DKNY launcht Ramadan-Kollektion
von Thomas Helbing
Diese Mode ist halal!

Frauen, die dem islamischen Glauben angehören, sollten besondere Kleiderregeln befolgen. Das US-Label DKNY will dem jetzt Rechnung tragen und hat eine spezielle Kollektion unter dem Namen „Ramadan“ für muslimische Frauen entworfen.

„Die Kleidung einer Muslima soll so weit geschnitten sein, dass die Körperkonturen nicht deutlich hervortreten. Darüber hinaus sollen sowohl der Oberkörper als auch die Haare bedeckt sein...“, so steht es auf der „Informationsplattform Religion“.

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Derartige Kleiderregeln werden in westeuropäischen Ländern oft mit Unverständnis oder gar Spott quittiert, muslimische Mode dort, geschürt durch Vorurteile, oft als unmodisch abgestempelt. Dabei ist Bekleidung in islamischen Ländern mindestens genauso vielfältig wie in der westlichen Welt. Das hat auch das Label DKNY erkannt und eine Ramadan-Kollektion designt. Die ist halal (arab. nach islamischem Glauben erlaubt), also verträglich mit den muslimischen Kleidervorschriften.

In der Mini-Kollektion finden sich lange, fließende Kleider, Maxi-Röcke, lässige Hosen im Sport-Style mit farblichen Akzenten sowie Shirts mit langem oder kurzem Arm und leichte Mäntel. Die Farben bleiben mit Weiß, Nude, Dunkelblau und rostigem Gelb zwar gedeckt, sind aber keineswegs nur Schwarz. Selbstverständlich ist alles muslimisch korrekt: Arme und Beine sind bedeckt, tiefe Ausschnitte gibt es nicht, Stoff und Schnitt sind so gewählt, dass sie den Körper umschmeicheln. Doch sackartig oder gar unmodisch sind die Teile keineswegs. Im Gegenteil!

Und als wäre der Launch einer Ramadan-Kollektion nicht schon clever genug von DKNY – schließlich ist der arabische Markt gut für den Umsatz – stecken hinter den Teilen auch zwei Frauen aus dem Nahen Osten: Yada Golsharifi, Fashion-Redakteurin beim „Styles Magazine“, und Tamara Al Gabbani, Modedesignerin aus Dubai.

Doch Stopp! Ist es nicht falsch von DKNY, mit dem Wort „Ramadan“ für den Kauf von Luxusmode zu werben? Schließlich ist dies der Monat des Gebets und des Verzichts. Dazu schreibt die im Pakistan lebende Journalistin Bina Shah im britischen „Independent“: „Sie sollten mal sehen, was alles in meiner Heimat mit dem Wort ‚Ramadan‘ beworben wird, um es zu verkaufen.“Alles halal also!


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