Fashion-Knirpse posieren wie die Großen
von Pia Sundermann
Die neuen Lolita-Models

Dass Mode Jugendlichkeit zum Ideal verklärt, ist nicht neu. Doch immer öfters schmücken blutjunge Models, die mit beiden Beinen noch im Kinderzimmer stehen, die Plakatwände und Mode-Magazine. Jüngstes Beispiel: die neue Acne-Kampagne mit dem 11-Jährigen Knirps Frasse Johansson.

Lolita – und Lolito – -Models, die für Erwachsenen-Kampagnen vor der Kamera stehen, sind trotz aller Kritik derzeit schwer angesagt: Nach Lily-Rose Depp (17), Kaia Gerber (13) oder Romeo Beckham (13) sorgt jetzt die neue Werbung von Acne Studios für Aufregung: Das junge Model Frasse Johansson ist nicht nur erst elf Jahre alt, sondern posiert auch noch für die Damenlinie. Für die Fotos, die von Viviane Sassen (43) gemacht wurden, schlüpfte der junge Schwede unter anderem in High Heels und trug tonnenweise femininen Schmuck.

  • Acne Studios

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    Foto: PR/Acne Studios

    Fragwürdiger Zeitgeist? Immer mehr Kinder modeln für erwachsene Brands. Jüngstes Beispiel: der 11-Jährige Frasse Johansson für Acne Studios


Neue Impulse für die Modewelt
Acne-Kreativchef Jonny Johansson (45), der Vater von Frasse, ist bekannt für seinen Bruch mit gesellschaftlichen Normen. Mit der neuen Kampagne will Johansson die Fashionwelt in eine androgynere Richtung lenken. „Der Schnitt, die Form und der Charakter des Stoffes ist das Wichtige, nicht sich die Zustimmung der Gesellschaft einzuholen oder festen Normen zu folgen“, erklärte Johnny im Interview mit der Textilfachzeitung „WWD“. „Ich sah [bei der Kreation der Kollektion] sofort Frasse vor meinen Augen, weil er für mich eine neue Generation darstellt. Ich fragte ihn und bin froh, dass er Teil der Kampagne sein wollte.“

Cool Kids spielen mit Geschlechterklischees
Anders als beim französischen Lolita-Model Thylane Blondeau (14), die mit zehn Jahren äußerst lasziv für die „Vogue Paris“ posierte, geht es also nicht darum, mit Sexualität zu provozieren, sondern mit ihr zu spielen. Damit trifft Johannson den Zeitgeist der neuen coolen Kids, die Spaß am androgyn sein haben. Und zwar nicht Mädchen, die sich wie Tomboys kleiden, sondern umgekehrt. Vorreiter dieser neuer Bewegung ist Jaden Smith (17). Er ging wie selbstverständlich im Abendkleid zum Abschlussball seiner Freundin. „Bin bei Topshop gewesen, um mir Mädchen-Sachen zu kaufen, ich meine Sachen“, witzelte der Sohn von Will Smith (17) auf Instagram.

Auch Nachwuchsmodel Frasse hatte laut „WWD“ kein Problem, als Junge in Frauenklamotten zu posieren, „Es ist mir egal, ob es Mädchen- oder Jungenklamotten sind. Ich finde nicht, dass das einen Unterschied macht. Es war absolut ok. Kein Problem!“

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