Hervé-Léger-Chef diskriminiert Frauen
Dieses Kleid sei an Lesben und Dicken verboten

Das berühmte Bandage-Dress von Hervé Léger kann nicht einfach jede tragen – und das liegt nicht etwa am Verkaufspreis von über 1000 Euro... Patrick Couderc, UK-Vertriebsleiter des Luxuslabels, will darin nur Frauen mit perfekter Figur sehen. Und sogar ihre sexuelle Orientierung spielt eine Rolle!

Unzählige Promi-Damen, darunter Topmodels wie Irina Shayk (29), Petra Němcová (36) und „The Body“ Elle Macpherson (51), trugen das ikonische Bandage-Dress bereits auf dem roten Teppich: ein enganliegendes, kurzes Abendkleid des französischen Modehauses Hervé Léger. Und damit kann Vertriebsleiter Patrick Couderc sehr gut leben. Aber wehe, Frauen mit weniger Modelmaßen wagen sich an das enganliegende Schlauchkleid!

  • das Bandage-Dress von Hervé Léger

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    Foto: Getty Images

    Das berühmte Bandage-Dress von Hervé Léger gibt es seit den 80er-Jahren und bis heute in immer neuen Ausführungen. Schon diverse Promi-Damen haben es bereits getragen – darunter ....

Ausschlusskriterien für das Kultkleid
Geht es nach Couderc, halten „üppige“ Damen und solche mit „markanten Hüften und sehr flacher Brust“ sich besser vom berühmten Bandage-Dress fern. Das Design sei für sie nicht gedacht, so der Hervé-Léger-Mitarbeiter gegenüber der britischen „Mail on Sunday“, und ungeeignete Trägerinnen würden sich beim Anblick ihres Spiegelbildes ohnehin „fett“ und unglücklich fühlen.

Auch homosexuelle Frauen will sich Couderc in dem Look nicht vorstellen – aber das müsse er wohl gar nicht erst. „Überzeugte Lesben, die ihr ganzes Leben lang Hosen tragen, würden sowieso kein Hervé-Léger-Kleid kaufen.“ Schließlich mögen diese es laut Couderc lieber „maskulin und gemütlich“. Wie bitte?

Frauen auf der ganzen Welt entsetzt
Wenig überraschend ließ der Shitstorm über seine diskriminierenden Äußerungen nicht lange auf sich warten. Twitter-Nutzerin Amy Lamé etwa bezeichnet Hervé Léger als „lesbenfeindlich und körperfaschistisch“. Auch US-Schauspielerin Margaret Cho (46) postete vor wenigen Stunden: „Sch**** auf Designer und Mode, die Body-Shaming betreiben“.

Patrick Couderc inzwischen entlassen
Das Label hat Konsequenzen gezogen – und sich von seinem kontroversen Mitarbeiter getrennt, wie aus einem offiziellen Statement hervorgeht. „Patrick Coudercs Bemerkungen sind absolut nicht repräsentativ für die Hervé-Léger-Markenphilosophie, die Sinnlichkeit, Glamour und Weiblichkeit zelebriert“, steht es da, „ohne zu diskriminieren.“ Das Modehaus bedauere es zutiefst, sollte der inzwischen abgedankte Vertriebsleiter jemanden beleidigt haben.

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