Wegen Enthüllungsstory über Steuersünden
Dolce & Gabbana drohen Anna Wintour

Das amerikanischen Gesellschaftsmagazin „Vanity Fair“ plant eine Enthüllungsstory über die kriminellen Steuerpraktiken des Designer-Duo Domenico Dolce (55) und Stefano Gabbana (51). Jetzt haben die beiden Italiener Anna Wintour (64) damit gedroht, ihre Anzeigen im Hause Condé Nast zurück zu ziehen. Kann die „Vogue“-Chefin vermitteln?

  • Dolce & Gabbana

    1/2

    Foto: Getty Images

    Das Designer-Duo Domenico Dolce und Stefano Gabbana drohte jetzt „Vogue“-Chefin Anna Wintour wegen einer Enthüllungs-Story in „Vanity Fair“. Sie wollen alle Anzeigen bei Condé Nast zurückziehen, sowohl „Vanity Fair“ als auch die „Vogue“ gehören dem Verlagshaus an



Dolce & Gabbana vs. Condé Nast
Dolce & Gabbana sind wegen Steuerhinterziehung vom italienischen Gericht verurteilt worden. Diesen Fall möchte das Gesellschafts-Magazin „Vanity Fair“ genauer unter die Lupe nehmen, um seinen Lesern die wahren Fakten zu eröffnen. Im Rahmen der journalistischen Freiheit ein völlig legitimes Unterfangen. Das sehen die Designer Domenico Dolce und Stefano Gabbana anders. Immerhin schalten die beiden pro Jahr laut Insidern Anzeigen in den Magazinen des Verlagshaus Condé Nast – zu dem auch „Vanity Fair“ gehört – in Höhe zwischen 7,5 Millionen und 15 Millionen Euro.

Anzeige

Jetzt wollen die beiden Italiener mit finanziellem Druck die Pressefreiheit des Hauses beschneiden. Laut der „The New York Post“ soll sich das Paar direkt an „Vogue“-Chefin Anna Wintour, die seit kurzem auch Editorial Director des gesamten Hauses ist, gewandt haben – und zwar mit der Drohung, dass sie alle Anzeigen bei Condé Nast zurückziehen würden. Wintour ließ sich nicht davon unter Druck setzen und weigerte sich, die Story zurück zu ziehen.

Der Steuerfall Dolce & Gabbana
Im Juni 2013 war das Designer-Duo verurteilt worden. Der Grund: Die beiden haben die Kontrolle über ihr Label in den Jahren 2004 und 2005 an eine Scheinfirma namens Gado in Luxemburg abgegeben, um in Italien keine Steuern zahlen zu müssen. Die Verteidigung ging damals umgehend in Berufung. In erster Instanz waren die Italiener wegen Steuerhinterziehung von 200.000 Euro zu jeweils 20 Monaten Haft und einem Bußgeld von 500.000 Euro verurteilt worden. Im Berufungsverfahren konnten sie die Haftstrafe auf 18 Monate reduzieren. Zur Höhe des Bußgeldes wurden in der zweiten Instanz keine öffentlichen Zahlen Preis gegeben. Auch vier weitere Angeklagte wurden zu Haftstrafen verurteilt, darunter Dolces Bruder Alfonso und Führungsmitglieder der italienischen Modemarke. Anfänglich wurden alle Beteiligten wegen rund einer Milliarde Euro an Steuerhinterziehung beschuldigt. Die beiden Designer wiesen diese Beschuldigungen stets zurück.

Anna Wintours Beschwichtigungsversuch
Die „Vogue“-Chefin saß trotz Streitigkeiten vor kurzem bei der Präsentation der Alta-Moda-Kollektion der beiden auf Capri in der ersten Reihe. Anwesende verrieten der „The New York Post“, dass Wintour auch persönlich mit den Designern sprach „auf diesem Wege wollte sie Frieden schließen, ohne die Enthüllungsgeschichte zu verbieten und dabei die journalistische Integrität von Condé Nast aufs Spiel zu setzen“. Ein Insider sagt weiter: „Sie kam um die Anzeigen zu retten.“

Fazit: Es heißt das Dolce & Gabbana weiterhin Anzeigen in den Condé-Nast-Magazinen schalten wird, darunter „GQ“, „Allure“, „Details“, „Vogue“ und „Condé Nast Traveler“. Nur „Vanity Fair“ geht leer aus.


Kommentare


Blogs