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Sie hatten den Stil, den plötzlich alle wollten
Die Moderevolutionärinnen

Auch wenn heutzutage die Modeschöpfenden immer noch überwiegend männlich sind, so waren es doch im wesentlichen Frauen, die die Mode revolutionierten. Eine Hommage von STYLEBOOK zum Internationalen Frauentag am 8. März!

Coco Chanel (†87):
Jede Frau hat noch heute Kleider im Schrank, die von Coco Chanel inspiriert sind. Zu einer Zeit, als die Damen Reifröcke, Korsetts und bodenlange Kleider trugen, erfand sie die Mode radikal neu. Und das hieß: Schlichte, zweckmäßige Kleidung, die trotzdem elegant war. Zu Chanels Erfindungen gehören: Das kleine Schwarze, Hosen für Frauen, Tweed-Kostüme, Twinsets, lange Kunstperlenketten. Sie war auch die Erste, die Röcke auf eine schier unglaubliche Länge kürzte: eine Handbreit unter dem Knie. Und auch privat pflegte Coco Chanel ein Leben jenseits aller Konventionen: Spionage, Kollaboration mit den Nazis, Liebschaften mit den berühmtesten Männern ihrer Epoche.

Mary Quant (†78):
Gab es eine Zeit vor dem Minirock? Kaum zu glauben, dass erst die Engländerin Mary Quant in den 60ern den Rocksaum bis auf den Oberschenkel kürzte. Das androgyne Model Twiggy machte den Look berühmt und es folgten Beinkleid-befreite Generationen – sexy bis zur Provokation.

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    Coco Chanel

    Die Französin revolutionierte die Mode, indem sie Frauen elegant, aber praktisch kleidete

Louise Brooks (†78):
Louise Brooks war eine amerikanische Schauspielerin und auf den ersten Blick wirkt ihr Look beinah exemplarisch, für Stummfilme und die 20er Jahre. Doch genau dieser Dame aus „Pandora’s Box“ (ihr wahrscheinlich größter Erfolg) haben wir den Bubikopf zu verdanken. Eine haarige Emanzipation von den immer gleichen Frauentypen inklusive altbackschen Frisuren!

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Marlene Dietrich (†90):
Sie war die erste Deutsche, die in Hollywood zum Star Aufstieg. Klassiche Rollenklischees langweilten die Dietrich. Und so war sie es, die als eine der ersten Frauen in den 30er-Jahren  Männerkleidung trug und den Dandy-Look erfand. Frack und Zylinder standen ihr ebenso gut wie Federboa und Schleier. Am liebsten trug Marlene Dietrich weite Männerhosen mit geradem Bein und Bügelfalte – heute ist die „Marlenehose“ ein Modeklassiker.

Jil Sander (68):
Heidemarie Jiline Sander ist die „Queen Of Clean“ und die einzige deutsche Designerin, die es international zu Ansehen geschafft hat. Nach siebenjähriger Pause kehrt die Hamburgerin jetzt zurück zu ihrem Label, die Branche dreht vor Freude völlig durch. Ihre Karriere begann bei der Modezeitschrift „Constanze.“ Dort fiel sie durch ihren Eigensinn und ihre Visionen auf. Jil Sander setzte sich zum Ziel, etwas verändern zu wollen. Und das tat sie auch. Sie prägte die modische Moderne. Die Designerin ist das Bauhaus der Fashion-Szene,  sie steht für tragbare Avantgarde.

Helena Rubinstein (†95) und Elizabeth Arden (†85):
Die beiden Damen würden es nicht gern sehen, ihre Namen nebeneinander zu lesen. Die beiden waren Konkurrentinnen und weigerten sich, einander zu begegnen. Dennoch: Beide Frauen haben gleichermaßen für die Schönheit der Frau gesorgt. Die Kosmetikunternehmerinnen waren echte Pionierinnen auf ihrem Gebiet. Sie machten Kosmetik gesellschaftsfähig und zählen zu den ersten Frauen weltweit, die es schafften einen Konzern zu gründen und ihr Unternehmen durch geschickte Werbemaßnahmen auf Erfolgskurs zu führen.

Aenne Burda (†96):
Mit ihrer Idee Mode zum Selbermachen wurde die „Mutter der Schnittmuster“ weltbekannt. Schön sein und sich modisch kleiden, war danke Aenne Burda nicht mehr eine Frage des Geldes, sondern wurde durch das von ihr erfundende Modeheft aus dem Schwarzwald für jede Frau möglich. 1950 erscheint die erste Ausgabe von „Burda Moden“. Das Heft wird ein Welterfolg und Aenne Burda zum Prototyp einer erfolgreichen, emanzipierten Frau. 

Veruschka (72):
Eigentlich Vera Gottliebe Anna Gräfin von Lehndorff, ist das erste Topmodel der Modegeschichte. Die 1, 83 Meter hohe Frau mit den endlos langen Beinen, der tiefen Stimme und dem Gesicht in das sich einfach jeder verlieben musste, wurde zur Muse der 60er Jahre. Zu ihren Fans gehörten die legendäre „Vogue“-Chefredakteurin Diana Vreeland, der Veruschka ihre Berühmtheit zu verdanken hat, Salvador Dali, Fotograf Helmut Newton und Peter Lindbergh. Bis 1970 soll sie über 800 Magazin-Cover geziert haben und noch heute macht sie als Model von sich reden. 2012 lief sie während der Berliner Fashion Week für Designerin Anja Gockel.

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