„Baguette“ von Fendi wird 15
von Stephanie Beckmann
Die Mutter aller It-Bags feiert Geburtstag

Sarah Jessica Parker machte sie als Carrie Bradshaw in der Serie „Sex and the City“ berühmt: Die Fendi-Tasche namens „Baguette“ wurde in den 90-er-Jahren zur absoluten It-Bag, die jeder haben wollte. Das ist nun 15 Jahre her. STYLEBOOK sagt herzlichen Glückwunsch und erklärt das Phänomen.

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    Foto: Face to Face

    Sie machte die Fendi-Baguette in den 90ern berühmt: Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw in der Serie „Sex and the City“

Un baguette s’il vous plaît! Diesen Satz würden wir gerne mal in einer Fendi-Boutique loswerden. Dort bekämen wir für unser Geld keine Stange Weißbrot, sondern eine kleine, bezaubernde Handtasche, die uns schwer an die 90er erinnert. Der Haken an dieser Träumerei: Die Baguette-Bag von Fendi kostet natürlich mehr als Einsfünfzig. Der Preis für ein aktuelles Modell liegt bei ca. 1.160 Euro.

Aber das war für Carrie Bradshaw, in der Kult-Serie „Sex and the City“ gespielt von Sarah Jessica Parker, auch keine Ausrede. Statt fürs Essen oder ihr Zuhause gab Carrie lieber Geld für Klamotten aus. Sarah Jessica war dann auch die erste Berühmtheit, die sich die Fendi-Baguette auf dem roten Teppich unter den Arm klemmte. Und die Tasche wurde zum festen Mitglied der Serie: Sie wurde Carrie auf offener Straße gewaltsam entrissen und war verantwortlich dafür, dass Samantha (Kim Cattrall) und die Mädels aus Hugh Hefners Playboy-Villa flogen. Schließlich beschuldigte „Sam“ eines der anwesenden Playmate-Bunnys, ihr die (sogar gefälschte!) Fendi geklaut zu haben – was für eine Blamage!

War sie in Europa bereits ein kleiner Star, kam der internationale Hype um diese Tasche erst mit der Stilikone aus der Serie, Sarah Jessica Parker. Auch Madonna und Julia Roberts trugen bald eine. Und die Warteliste für das begehrte It-Piece wurde immer länger. Es war überhaupt das erste Mal, dass man auf eine Tasche warten musste. „Ein verrückter Moment“, erinnert sich die Designerin Silvia Venturini Fendi im Interview mit der britischen „Financial Times“. „Menschen bettelten, um auf der Warteliste ganz vorne zu stehen.“ Trotz schwindelerregender Preise.

Auch Sarah Jessica Parker erinnert sich: „Fendi war wirklich das erste große Design-Haus, das uns Dinge zur Verfügung gestellt hat, zu allererst die Baguette-Bag. Das war ein großer Deal, öffnete uns die Türen zu anderen Modehäusern und beeinflusste sogar die Handlung der Serie. Speziell Carries Eigenschaft, viel Geld für Mode auszugeben“ verrät sie in dem Buch „The Fendi Baguette Book“, das nun zu Ehren des Täschchens vom New Yorker Rizzoli-Verlag herausgebracht wird. Sarah Jessica Parker besitzt zwei Modelle, die sie extra für ihre beiden Töchter aufbewahrt.

Silvia Venturini Fendi kreierte die Baguette-Bag 1997 – eine Kampfansage an den praktischen Shopper und die henkellose, unpraktische Clutch, die zu dieser Zeit modisch gesehen Pause machten. Das rechteckige Täschchen, in dem gerade einmal Portemonnaie, Schminke, Handy (und Carries Zigaretten) Platz hatten, wurde unter die Schulter geklemmt, so wie das französische Stangenbrot, das der Tasche schließlich ihren Namen gab.

Mittlerweile wird das Modell in rund 700 verschiedenen Variationen herausgebracht, darunter auch Entwürfe von Künstlern wie Damien Hirst und Jeff Koons. Es gibt sie in allen erdenklichen Materialien, Farben, Mustern und mit Verzierungen wie Stickereien und Pailletten. Nur die Form bleibt immer unverändert und das FF-Logo auf der Schnalle ist immer präsent.  

Aktuell feiert die Baguette ein spürbares Comeback und ist wieder vermehrt an prominenten Damen wie Frieda Pinto, Kelly Preston oder Sharon Stone zu entdecken. Allerdings baumelt sie seltener an der Schulter, als lässig am Handgelenk – so trägt man die Fendi heute.

Anlässlich des 15. Geburtstags ließ Silvia Venturini Fendi ihre sechs liebsten Modelle wieder herstellen, limitiert erhältlich ab Juni. Das „ Fendi Baguette“-Buch hat über 250 Seiten und nun wissen wir auch warum: Es gibt viel zu sagen über diese kleine Tasche!

Das italienische Traditionshaus Fendi besteht bereits seit 1925. Neben Karl Lagerfeld, der seit 1965 Chefdesigner bei Fendi ist, haben die Erben Anna und Silvia Venturini Fendi kreative Kompetenzen.

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