Markus Lupfer im Interview: Der Designer von Mileys Katzen-Print-Zweiteiler

Foto: Getty Images

Er kreierte Mileys heissen Katzen-Zweiteiler
von Julia Wagner
Markus Lupfer: „Mode ist nicht immer Fun“

Letzte Woche trug Miley Cyrus (21) bei den American Music Awards einen Zweiteiler mit Katzen-Print. Der Designer: Markus Lupfer (42). Den Deutschen lieben Promis aber nicht nur für seine coolen Prints, sondern vor allem für seine Statement-Sweater. STYLEBOOK traf den Modemacher zum Interview.

STYLEBOOK: Miley Cyrus hat bei den AMAs letzte Woche eine Ihrer Kreationen getragen? Wussten Sie das vorab?
Markus Lupfer: Ja, denn wir haben ihr den Zweiteiler auf den Leib geschneidert. Sie sah übrigens toll aus und das Outfit passte perfekt zu ihrer Performance.
 
Die AMAs hatten diesmal so viele Zuschauer wie noch nie. Über 12 Millionen sahen das Event im TV. Wie ist es, wenn man die eigene Kreation auf so einer globalen Bühne sieht?
Toll! Wir waren hier im Office in London tatsächlich ganz schön aufgeregt.
 
Werden Sie in Zukunft nun mehr Trikots entwerfen?
Nein, diese wurden tatsächlich nur für Miley angefertigt. Der Katzen-Print zieht sich aber durch die gesamte Kollektion, die ab nächstem Jahr erhältlich sein wird.
 
Sie sind bisher vor allem bekannt für Ihre Sweatshirts. In diesem Herbst sind sie nun DAS It-Piece der Saison. Wurden Ihre Fashiongebete erhört?
Ja wahrscheinlich schon. Ich wollte ursprünglich ein neues T-Shirt machen. Dann habe ich mich gefragt: Was ist ein „anderes T-Shirt“? Ein T-Shirt aus Strick! Strick war immer sehr klassisch, oft auch aus Kaschmir. Ich wollte etwas Junges mit Elan und Spirit schaffen. So hat es angefangen.

  • Designer Markus Lupfer

    1/10

    Foto: Getty Images

    Designer Markus Lupfer ist vor allem bekannt für seine Strick-Kreationen. Stars wie…


 

Haben Sie eine Vermutung, warum sich Statement Sweater gerade jetzt durchgesetzt haben?
Ich glaube, es gibt einen generellen Trend zu Dingen, die etwas unbeschwert und nicht so ernst sind. Alle wollen ein bisschen mehr Fun. Mode ist nicht immer Fun, aber im Moment schon.

Anzeige

Wie kombiniert man Statement-Sweater am besten?
Ich finde sie momentan toll zu einem Pencil-Skirt oder einem A-Linen Rock. Oder mit einem Shirt drunter. Das sieht ein bisschen strenger, aber eben nicht zu ernst aus!

Ist es heutzutage wichtig, dass man ein absolutes Key-Item in seiner Kollektion hat wie einen Statement-Sweater?
Man braucht auf jeden Fall eine Brand Identity, auf die kommt es an. Die muss man dem Konsumenten vermitteln. Ich sage immer, es gibt große Schubladen mit verschiedenen Labels drin. Öffnet man die Adidas-Schublade sind drei Streifen drin. Öffnet man die Chanel-Schublade sieht man Tweet. Öffnet man die Missoni-Schublade, ist Strick drin mit Zick-Zack-Streifen. Wenn du keine Identität hast, kannst du keine Marke aufbauen. So haben es auch Mercedes und Apple gemacht. 

Und was ist in der Markus Lupfer Schublade?
Momentan sind da Pailletten-Sweater drinnen. 

Prominente Fans wie Olivia Palermo, Alexa Chung oder Miley Cyrus tragen dazu bei, die Marke Markus Lupfer bekannter zu machen. Sind Stars heutzutage effektiver als Werbekampagnen?
Promis sind sehr wichtig. Aber es macht auch Spaß. Es gibt mir jedes Mal einen Schub, wenn tolle Frauen etwas aus meiner Kollektion tragen. Aber nur, weil ein Star etwas trägt, heißt das nicht gleich, dass ein Produkt auch erfolgreich wird. 

Hat sich das Modeverständnis geändert, seitdem immer mehr Menschen online Klamotten einkaufen?
Ja, früher war es für viele oft ein Hindernis in den Laden zu gehen, besonders in sehr teure Läden. Diese Barriere fällt heute weg. Online-Shopping ist heute das, was früher der Katalog war. Man muss aber aufpassen, dass nicht mehr alles nur online ist. Stellen Sie sich vor, wenn es keine Läden mehr gäbe, dann wäre die Stadt ja leer.

Kaufen Sie selbst viel online ein?
Ich würde sagen, das teilt sich so halbe, halbe auf. Wenn ich weiß was ich will, kaufe ich es einfach online. Wenn nicht, gehe ich in den Laden. Es kommt aber auch auf die Produkte an. Beauty-Artikel kaufe ich meistens online. 

Was ist das Must-Buy für diesen Winter?
Auf jeden Fall ein Statement-Strickpulli, am besten von Markus Lupfer, besonders mit grafischen Mustern. Und einen kurzen A-Linen-Rock.

Sie präsentieren in Berlin ebenso wie in London. Werden Sie bei der Berlin Fashion Week im Januar Ihre Mode zeigen?
London ist im Moment sehr wichtig für uns, weil es so zentral ist. Aber ich komme gerne nach Berlin. Vielleicht machen wir wieder mal in ein, zwei Jahren was hier. Ich mag es manchmal, keine Verpflichtungen zu haben und etwas spontan zu organisieren. Oft ist in der Mode alles geplant. Ich mag es, wenn etwas auch spontan passiert.

Designer Markus Lupfer (geboren 1971 in Kißlegg bei Ravensburg) studierte Mode in Augsburg und Trier bis er 1995 an die „University of Westminster" in London wechselte. Seine Abschlusskollektion wurde 1997 von der Londoner It-Boutique Koh Samui gekauft. Seitdem sind besonders seine Strick-Teile bei prominenten Fans beliebt. Seit kurzem vertreibt er seine Kollektion auch online bei EMEZA.

Der Look zum Nachshoppen:


Kommentare


Blogs