Bundesrat will Pelztierhaltung verbieten
Diese Mode gefellt nicht mehr!

Tiere sollen nur noch dann getötet werden dürfen, „wenn es höherrangigen Interessen dient, erforderlich und verhältnismäßig ist“ – so begründet die Vertretung der Länder einen neuen Gesetzesentwurf des Bundesrats, der die Haltung von Pelztieren in Deutschland verbieten soll. Doch die Überlegung stößt auf Kritik.

Der Bundesrat will „das Leiden der Tiere verhindern“, die nur zur Pelzgewinnung hingerichtet werden. Am vergangenen Freitag wurde der Gesetzesentwurf beschlossen – eigentlich im Sinne des Tierschutzes. Doch wie das Deutsche Pelz-Institut nun mit einem offiziellen Statement auf seinem Presseportal entgegnet, werde damit höchstens das Gegenteil erreicht.

  • Pelz bei Fendi

    Foto: Getty Images

    Pelzmäntel, wie dieser hier von Fendi, sollen laut einem neuen Gesetzentwurf in Deutschland künftig nicht mehr hergestellt werden

Ein „Schlag gegen den Tierschutz“
So sei die Nachfrage nach Pelz in Deutschland „legitim“ und werde vorerst nicht sinken. Sollte sich das neue Gesetz durchsetzen, würde die Pelzproduktion daher nicht gestoppt werden, sondern lediglich nach Osten abwandern – für die Situation der Tiere eine Verschlechterung. In Deutschland wenigstens hätte die Mehrheit der deutschen Pelztierzüchter eine Ausbildung zum Tierwirt abgeschlossen.

Entwurf noch nicht verabschiedet
Laut dem Institut haben die Entscheidungsträger im Bundesrat „sich bei der Entscheidung von der emotionalen Agenda der Tierrechtsbewegung leiten lassen.“ Wie dem auch sei: Verschiedene Parteien äußerten sich bereits zustimmend; der Deutsche Tierschutzbund sowieso. Am Freitag wurde der Gesetzesentwurf der Bundesregierung vorgelegt, die nun sechs Wochen lang Zeit hat, sich dazu zu äußern und den Entwurf an den Bundestag weiterzuleiten.

Viele Unternehmen verzichten freiwillig
Auch ohne entsprechendes Gesetz nehmen einige Textilunternehmen bereits Abstand von Zuchtpelz. So hat etwa Hugo Boss kürzlich erklärt, ab dem kommenden Jahr vollständig „pelzfrei“ arbeiten zu wollen; nach dem Vorbild von Labels wie Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Stella McCartney, ASOS und Zara.

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