Kassensturz bei Modemagazinen
von Laura Pomer
Diese „Vogue“ ist 343.000 Dollar wert

Ein Parfum hier, ein Bikini da, vielleicht noch das schicke Paar Schuhe auf Seite 67 – was würde es wohl kosten, alle Teile zu kaufen, die in der Modezeitschrift „Vogue“ vorgestellt werden? Ein New Yorker Journalist hat genau das ausgerechnet.

  • Die Juni-Ausgabe von Vogue

    1/2

    Foto: Vogue

    Wer sämtliche Beautyprodukte, Accessoires und Kleider kaufen würde, die in der aktuellen „Vogue“-Ausgabe präsentiert werden, müsste sage und schreibe 343.368 Dollar bezahlen – das entspricht 253.231 Euro! Für den Gestamtwert der anderen Magazine: bitte weiterklicken!

Noah Veltman hat früher gerne in Männermagazinen gestöbert, um sich modisch zu inspirieren. „Ich fing an, all diese Produkte zu begehren“, erzählt er im Interview mit dem Wirtschafts-Portal „Quartz“. Das Problem: „Sie sind völlig unrealistisch präsentiert.“ Es sei kaum erschwinglich, mehrere Teile davon zu kaufen – geschweige denn alle!

Anzeige

Völlig frustriert, nahm sich Veltman die Juni-Ausgaben zehn renommierter Mode- und Lifestyle-Zeitschriften vor, darunter „Vogue“, „GQ“, „InStyle“, „Cosmopolitan“ und „Esquire“. Er rechnete die Preise der angepriesenen Produkte zusammen und verglich die horrenden Gesamtsummen.

Auf Platz eins: die US-„Vogue“. Wer daraus alles kaufen würde, müsste stolze 343.368 Dollar (253.231 Euro) hinblättern! Das bedeutet einen Preisvorssprung von 194.459 Dollar  gegenüber dem zweiten Platz, der amerikanische „InStyle“, mit einem Gesamtwert von 148.909 Dollar (109.819 Euro). Hier lag der durchschnittliche Kostenpunkt für ein Accessoire, Beautyprodukt oder Kleidungsstück bei knapp 80 Euro, in der „Vogue“ bei immerhin 627 Euro. Wer im Juni sämtlichen Empfehlungen des Haushalts-Magazins „Real Simple“ folgen würde, käme mit etwa 15.851 Dollar (12.000 Euro) noch „am günstigsten“ davon, hat Veltmann ausgerechnet. Zum Vergleich würden alle gezeigten Artikel auf der heutigen STYLEBOOK-Startseite zusammen knapp 2000 Euro kosten.

Was Veltman an der Produkte-Parade stört: Dem Leser würde weisgemacht, er könne durch den Kauf toller Sachen zu einem attraktiveren Menschen werden. „Morgens aufzustehen und Sport zu treiben, ist viel härter, als schöne Dinge in den Warenkorb zu schmeißen“, erklärt er gegenüber „Quartz“. Um der Verführung aus dem Weg zu gehen, lässt er heute die Finger von Hochglanzblättern.

In Wahrheit würde natürlich niemand alles kaufen. Davon träumen und sich inspirieren lassen, kann ja auch schon glücklich machen.


Kommentare


Blogs