Giftstoffe in Kleidung
von Laura Pomer
Diese Marken produzieren besonders schmutzig

Greenpeace hat 19 Modeketten auf ihren Einsatz von Giftstoffen überprüft und nun eine Liste veröffentlicht, aus der die größten Umweltsünder hervorgehen – mit teilweise überraschenden Platzierungen.

Viele Unternehmen verwenden hormonell wirksame Alkylphenolethoxylate, Weichmacher sowie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), um ihre Produkte zu färben oder zu imprägnieren – und verschmutzen so weltweite Gewässer. Um dem ein Ende zu setzen und bis 2020 eine komplett giftfreie Textilproduktion zu gewährleisten, rief die Umweltschutzorganisation Greenpeace 2011 zum „Detox“ auf. Mit ihrer freiwilligen Teilnahme an der Initiative haben sich 19 Modemarken dazu verpflichtet, ihren Einsatz fragwürdiger Stoffe bis zum Ablauf der Frist auf Null zu reduzieren. Doch nicht alle arbeiten daran.

  • Frau beim Kleider-Shopping

    Foto: getty images

    Augen auf beim Kleiderkauf – oft sind Kleider mit Chemikalien belastet, die die Haut reizen können. Um auf Nummer sicher zu gehen: Vor dem ersten Tragen immer waschen

Diese Marken sind besonders giftig
Die Modemarke Esprit und der Sportartikelhersteller Nike kamen bei der aktuellen Untersuchung, deren Ergebnisse nun auf der Greenpeace-Website veröffentlicht wurden, besonders schlecht weg. Vor allem Nike habe weder Chemikalien aussortiert, noch sein Wort gehalten, Abwasserdaten zu veröffentlichen. Bei Esprit seien die Produktionsschritte zwar transparent, dafür aber keineswegs frei von „gefährlichen Chemikalien“. 

Adidas, Levi's, Primark und Puma bilden das Mittelfeld des Rankings. Laut Greenpeace haben sie ihren Einsatz umwelt- und gesundheitsschädlicher Stoffe zwar noch nicht genügend reduziert, hätten bis 2020 aber – anders als Nike und Esprit – noch eine reelle Chance, völlig giftfrei zu werden.

Die Untersuchungs-Sieger
Ein großes Lob geht an die Modemarken Zara, H&M und Benetton. Laut Greenpeace produzieren sie weitestgehend frei von Giftstoffen und machen zudem Abwasserdaten, Produktions- und Lieferwege transparent. Diese aktuellen Ergebnisse bestätigen einen Trend, der sich bereits in der Untersuchung vom vergangenen Jahr abgezeichnet hat.

Achtung vor den Luxus-Labels...
Der aktuellen Untersuchung zufolge sind übrigens ausgerechnet Luxus-Labels die schlimmsten Schmutzfinke. Bei Versace, Louis Vuitton, Hermès und Victoria’s Secret wurden die meisten Schadstoffe gefunden. Dazu sei erwähnt, dass sie an der „Detox“-Kampagne gar nicht teilnehmen. Es ist also nicht davon auszugehen, dass sich an diesem Zustand irgendetwas ändern wird. 

Nachtrag: Mittlerweile hat sich Esprit zur Greenpeace-Veröffentlichung gemeldet. In einem Statement heißt es: Als Mitglied des Textilbündnisses und als Mitglied der Branchenvereinigung Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) arbeite Esprit stets daran, die Lieferkette so umweltverträglich wie möglich zu gestalten und alle Produkte auf Schadstoffe und die Einhaltung von Grenzwerten testen. Die firmeneigene „Restricted Substances List“ würde den Einsatz von Chemikalien regeln, sämtliche legale Standards erfüllen und sei „in den meisten Fällen sogar wesentlich strenger als die gesetzlichen Vorgaben“. Nachholbedarf sieht das Unternehmen aber im Bereich der Transparenz.

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