Falsche Etiketten: Ledertextilien können aus Hund oder Katze sein

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Achtung vor falscher Kennzeichnung!
von Pia Sundermann
Warum Ihre Lederjacke von Hunden oder Katzen stammen könnte

Kaum ein Thema bringt Leute so schnell auf die Palme wie Pelz! Doch jetzt gibt es einen neuen Dislike-Trend, mit dem wir unsere geliebte Lederjacke mit anderen Augen sehen werden: So sollen laut PETA viele Lederwaren von ihrem Lieblings-Vierbeiner stammen!

Wenn das so weiter geht, werden wir uns nur noch in veganer Mode einkleiden. Besonders Pelz- und Lederbekleidung haftet, trotz aktuellem Trend-Comeback auf den Designer-Laufstegen, ein dunkler Makel an. Verbraucher wissen, dank Undercover-Ermittlungen von Peta und anderen Tierschutzorganisationen, dass die Herkunft von Pelz und Fellen von Tieren stammt, die ihr kurzes Leben unter grausamen Bedingungen in winzigen Käfigen verbringen müssen. Doch was jetzt seitens Peta aufgedeckt worden ist, bringt uns zum Gruseln!

  • Leder Peta

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    Sogar Luxusdesigner sollen laut PETA-Recherche teilweise mit unkorrektem Leder arbeiten, da die Lederwaren unter anderem aus China stammen – und hier werden auch Katzen und Hunde verarbeitet

Tragen Sie Fiffi?
So sollen tatsächlich Hunde und Katzen für die Gewinnung von Ledertextilien verwendet werden! Sogar Luxuslabels greifen auf Tierhäute zurück, die möglicherweise aus Indien, China oder einem anderen Land ohne angewandtes Tierschutzgesetz stammen. Ganz schlimm ist China. So verwendet das weltweit größte Produzentenland für Textilien Häute von Straßenkatzen und -hunden. Denn in China sind Felle und Leder von diesen Tieren oft billiger. Wie viele von ihnen pro Jahr getötet werden, ist nicht klar. Wir wissen, ob nun Leder vom Rind, Schwein oder Katze – für Vegetarier ist keines davon eine Option. Allerdings zählen Rind und Schwein in Deutschland zu den Nutztieren, deren Weiterverarbeitung hinterlässt bei den meisten kein mulmiges Gefühl.

Erkennungsmerkmale von „sauberem“ Leder
Doch wie kann man erkennen, ob für seine Lederjacke womöglich eine Miezekatze ihr Leben lassen musste? Leider gar nicht. „Es gibt keine Kennzeichnung oder Kennzeichnungspflicht, von welchem Tier das Leder stammt. Selbst das Gütesiegel ‚Made in Italy‘ heißt nicht immer gewaltfrei. Nur bei besonderen Qualitätsprodukten wird dies angegeben, zum Beispiel bei Kalbsleder,“ sagt Dr. Edmund Haferbeck von der Tierschutzorganisation Peta.

Bei gängigen Fell- und Pelzbezeichnungen gibt es zumindest ein Art Code, die das wahre Tier für die Verwendung des Textils verrät. So steht „Gae-Wolf“ für Haushund oder „Maopee“ für eine schwarze Hauskatze. 

Selbst Luxuslabels sind nicht sicher vor Hunde- und Katzenleder
Auch kann man als Endverbraucher nicht erkennen, welche Designer das verbotene Katzen- und Hundeleder verwenden. „Die Lederware wird ja über Großhändler vertrieben. Hier kann man die Herkunft leider nicht mehr zurückverfolgen. Erst recht nicht in China oder in Bangladesch, wo sogar die heiligen indischen Kühe zu Leder verarbeitet werden“, empört sich Dr. Haferbeck.

Was also kann man tun?
Wer künftig nicht auf Leder verzichten möchte, sollte auf Kunstleder oder veganes Leder zurückgreifen. Ziemlich cool: „Leder“-Jacken aus Kork vom Hamburger Eco-Label Bleed

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