Firma: Berliner Modemarke stellt Produktion und Design ein

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Berliner Label macht Schluss
von Alexandra Kusserow
Die „Firma“ schließt

Ein weiterer Schock für die Berliner Modeszene: Die etablierte Modemarke Firma wird es nach Auslieferung der Kollektion für den Winter 2014 nicht mehr geben. Insolvent ist Firma nicht – Die Designer und Unternehmensgründer Daniela Biesenbach und Carl Tillessen haben andere Gründe, warum sie die Arbeit für ihre eigene Modemarke nach 17 Jahren einstellen.

  • Katja Riemann, Carl Tillessen, Minu Barati-Fischer

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    Foto: Getty Images

    Ende Februar 2013 eröffneten Firma ihren zweiten Flagship Store in Berlin in Charlottenburg. Katja Riemann (l.) und Minu Barati-Fischer (r.) kamen zur Party von Carl Tillessen (M.) und Daniela Biesenbach. Ein weiterer Firma-Shop befindet sich derzeit noch in Berlin Mitte

Die Meldung, dass das Label Achtland vom Berliner Standort nach London wechselt ist gerade mal zwei Monate her, schon gibt es die nächste schlechte Nachricht für Berlin als Modemetropole: Das Unternehmen Firma produziert gerade mit Herbst/Winter 2014/15 seine letzte Modekollektion. Erst im Februar 2013 eröffneten Designer und Inhaber Carl Tillessen und Daniela Biesenbach einen zweiten Flagship-Store in Berlin – warum ist jetzt Schluss?

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„Wir sind nicht insolvent“, klärt Tillessen, der Firma 1997 mit Biesenbach gründete, gegenüber der „Frankfurter Allgemeine“ Zeitung auf. „Wir hören aus freien Stücken auf. Wir haben keine Lust mehr, uns schlecht behandeln zu lassen“, sagt das Mode-Duo. 

Denn: Die Modebranche hat sich im vergangenen Jahrzehnt für kleine Designermarken wie Firma dramatisch verändert. Online-Shopping und Modeketten wie H&M, Mango und Zara sind beliebter denn je und vor allem günstiger. Einzelhändler und kleinere Modeunternehmen, wie zum Beispiel Firma, bleiben dabei auf der Strecke.

Auch das Verhältnis zwischen Boutique-Inhaber und Designer hat sich gewandelt. Einige Shops geraten selbst in finanzielle Not und Zahlungsschwierigkeiten gegenüber Lieferanten; nehmen Designerware auf Kommission an und geben unverkaufte Kollektionsteile am Ende der Saison an den Hersteller zurück.

Der Grund für das Aus sollen letztlich die Zahlungsschwierigkeiten einiger Firma-Kunden gewesen sein. Der Frankfurter Concept-Store „Lieblings“ hatte viele Firma-Kollektionsstücke geordert. Er eröffnete erst im August 2013 und meldete im März bereits Insolvenz an. 

Das Berliner Atelier hat die Arbeit nun eingestellt und die 13 fest angestellten Mitarbeiter werden sich wie Tillessen und Biesenbach nach neuen Jobs in der Modebranche umsehen müssen.





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