Chanel auf Kuba | Enkel von Fidel Castro liebt Karls Modesause

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Revolutionäre Chanel-Show auf Kuba
Enkel von Fidel Castro liebt Karls Modesause

Historisch: Als erstes großes Modehaus hat Chanel eine Show im sozialistischen Kuba veranstaltet und dafür kurzerhand Havannas berühmte Promenade Paseo del Prado zum Catwalk umfunktioniert. Etliche neugierige Kubaner, allerlei Weltstars und ein ganz berühmter Einwohner ließen sich das Spektakel natürlich nicht entgehen.

Die wichtigste Nachricht zuerst: Nein, Karl Lagerfeld (82) hört nicht bei Chanel auf. Das war zuletzt spekuliert worden. Dafür setzte Monsieur wieder einmal einen kreativen Paukenschlag und zeigte eine spektakuläre Cruise-Kollektion. Dafür lud Chanel 600 Gäste in Kubas Hauptstadt Havanna, um vor maroder Kulisse die neuesten Entwürfe zu zeigen. Luxus und Narzismus statt Sozialismus als neues Lebensmotto auf Kuba? Wohl kaum! Aber für das Modehaus ein spektakulärer Geniestreich – wenn auch ein gewagter.

  • Chanel Cruise Kuba

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    Karneval? Nee, die neue Chanel-Kollektion, die das Modehaus auf Kuba präsentierte

Pariser Chic meets karibische Farben
Kubanisch angehaucht mit Sombreros, Guerillero-artigen Mützen, karibischen Motiven und in den Farben der Insel liefen die Models am Dienstagabend nicht etwa einen gewöhnlichen Catwalk hoch und runter. Karl Lagerfeld präsentierte seine neue Mode unter freiem Himmel auf der berühmten Promenade Paseo del Prado, die passenderweise 1928 von einem französischen Landschaftsarchitekten gebaut worden war.

Am Rand: Antonio Castro (19), Enkelsohn von Ex-Präsident Fidel Castro. Lange wurde spekuliert, dass „Tony“ sogar als Model auf dem Catwalk zu sehen sein wird. Auch wenn er schon Model-Erfahrung hat, ging sein Traum nicht in Erfüllung. Letztendlich übernahm Antonio aber organisatorische Aufgaben für die Show.

  • Antonio ?Tony? Castro

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    Davon hatte er wohl lange nur geträumt. Jetzt durfte Antonio „Tony“ Castro, der Enkel von Kubas Ex-Präsident Fidel Castro, bei der Chanel-Show auf der Karibik-Insel dabei sein

Ebenfalls stolz in der Front Row: Mariela Castro, Tochter von Staatschef Raúl Castro und bekannte Homosexuellen-Aktivistin. „Endlich öffnet sich die Welt für Kuba“, sagte Mariela, „jeder möchte von der verbotenen Frucht kosten. Alle wollen Kuba entdecken und genießen.“

VIP-Schaulaufen in Havanna
Während die geladenen VIP-Gäste wie Tilda Swinton, Gisele Bündchen und Vanessa Paradis, die größtenteils in extra gemieteten US-Oldtimern vorfuhren, wie gewohnt ziemlich nah an dem ganz besonderen Runway saßen, mussten die Einheimischen hinter Polizei-Absperrungen abseits der großen Show warten, wie „Daily Mail“ berichtet.

  • Gisele Bündchen Kuba Chanel

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    Den Vip-Gästen wie Gisele Bündchen im Che-Guevara-Gedächtnis-Look und...

  • Alice Dellal Chanel Kuba

    Foto: dpa picture-alliance

    ... Chanel-Muse Alice Dellal gefiel die karibische Stimmung

Auf den bröckelnden Balkonen und Terrassen in der Nähe des Boulevards drängten sich trotzdem die Menschen, um einen Blick auf die Show zu erhaschen. Sie bildeten dabei in Shorts und T-Shirts den Gegenentwurf zum Chanel-Glitzer. Der Paseo del Prado liegt in einem ärmlichen Viertel von Havanna. Und wahrscheinlich wird sich keiner der Zaungäste jemals ein Teil von Chanel leisten können. Der Durchschnittslohn eines Kubaners beträgt rund 20 Dollar.

  • Chanel Cruise Kuba

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    Klassentrennung bei Chanel: Vorne Mode-Vips, auf den Balkonen das kubanische Volk. Letztere hatten wahrscheinlich sogar die schönere Perspektive auf die Mode, die sie sich wahrscheinlich nie im Leben leisten können werden

Das sozialistische Land unter der Führung von Präsident Raúl Castro (84) öffnet sich in den letzten Monaten zum Westen. Erst vor wenigen Monaten besuchte Barack Obama (54) als erster US-Präsident seit 1928 die Insel, zuletzt gaben die Rolling Stones ein Konzert in Havanna. Nur Karl war wieder mal als erstes dran, als er Kuba bereits im letzten Herbst als Show-Location buchte.

Schon allein für solche Geniestreiche wird Karl wohl ewig für Chanel dienen. Auch wenn aktuell darüber spekuliert wird, dass Ex-Saint-Laurent-Designer Hedi Slimane künftig eine Herrenlinie für Chanel aus dem Boden stampfen soll. Wahrscheinlich auch wieder eine von Karls tollkühnen Ideen, der schon immer ein Liebhaber des Slimane-Stils war und sich für seine Entwürfe sogar schlank hungerte.

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