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Wer hätte das gedacht
Greenpeace lobt Primark, Zara und H&M

Damit hat niemand gerechnet: Nach einer Greenpeace-Untersuchung haben ausgerechnet die Modeketten Primark, H&M und Zara in Sachen sauberer Textilproduktion die Nase vorn. Dagegen sind Luxus-Labels wie Dolce & Gabbana, Armani, Hermès und Versace sowie Nike die schlimmsten Umweltsünder.

  • Primark, H&M, Zara

    Foto: Getty Images

    Großes Lob für die Billig-Ketten Primark, H&M, Zara! Sie haben ihre Textilproduktion in den letzten Jahren überdacht und stellen jetzt weitgehend giftfreie Kleidung her

Umweltschutz ist ein Riesen-Thema – auch in der Mode. Vor allem Billig-Labels waren immer wieder mit Negativ-Schlagzeilen in der Presse. Denn die Chemikalien, die viele Modefirmen einsetzen um ihre Produkte zu färben oder zu impregnieren, verschmutzen Gewässer und bedrohen Trinkwasserbestände, insbesondere die der Herstellerländern.

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Entgiftungs-Kampagne
Seit 2011 setzt sich Greenpeace mit der Detox-Kampagne dafür ein, dass diese Schadstoffe aus der Textilherstellung komplett verschwinden. 30 internationale Modelabels und Discounter haben sich bereits dazu verpflichtet bis 2020 auf eine saubere Produktion umzusteigen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion. Nun stehen die Kleidungsfirmen auf dem Prüfstand: Wer setzt die guten Vorsätze tatsächlich um? Insgesamt 18 globale Bekleidungsfirmen wurden überprüft.

Lob für Billigketten
Das Ergebnis ist überraschend: Günstig-Unternehmen wie Primark, H&M, Zara und Mango sind die Detox-Trendsetter und haben besonders schädliche Chemikalien wie hormonell wirksame Alkylphenolethoxylate, Weichmacher sowie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) bereits aus ihrer Produktion verbannt. Zudem sind sie Vorreiter im Kampf gegen Wasserverschmutzung. H&M entfernte als erste Firma vor zwei Jahren die krebserregenden und hormonell wirksamen PFCs, die Kleidung gegen Schmutz und Wasser imprägnieren. Die Modekette Zara hat die Abwasserdaten von mehr als hundert Fabriken offengelegt, mehr als jede andere Firma. Auch Burberry, C&A und Adidas bekommen ein dickes Lob von Greenpeace. „Die meisten Firmen stehen zu ihrem Wort und beginnen Mode zu produzieren, die die Umwelt verkraften kann“, bilanziert Kirsten Brodde von Greenpeace.

Luxusfirmen sind die Schlusslichter
Ausgerechnet High-Fashion-Labels schaffen es nicht, giftrei zu arbeiten. „Die angeblichen Edel-Marken scheren sich nicht um giftfreie Produktion. Gerade bei hohen Preisen muss Spielraum für saubere Produktion sein“, kritisiert Brodde. Umweltsünder sind Versace, Louis Vuitton, Hermès und Armani. Firmen, die sich nach außen einen umweltbewussten Anstrich geben, faktisch aber nicht auf Giftstoffe verzichten, werden von Greenpeace unter der Rubrik „Greenwasher“ gelistet. So hat der US-Sportartikel-Hersteller Nike fast gar nichts verbessert und sich nicht bemüht, sein Image als fragwürdig produzierendes Unternehmen zu verbessern,
 
 
 
 
 


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