Darauf sparen wir!
von Janine Dudenhöffer
Top-Einkäufer erklären die Herbst-Must-Haves

Die Wedges-Sneaker von Isabel Marant, die Trio-Bag von Céline oder die Biker-Lederjacke von Acne – es gibt Teile, die sind sofort, immer und überall ausverkauft. Welche Hypes werden die kommende Saison dominieren? Wir haben vier Einkäufer von großen Onlineshops und Conceptstores gefragt, worauf wir jetzt schon sparen sollten.

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    Foto: Citizen Couture, PR

    Justin O’Shea – mytheresa.com

    Für Justin O'Shea sind Schuhe DIE Accessoires der Saison. „Sneaker sind der absolute Bestseller! Vor allem der 'Bekett‘ von Isabel Marant (hier in rot – ca. 395 Euro) kommt bei unseren Kundinnen fantastisch an. Für den kommenden Herbst/Winter habe ich deshalb auch die halbhohen Fransenstiefel (ca. 795 Euro) von Marant in besonders hoher Stückzahl geordert. Die kniehohen Wedge-Reiterstiefel von Givenchy waren sofort ausverkauft und sind jetzt nur noch über eine sehr lange Warteliste verfügbar.“

Trends im Vorfeld zu erkennen, erfordert eine Menge Erfahrung und Gespür. Wer hätte vor einem Jahr schon gedacht, dass wir in diesem Sommer alle auf höher gelegten Sneakern mit verstecktem Keilabsatz stehen? Der „Bekett“ ist eine Erfindung der französischen Designerin Isabel Marant und hat sich in drei Saisons – das ist die Modesprache für 1,5 Jahre – zum absoluten Renner entwickelt. Und das bei einem Verkaufspreis von rund 400 Euro!

Wer jetzt denkt, die gönn' ich mir mal eben, der wird schnell vom Run auf dieses Schuhmodell ausgebremst. Denn aufgrund der großen Nachfrage heißt es: Ab auf die Warteliste. Wie Chefeinkäuferin Elke Brämer vom Concept-Kaufhaus Departmentstore Quartier 206 in der Berliner Friedrichstraße weiß, „wird der Wedges-Sneaker von Marant diese Saison zum dritten Mal in Folge gehypt und es ist schwer, diesen Schuh überhaupt im freien Verkauf zu bekommen. Laut der französischen 'Elle' werden weltweit pro Tag 80 Paar verkauft.“ Auf Ebay kostet der „Bekett“ teilweise das Doppelte seines Originalpreises – als Startangebot.

Darüber, wie solche Massenhysterien entstehen, gibt es ganze Abhandlungen. Malcolm Gladwells Buch „Tipping Point“ ist eine davon. Der Bestseller erklärt, wie bestimmte Vorlieben und Designs in Subkulturen als Street-Style geboren und über das Internet und Zeitschriften in die Welt hinaus getragen werden.

Eine Schlüsselposition im Modebusiness bilden dabei die Einkäufer der wichtigen Onlineshops und Concept-Stores. Sie sind der Zeit immer mehrere Schritte voraus: Wenn die großen Fashion-Magazine die Trends endlich vorstellen, sitzen sie längst an den Bestelllisten für die nächsten Saisons. Im Moment sichten sie die Sommerkollektionen für 2013, reisen dafür nach Paris, Mailand und New York. Das heißt: Sie entscheiden als Erste, was wir in ein paar Monaten zu Kaufen kriegen – und bestimmen damit die Trends maßgeblich.

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Zwischen Kofferband und Kleiderstange hat STYLEBOOK vier Branchenexperten erwischt und Justin O'Shea (mytheresa.com), Elke Brämer (Departmentstore Quartier 206), Holli Rogers (net-a-porter.com ) und Kerstin Görling (Hayashi in Frankfurt) gefragt: Was sind Ihre Favoritenteile für den Herbst? Wo vermuten Sie den nächsten Hype? Was haben Sie in weiser Voraussicht in besonders großen Mengen geordert? Die Antworten: In der Fotogalerie!

Kleiner Vorgeschmack: Die begehrtesten Labels heißen Céline, Chloe, Givenchy, Dolce & Gabbana, Kenzo, Miu Miu, Valentino und – vor allem – Isabel Marant.

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