Pikant: Ausgerechnet diese Party will gesetzlich derartigen Briefkastenfirmen in Steueroasen den Garaus machen. Westwoods Spende wirft nun ein doppelt schlechtes Licht auf sie – und die Partei. So wird gemunkelt, die Spende sei als Bestechung zu verstehen, damit die „Green Party“ auf ihren Gesetzesentwurf verzichtet.

Statement über Pressesprecherin
„Die Vivienne Westwood Ltd und alle dazugehörigen Firmen zahlen alle erforderlichen Steuern und das in allen Ländern, in denen sie handeln oder mitwirken, bezugnehmend auf einen geprüften Finanzbericht“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Alle in Großbritannien basierten Instanzen zahlen die notwendigen Steuern. (...) Die 300.000-Pfund-Spende an die Green Party wurde von Vivienne Westwood persönlich getätigt, nicht von der Vivienne Westwood Ltd“.

Die für ihren Punk-Look berühmt gewordene Designerin hat sich zu der Kritik bisher nicht persönlich geäußert.


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