Wie kauft man Vintage?
von Julia Wagner
So shoppen Sie den „Gatsby“-Look!

Die „Goldenen Zwanziger“ sind DER Retro-Trend des Jahres. Schuld daran ist der Film „The Great Gatsby“, der am Donnerstag in den deutschen Kinos startet. Sie wollen auch so ein tolles Flapper-Dress? Wie wäre es mit einem Original? STYLEBOOK hat eine Expertin gefragt, wie Vintage-Shopping richtig funktioniert.

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    Foto: Warner Bros.

    In dem Film „Der Große Gatsby“ bringen Carey Mulligan (Mitte) als Daisy Buchanan und Leonardo DiCaprio als Jay Gatsby den Glanz der Goldenen Zwanziger auf die Leinwand zurück. Allerdings sind die Kleider keine Originale aus der schillernden Zeit. Die Kostüme entwarf Miuccia Prada. Die Skizzen werden übrigens von 14. - 30. Juni im Aoyama Epicenter in Tokyo ausgestellt

Daisy Buchanan ist der Inbegriff des 20er-Jahre-Glamours: Sie trägt Federboas, mit Edelsteinen besetzte Haarbänder, die typischen Cloche-Hüte und funkelnde Flapper-Dresses. Die Hauptfigur aus „The Great Gatsby“ (im Film gespielt von Carey Mulligan) bringt den Look der „Roaring Twenties“ jetzt zurück auf die Leinwand, die Laufstege und nun auch bald in unsere Kleiderschränke. 

Etliche Designer und Labels schneiderten bereits letzte Saison Kleider, die starke Anleihen am Art Deco nahmen. Dem Vintage-Hype sei Dank, ist es aber immer einfacher geworden, auch an Originalstücke aus der damaligen Zeit zu kommen. Wir haben Retro-Expertin Ursula Wagner befragt, die mit „Fräulein Kleidsam“ ihr eigenes Vintage-Label betreibt und mit dem „Vintage“-Salon in Wien eine Messe für Mode von damals geschaffen hat.
 
Vintage Shops boomen derzeit. Ist Second Hand gleich Vintage?
Nein, das Wort wird leider oft falsch verwendet. Normalerweise muss ein Kleid mindestens 20 Jahre alt sein, bevor es als „Vintage“ bezeichnet werden kann. Für uns Experten fällt alles von  1920- ca. 1980 in diese Kategorie. Als Second Hand bezeichnet man die Mode der letzten zehn bis fünfzehn Jahre. Ein „Great Gatsby“-Outfit findet man definitiv nur in einem guten Vintage Store.


Woran erkennt man den Unterschied zwischen richtigem Vintage und einem neu designten Retro-Teil?
In den 1920er Jahren gab es noch keine synthetischen Stoffe, sondern nur edle Materialien. Diese erkennt auch ein Laie. Damals waren auch fast alle Stücke Maßarbeiten von Schneiderateliers. Deswegen gibt es keine Pflege- bzw. Waschanleitung. Auch die Nähte sind fast immer von Hand gefertigt. Das ist von einer industriell gefertigten Naht leicht zu unterscheiden. Wer online shoppt, sollte auf die Bezeichnung „Original“ achten. Steht bei dem Artikel „Vintage inspired“ oder „Retro“ ist es definitiv kein Original.
 
Worauf muss ich beim Kauf sonst noch achten?
Auf jeden Fall genau überprüfen, ob ein Kleid Flecken oder Löcher hat. Oft wird auf kleine Mängel hingewiesen, aber leider nicht immer. Notfalls einfach einen Rabatt aushandeln. Bei Ware, die man online kauft, muss man noch genauer aufpassen. Steht bei einem Artikel „exzellenter Zustand“ heißt das, es sind keine Mängel vorhanden. „Guter Zustand“ heißt „kleine Mängel“, „Zustand okay für das Alter“ heißt eigentlich „Mängel vorhanden, werden aber nicht aufgezählt“. Unbedingt nachfragen, ob ich das Kleid selbst reinigen und bügeln kann oder ob ich es immer in die Reinigung bringen muss. Das kann finanziell einen großen Unterschied bedeuten. So kann ein günstiges Kleid schnell auf Dauer teuer werden.
 
Warum sind Vintage-Kleider manchmal so teuer, wenn sie doch schon „alt“ und gebraucht sind?
Es handelt sich hier um seltene, gut erhaltene, qualitativ hochwertige, textile Antiquitäten. Oft sind es Einzelstücke, die aufwendig restauriert wurden, was sich dann auch im Verkaufspreis niederschlägt.
 
Wie pflege ich Vintage-Mode richtig?
Waschmaschinen mit einem Schonprogramm erledigen schon vieles, im Notfall aber immer in einer Fachreinigung nachfragen. Im Zweifelsfall Kleider lieber reinigen lassen. Auch viele Online-Plattformen tauschen sich mittlerweile über die richtigen Pflegetipps aus.
 
Worin kann ich mit gutem Gewissen investieren?
Prinzipiell kann ich für sehr gut erhaltene Ware oder Designerstücke immer mehr Geld ausgeben. Im Falle der 1920er und 30er Jahre sind besonders Vintage-Kleider der Stars beliebt. Da besteht der Wert vor allem darin, dass eine Marlene Dietrich oder Greta Garbo sie trug. So ein Kleid kann aber schnell mehrere tausend Euro kosten. Ansonsten auf die Materialien achten. Damals wurden auf Kleidern noch echte Perlen oder Edelsteine angebracht.

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Die besten Vintage-Stores weltweit:
New York Vintage, New York
Charming Styles, Berlin
The Frock, Online-Store
Gabriele Vintage, Brüssel
Didier Ludot, Paris
Falbala , Paris
Angelo Caroli , Mailand

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