So funktioniert der neue Business-Look
von Stephanie Beckmann
Die Powerfrauen sind zurück

Der lang verpönte Business-Schick ist auf die Laufstege zurückgekehrt und bringt Spannung an die Schreibtische dieser Welt! Geht es nach den Designern, werden die Ladys in diesem Herbst/Winter zu Büro-Hengsten, ähm, -Stuten – aber im positiven Sinne! Was uns von den Powerfrauen aus den 80er-Jahren unterscheidet und wie man sich für den Job stylt, ohne eine graue Maus zu werden – STYLEBOOK sprach mit Petra Winter aus der „Bild“-Chefredaktion (ehemals Chefredakteurin der „Cosmopolitan“) und erklärt den neuen Business-Look.

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    Foto: ddp images, dpa Picture-Alliance, Getty Images

    Powerfrauen gestern und heute: Links Judith Light als Angela Bower in der 80er-Serie „Wer ist hier der Boss“, Kim Cattrall als PR-Frau Samantha in „Sex and the City“ und rechts zwei aktuelle Looks von Donna Karan und Haider Ackermann

Beim Wort Business-Look und Powerfrauen denken wir unweigerlich an megabreite Schulterpartien, deren Polster unter dem Riemen der viel zu großen Aktentasche zusammenfallen wie Zuckerwatte im Regen. Sahen Melanie Griffith und Sigourney Weaver in „Die Waffen der Frauen“ noch irre sexy aus in ihren weiten Sakkos und Bundfaltenhosen – damals, in den 80ern – ist der Look heute Bad-Taste-Party-tauglich.

In den 90er- und 2000er-Jahren lösten kurze Pencilskirts, Kostüme und Twin-Sets den maskulinen Look wieder ab. Ally McBeal machte in der gleichnamigen Serie die Anwaltskanzlei zur Dating-Börse, Miranda und Samantha aus „Sex and the City“ stehen für ganz unterschiedliche, erfolgreiche Frauen – hauptsache aber sexy!

Und heute? Ist so viel erlaubt, dass es schon wieder schwierig wird. Auf den Laufstegen der Fashion Weeks präsentierten die Designer extrem selbstbewusste Outfits für den Alltag. Zum einen wieder sehr maskuline Looks mit weiten Hosen, hochgeschlossenen Hemden, Krawatten, Hüten und Westen, zum Beispiel gesehen bei Ralph Lauren und Hermès. Aber auch sehr weibliche, mondäne Sanduhr-Silhouetten mit breiten Taillengürteln und betonter Schulterpartie, wie bei Yves Saint Laurent und Haider Ackermann.


STYLEBOOK sprach mit Petra Winter aus der „Bild“-Chefredaktion über die neuen Outfits fürs Büro:

STYLEBOOK: Wie sieht der Business-Look heute aus und was hat sich verändert, im Vergleich zu den ersten Powerfrauen in den 80er-Jahren?
Petra Winter: Früher sah es so aus, als hätten sich die Frauen den Blazer ihres Freundes ausgeliehen und sich als Mann verkleidet. Sie sind in den plumpen und bollerigen Sakkos und Bundfalten-Hosen geradezu verschwunden. Dieser Look schmeichelt keiner Frau, sondern sieht schnell nach zehn Kilo mehr aus. Heute sind die Looks gebrochen. Die Jacken sind immer noch oversized aber mit einer schmalen Silhouette, zum Beispiel einer engen Hose oder Taillen-Betonung kombiniert. Zu Herrenschuhen wie Brogues werden weibliche Elemente wie eine große Blüte am Revers oder eine schicke Handtasche kombiniert. Auch die Materialien sind heute viel besser, da weicher, als früher.

Wie kann sich denn eine Bürokauffrau business-tauglich kleiden ohne gleich spießig und langweilig auszusehen?
Da schaue ich immer gerne nach Italien. Die Italienerinnen geben natürlich allgemein etwas mehr Geld für Mode aus. Aber die haben es einfach drauf, nicht so fade auszusehen, nicht nach grauer Maus. Sieht man hier oft Frauen in eintönigen Kostümen, kombinieren Italienerinnen gerne bunte Tücher und Statement-Accessoires zu ihrer Garderobe. Eine große Kette zum Beispiel und vor allem schicke, hohe Schuhe – das macht viel aus. Außerdem sollten die Sachen gut sitzen. Oft schlackern Blusen in der Taille, wenn sie an der Brust sitzen sollen und Röcke in den Kniekehlen, wenn die Hüfte breiter ist. Auch etwas fülligere Frauen sollten ihre Figur betonen. Also ab zum Schneider, es lohnt sich! Und: Egal, was man investiert und das darf ruhig mal mehr sein, ein teures Outfit zahlt sich auf lange Sicht durch Qualität aus.

Und die absoluten No-Gos in Sachen Outfit am Arbeitsplatz?
Vieles gilt heute zum Glück nicht mehr: Nylon-Strümpfe zum Beispiel sind in Büros oft kein „Must“ mehr, offene Schuhe dagegen total okay – solange Beine und Füße gepflegt aussehen. Flip Flops dagegen finde ich schwierig. Und was gar nicht geht, ist sichtbare Unterwäsche. Das meint nicht die Ahnung eines nudefarbenen BHs unter der Chiffonbluse, aber ein String-Tanga, der herauslugt oder sich abzeichnet, geht einfach nicht! 

Ein lustiger Rückblick auf coole Powerfrauen und ein schicker Ausblick mit Anregungen vom Laufsteg, wie Ihr Business-Look im kommenden Herbst/Winter aussehen könnte – in der Bildergalerie!

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