Der Schauspieler im Interview
Clemens? Schick!

Heute Abend wird Clemens Schick die First Step Awards in Berlin moderieren. Der Preis wird an Abschlussfilme von Studenten deutschsprachiger Filmhochschulen verliehen. Der 39-Jährige selbst schaffte den Sprung vom talentierten Nachwuchs-Star zum international gefeierten Schauspieler vor allem durch seine Rolle im James-Bond-Film „Casino Royale“. Doch bekannt ist er auch für seinen tollen Stil. Gegenüber STYLEBOOK verriet der Schauspieler, was er bei der Preisverleihung tragen wird und warum er als Kind nur Cordhosen trug.

STYLEBOOK: Was tragen Sie heute und warum?
Clemens Schick: Ich sehe eigentlich immer gleich aus, fast langweilig. Ich trage meist ein T-Shirt zur Jeans.
 
Und was ist mit der Bomberjacke, die Sie gerade tragen? So gewöhnlich ist die ja nicht.
Ich bin mal von der Polizei auf der Autobahn angehalten worden, als ich die Bomberjacke anhatte. Ich war gerade unterwegs nach Berlin mit meinem Phaeton und die Polizisten haben gedacht, ich hätte den geklaut. In einem Anzug wäre mir das jedenfalls nicht passiert.
 
Tragen Sie oft Schmuck?
Meine Kette ist ein persönliches Andenken und hat keine modische Aussage. Daran hängen ein Kreuz und ein Kinderzahn.

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    Foto: dpa picture-alliance

    Während der Fashion Week in Berlin im Januar 2011 kombinierte Clemens Schick zur Lederhose ein Jeanshemd mit Fliege

Sie haben mal im Kloster gelebt. Mussten Sie eine Kutte tragen?
Nein. Den Habit bekam man erst, wenn man das Gelübde abgelegt hatte. Hätte ich aber gern getragen.
 
Wie sahen Sie als Kind aus?
Ich war früher altmodisch. Ich habe nur Cordhosen getragen, weil ich dachte, dass mir Jeans nicht stehen. Cordhosen sind natürlich nicht so cool. Ich war als Kind ein Einzelgänger. Ich hab oft in meinen eigenen Geschichten gelebt, in Phantasie-Welten. Ich habe mir ständig Abenteuer ausgedacht, in denen ich jemanden rette. Mein Aussehen hatte aber wenig mit dem eines Helden zu tun. Unsere Mutter hat meinem Zwillingsbruder und mir gern eine Prinz-Eisenherz-Frisur verpasst.

Davon ist heute ja nichts mehr zu sehen.
Thomas Schweizer ist schon immer mein Friseur. Wir haben zusammen vor Jahrzehnten in einer Stuttgarter Disco gearbeitet. Heute arbeitet er zum Glück in Berlin bei Hanley’s Hair Company

Und wo kaufen Sie gern ein?
Meine Lieblingslabels sind Prada und Levis Vintage. 

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Was werden Sie bei den First Step Awards tragen?
Definitiv einen Smoking. Vielleicht etwas overdressed, aber das ist die Bühne für talentierte Newcomer und denen möchte ich unbedingt festlich begegnen. Ich möchte meine Gäste gebührend feierlich empfangen.

Wie haben Sie reagiert, als Sie vom Magazin „Vanity Fair“ zum bestangezogenen Mann Deutschlands gewählt wurden?
Das war ein sehr charmanter Moment. Mehr nicht.

Seitdem sind Wortspiele mit Ihrem Nachnamen sehr beleibt. Nervt das?
Immer wieder sagen Leute „Na, alles schick?“ und lachen. Ich höre dann aber nie meinen Nachnamen sondern die Bedeutung des Wortes. Und so lustig ist es jetzt auch  nicht. Abgesehen von meinem Namen benutze ich selbst das Wort schick so gut wie nie.

Sie würden Ihren Stil also nie als schick bezeichnen. Welche Worte beschreiben Ihren Look?
Schlicht und unmodisch. 

Unmodisch?
Ich mag den Begriff modisch nicht, der ist zerlatscht. Ich blättere nicht durch Magazine, um nach Trends zu suchen. Viel lieber schaue ich mir Menschen auf der Straße an. Ich mag das Wort Stil, dahinter steht immer etwas ganz persönliches.
 
Wer inspiriert sie?
Ich habe einige Rockabilly-Freunde, deren Stil mich beeinflusst. Außerdem mag ich Musik und Mode der 40er-Jahre sehr gern. Wie gesagt, ich bin eher altmodisch.

Deswegen benutzen Sie auch 4711 Echt Kölnisch Wasser?
Der Duft ist schön, unaufdringlich und traditionell. Schon seit einigen Jahren rieche ich nach Eau de Cologne.
 
Wie lang brauchen Sie morgens im Bad?
Nie länger als 20 Minuten. Am aufwendigsten ist die Rasur. Für meine aktuelle Filmrolle darf ich keinen Bart tragen und muss mich täglich rasieren. Privat bin ich viel zu faul dazu.
 
Trocken- oder Nassrasur?
Weil ich häufig verreise oder es schnell gehen muss, benutze ich meist einen Elektrorasierer. Viel lieber rasiere ich mich aber nass und am liebsten lasse ich mir einen Bart wachsen.
 
Für Ihre Rollen müssen sie oft Ihre Looks ändern. Welche Typveränderung würde Ihnen schwer fallen?
Für eine gute Rolle mache ich wirklich alles. Ich ziehe mich dafür aus und ziehe genauso auch alles an.
 

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