Die neue Apple Watch im Mode-Check
von Thomas Helbing
Wie fashiontauglich ist die Apfel-Uhr?

Frauen und Technik – ja, ja ein hartnäckiges Klischee. Das dürfte sich mit dem neuen Technik-Spielzeug grundlegend ändern: Apples erste Smartwatch, die am Dienstag in Kalifornien präsentiert wurde, dürfte nicht nur Nerds in Hornbrille und Grobstrick gefallen. Was die Apple Watch kann, was sie kostet und ob sich auch Fashionistas diese ums Handgelenk binden sollten – STYLEBOOK.de macht den Check.

Das wurde aber auch Zeit! Jetzt ist sie endlich da: die Uhr mit dem Apfel. Apple-Fans hatten eine gefühlte Ewigkeit auf die erste Smartwatch des iPhone-Konzerns gewartet. Am Dienstag wurde sie der Öffentlichkeit von Apple-Boss Tim Cooks präsentiert.

Zwei Modelle, viele Designs
Der erste Eindruck gefällt. Die rechteckige Uhr ist nicht klobig, hat ein kurviges Design und sieht trotz aller Futuristik elegant aus. Die Apple Watch wird es in zwei unterschiedlichen Größen für Männer und Frauen geben, außerdem in sechs unterschiedlichen Ausführungen: das Einsteiger-Modell kommt in poliertem oder schwarzen Edelstahl, bei der Sport-Variante ist das Gehäuse aus grauem oder silbernen Aluminium, bei der Luxus-Version aus gelbem oder roséfarbenem 18-Karat Gold. Alle Ausführungen sind mit kratzfestem Saphir-Glas versehen und lassen sich wiederum mit verschiedenen Armbändern in vielen Farben, Strukturen und Materialien (von Gummi über Edelstahl bis Leder) kombinieren. Toll: Die verschiedenen Armbänder lassen sich ganz einfach magnetisch auswechseln. Witzig: Es gibt wie bei einer klassischen Uhr sogar ein Uhrrädchen.

Wie funktioniert die Apple Watch?
Natürlich ist das eben angesprochene Rädchen nicht nur hübsch, sondern vor allem funktionell. Es ist sozusagen das Steuerrädchen für die Uhr, Apple nennt dieses „Krone“. Beim Drehen der „Krone“ kann man sich durch verschiedene Bildschirme blättern, außerdem Ausschnitte durch Zoomen vergrößern oder verkleinern. Beim Drücken des Rädchens gelangt man zudem ins Hauptmenü. Eine intelligente Lösung, da das vom iPhone oder iPad bekannte Wischen auf dem kleinen Bildschirm eher lästig wäre. Auf einen Touchscreen hat Apple aber dennoch nicht verzichtet. Nostalgische Spielerei: Alle Töne der Uhr wurden von analogen Uhren adaptiert und von einem Musikprofessor aus Amsterdam in digitale Sounds verwandelt. Es heißt, dass Apple-Chefdesigner Jonathan Ive das angetrieben haben soll, da er die üblichen digitalen Töne und Vibrationen von Smartphones nicht ausstehen kann.

Wie fashiontauglich ist die Apple-Uhr?
Eins ist jetzt schon klar: Mit der Apple Watch ist dem Konzern ein ähnlicher Coup gelungen wie seinerzeit mit dem iPod, iPhone und iPad. Mit der Apfel-Uhr weckt Apple endlich wieder Begehrlichkeiten, die der Konzern zuletzt ein wenig vermissen ließ. Die Apple Watch hebt sich nicht nur mit seinen klugen technischen Funktionen von den Smartwatches seiner Mitbewerber ab, sondern, wie erwartet, vor allem optisch. Das macht die Apple Watch zu einem echten Fashion-Item und Schmuckstück für Modebegeisterte sowie jene, die klassische Uhren durch Smartphones zuletzt überflüssig fanden. Vor allem Mode-Blogger und Mode-Redakteure, zudem viele Fashionistas wird man bald wohl kaum noch ohne Apple Watch am Handgelenk flanieren sehen. Die Technikwelt ist längst feminisiert, die Modewelt digitalisiert. Das symbolisiert Apple auch intern, indem zuletzt Angela Ahrendt, Ex-CEO der Brit-Marke Burberry, und Paul Deneuve, Ex-CEO von Saint Laurent, von der Modebranche zum Apfel-Konzern wechselten. Aber: Ob sich eingefleischte Uhrenliebhaber von dem Technik-Spielzeug überzeugen lassen, darf bezweifelt werden. Schließlich ist ein echte Rolex, Omega, Cartier oder Patek Philippe (immerhin die Lieblingsmarke von Jonathan Ive) am Handgelenk nicht nur ein Zeichen von gutem Stil, sondern vor allem ein Statussymbol. Apple hin oder her – die Smartwatch ist kein Schmuckstück der Uhren-Handwerkskunst, sondern ein schnelllebiges Gadget mit Wegwerfcharakter. Daran sollte man immer denken.

Was kann ich mit der Apple Watch machen?
Die Apple Watch ist ein echter Alleskönner. Das beginnt bereits bei der Auswahl verschiedener Ziffernblätter (von analoger Anzeige in römischen oder arabischen Ziffern bis zahlenfrei) und Bildschirmoberflächen von kitschig (Mickey Mouse und Schmetterlinge) über geografisch (verschiedene Orten auf der Welt werden in realistischer Tageszeit angezeigt) und luxuriös (Cartier-Variante) bis astronomisch (Mond, Sonne, Planeten). Die Uhr kann etwa eingehende Nachrichten, E-Mails, Wetter oder Börsenkurse anzeigen. Sie ist zugleich ein Fitnesstracker mit eingebautem Pulsmesser. Ein Navi-Gerät gibt an, in welche Richtung man laufen muss. Twitter, Facebook und Pinterest sind natürlich auch dabei. Ärgerlich: Die Apple Watch funktioniert nur in Verbindung mit mindestens einem iPhone 5. Alle Geräte, die älter sind, unterstützt sie ebenso wenig wie iPads. Allerdings, sind wir uns sicher, dass die Apple Watch als Fernbedienung bisher ungeahnte Selfie-Varianten zulassen wird.

Ab wann kann ich die Uhr kaufen?
Die Uhr wird erst Anfang 2015 auf den Markt kommen. Als Preis für die smarte Uhr nannte Tim Cook 349 Dollar für das Basismodell. Für die Sport- und die Gold-Luxus-Variante gibt es noch keine Preise.

  • Christy Turlington, Tim Cook, Apple

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    Foto: dpa picture alliance

    Tolle Uhr an schöner Frau. Supermodel-Ikone Christy Turlington präsentierte die neue Apple Smartwatch am Montag gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook. Das neue Must-have für Frauen? Was die Uhr alles kann und wie sie aussieht – weiterklicken

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