Endlich Online-Store geplant
Chanel pfeift jetzt auf Exklusivität

Lange lehnte Chanel-Chef Karl Lagerfeld (81) es strikt ab, seine Produkte im Internet zu verkaufen. Nun hat er sich tatsächlich der Nachfrage gefügt: Im kommenden Jahr soll der Webshop des Luxus-Labels online gehen.

„Ich habe keinen Computer“, erklärte Modezar Karl Lagerfeld einst im Interview mit der „Zeit“, „ich bin mein eigener Computer und mein eigenes Google.“ Mit dem schnellebigen Internet wollte der Modezar grundsätzlich nichs zu tun haben, „E-Commerce“ war für ihn höchstens ein verhasstes Fremdwort – bis jetzt.

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Chanel launcht eigenen Web-Shop
Wie Chanel-Modechef Bruno Pavlovsky gegenüber dem Fachmagazin „Women’s Wear Daily“ bestätigte, wagt das Luxus-Label endlich den Schritt ins World Wide Web. „Wir probieren es aus“, so Pavlovsky. Im Geiste des geduldigen Schneiderhandwerks wird der Sprung ins Netz aber nicht überstürzt: „Wahrscheinlich wird es Ende nächsten Jahres soweit sein, im September“, so Pavlovsky.

Boutiquen behalten Priorität
Noch vor Jahresende jedoch sollen drei Submarken des Luxus-Konzerns ihre Online-Shops betreiben: die Handschuhmanufaktur Causse, Hüte von Maison Michel und das Kaschmirhaus Barrie Knitwear, von denen es nur wenige Verkaufsstandorte gibt. „So können wir diese spezifischen Produktkategorien besser zugänglich machen.“ Pavlovsky stellt aber auch klar: Der Kundenkontakt in den Geschäfts- und Verkaufsräumen behält oberste Priorität.

In der Moderne angekommen?
Ob wirtschaftliche Probleme der Grund für den Sinneswandel sind? Tatsächlich muss eine Marke wohl online verfügbar sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben – schließlich soll ja auch die moderne Zalando-Generation erreicht werden. Scheint ohnehin, als würde das Karlchen sich auf seine reifen Tage doch noch der Moderne öffnet: Im vergangenen Juni überraschte er erstmals mit einem Model-Casting im Internet.

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