Heute gibt's French Dressing
von Laura Pomer
10 Dinge, die wir von Französinnen lernen können

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gegen eine stark aufspielende Equipe im Halbfinale der Europameisterschaft verloren. Doch nicht nur beim Kicken, auch in punkto Style ist die Grande Nation uns um Längen voraus. Französinnen sind elegant, sehen bis ins reifere Alter superjung aus und können den ganzen Tag im Café sitzen und Croissants essen, ohne aus der Form zu geraten. Dabei wirken sie so herrlich entspannt, dass wir nur neidvoll fragen können: Was machen diese Frauen anders?! STYLEBOOK.de lüftet das Geheimnis.

Wir bewundern französische Frauen und wollten wissen: Wie funktioniert ihr entspanntes, faltenfreies und schlankes Leben à la française? Dazu haben wir folgende Expertinnen befragt: Stil-Ikone Ines de la Fressange (58), Autorin Mireille Guiliano (70) und die US-Journalistin Pamela Druckerman (46).

Diese drei Frauen kennen sich also aus. STYLEBOOK hat ihre besten Tipps in Sachen Ernährung, Pflege und Styling für Sie gesammelt. 

ERNÄHRUNG
1. Das Essen genießen

„Wir achten auf Qualität, essen viel Obst, Gemüse und Suppen“, erzählt Mireille Guiliano. Und weil nur gute Sachen auf den Tisch kommen, gibt es auch im Nachhinein keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. In diesem Sinne können entspannte Französinnen auch mehrere Gänge – samt Dessert! – genießen, ohne in die Breite zu gehen. Balance ist alles, weiß die Autorin: „Wenn Sie wissen, es gibt einen tollen Nachtisch, lassen Sie vorher einfach das Brot weg.“

  • Vanessa Paradis

    1/19

    Foto: getty images

    Diese 19 Französsinen haben Stil

    Schauspielerin Vanessa Paradis (43)

2. Zugenommen? Schnell handeln!
„Ab April verzichte ich auf Kohlenhydrate“ – dieser Satz wäre undenkbar aus dem Mund einer Französin. Wenn die Jeans kneift, reagiert sie sofort, bevor sie richtig aus der Form gerät. Guilianos Tipp: Einfach die eine oder andere Sünde weggelassen und das Problem ist beseitigt, bevor es zu einem wird. „Diät“ ist im Land der Croissants ein Fremdwort.

PFLEGE
3. Schön sein in jedem Alter

Während wir in Deutschland versuchen, so blutjung wie möglich auszusehen, glauben Französinnen wie Mireille Guiliano an Attraktivität auch jenseits der 40. Wie die funktioniert? „Mit Haltung und Stil!“ Mit 50 kann Frau schlichtweg nicht aussehen wie eine Zwanzigjährige, erklärt Guiliano im STYLEBOOK-Interview – und wenn sie's trotzdem versucht, wird's peinlich. „Finden Sie das Schöne an sich und betonen es, anstatt Ihrer Tochter nachzueifern.“

4. In Pflege investieren – aber richtig!
Im Sinne der Schönheit greifen viele Frauen tief in die Tasche. Für die falschen Dinge, findet Stil-Ikone Ines de la Fressange. Anstatt sündhaft teure Gesichtscremes zu verwenden, geht sie lieber häufiger zum Zahnarzt und lässt sich die Zähne aufhellen. Denn: „Ein strahlendes Lächeln lässt alles andere vergessen“.

5. Botox? Keine Option!
In den USA gehört ein Besuch beim Beauty-Doc längst zum guten Ton; auch in Deutschland zeichnet sich dieser Trend ab. In Frankreich bevorzugt man andere Mittel, um gegen die Begleiterscheinungen des Alterns vorzugehen. Guiliano setzt auf Feuchtigkeitsmasken und ausreichend Bewegung. Und Ines de la Fressange weiß: „Eine Stunde Schlaf oder guter Sex sind besser als jede Botox-Spritze.“

6. An sich denken
Vielerorts herrscht die Auffassung, Frauen müssten möglichst viel entbehren, um gut für ihre Familie zu sorgen. „In Frankreich aber glaubt man: Nur eine ausgeglichene Mutter kann eine gute Mutter sein“, klärt Pamela Druckerman uns auf. Natürlich lieben die Frauen hier ihre Kinder genauso sehr, „sie fühlen sich aber nicht schuldig, sich über die Mutterrolle hinaus mit anderen Dingen zu befassen“ – wie ihrer Liebesbeziehung oder Schönheitspflege.

STYLING
7. Zeitlose Klassiker kaufen
Ein extravagantes Trend-Teil mag zum Kauf verlocken. Eine echte Pariserin jedoch shoppt nur, was zu ihrer restlichen Garderobe passt. „Sie muss natürlich wissen, was trendy ist“, erklärt Stil-Ikone Ines de la Fressange. Das heißt aber nicht, dass sie für It-Pieces Unsummen ausgeben würde. Zeitlose Klassiker hingegen, wie „ein dunkelblauer Kaschmir-Pulli oder tolle Ballerinas“, passen zu jeder Gelegenheit. Sie sollen möglichst lange halten und dürfen deshalb auch etwas mehr kosten.

8. Stilbrüche zelebrieren!
„Wenn ein Look zu perfekt ist, kann ich das nur schwer ertragen“, erzählt Ines de la Fressange. Die Pariserin liebt Stilbrüche: Zu lässigen Jeans trägt Ines Schmucksandalen statt Turnschuhe, diese wiederum zum Smoking. Niemals würde sie den Regeln des typischen Chics folgen, geschweige denn ein Ensemble vom Laufsteg nachahmen. Wer es schafft, High-Fashion und Schnäppchen gut zu kombinieren, kreiert einen individuellen Look.

9. Nicht für Mode leiden
Wenn Ines de la Fressange Frauen auf unbequemen High Heels sieht, kann sie sich deren Schmerzen lebhaft vorstellen. „Darauf habe ich keine Lust. Ich trage nie hohe Schuhe.“ Genauso wenig würde sie eine Hose tragen, die kneift, oder einen Ultra-Mini-Rock, an dem man ständig herumzupfen muss. Ihr Motto: Nur, wer sich in seiner Klamotte wohlfühlt, kann darin auch gut aussehen.

10. Weniger ist IMMER mehr
Das betrifft Make-up ebenso wie Accessoires und Parfüm – „sonst bekommen Ihre Freunde Kopfschmerzen“, warnt Ines de la Fressange. Frauen, die glauben, man könne Alterserscheinungen wegschminken, kann sie nur warnen: Kajal kriecht in die Augenfältchen, Glitzer betont selbst feine Linien. Zu viel trägt immer auf. Ihr Tipp: „Lassen Sie einfach alles Überflüssige weg!“ 

  • Ines de la Fressange mit Töchtern

    1/3

    Foto: getty images

    Die Expertinnen

    Sie ist 58 Jahre alt, wunderschön – und eine Ikone. Ines de la Fressange, hier mit ihren Töchtern Nine (l.) und Violette (r.), gilt als Inbegriff des Pariser Chic. Die Lagerfeld-Muse der 80er-Jahre arbeitet heute als Designerin und Beraterin, gilt als Botschafterin für den Kleidungsstil Frankreichs. Ihr Wissen hat sie 2011 dann auch passenderweise in dem Kult-Style-Guide „Pariser Chic“ (Knesebeck, 2013) gebündelt

Anzeige

Kommentare


Blogs