Atelierbesuch bei Frida Weyer
von Özlem Evans
„Ich möchte die deutsche Vera Wang werden!“

Frida Weyer (33) feierte bei der Berliner Fashion Week im Juli 2011 doppelt Premiere. Zum ersten Mal liefen ihre Models nicht offsite über den Laufsteg, sondern direkt im Mercedes-Benz-Zelt vor dem Brandenburger Tor. Und zum ersten Mal setzte das Wunderkind unter den deutschen Designern mit ihrer Ready-To-Wear-Kollektion „City Fever“ nicht nur auf glamouröse Cocktailkleider, sondern auch auf alltagstaugliche Kreationen.

Ihre Looks für den nächsten Frühjahr/Sommer: Kleider, Jumpsuits, Haremshosen und Oberteile aus Seide, Chiffon und Jersey. Fröhlich, sexy, leicht, immer weiblich. Doch auch im Casual-Bereich lässt sich Frida Weyers Handschrift deutlich erkennen: Jedes Teil ist elegant, hat einen Hauch High-End. Auch beim obligatorischen Big-Bang am Ende der Show – dem Brautkleid – ließ es sich Weyer nicht nehmen, ihre Show mit einem Haute-Couture-Abschluss zu krönen.
 
Zwei Wochen danach ist von Hektik nichts mehr zu spüren. Frida Weyer arbeitet in ihrem Atelier in Berlin-Kreuzberg die Bestellungen ab, bereitet sich auf die nächste Messe vor. Sie ist erleichtert, die Resonanz ist positiv und motivierend. Kollegin Jette Joop saß bei ihrer Show in der ersten Reihe. Schauspielerinnen Natalia Avelon und Julia Dietze sind große Fans ihrer Kreationen, werden regelmäßig mit ihren Designs ausgestattet.

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    Foto: Getty Images

    Frida Weyer

    Frida Weyer auf der Berlin Fashion Week im Juli dieses Jahres

Erst Ende 2008 gründete die Berlinerin ihr eigenes Label. Edle Abendroben, traumhafte Brautkleider – schnell wurde Weyer zum Shooting-Star der Modewelt. Im Januar 2009 debütierte sie bei der Berliner Fashion Week ihre erste Kollektion, gewann im gleichen Jahr die „Premium Young Designers“ und den „New Faces“-Award.
 
Galliano sagte „Non!“

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Ihre Vorbilder: Elie Saab, Oscar de la Renta, Chanel. Ein eigenes Label zu gründen, war für die Berlinerin eher Plan B. Nach dem Abschluss der Modeschule „Esmod“ wollte Frida Weyer eigentlich nach Frankreich.
 
„Ich wollte, wenn dann, nur zu einem Designer: John Galliano – nach Paris. Ich habe mich dort beworben und die haben mich etwas schockiert angerufen und meinten, das war ihnen etwas zu verrückt, was ich gezeichnet habe. Der Traum, für ein großes Pariser Label zu arbeiten, war geplatzt und bin schnurstracks in eine andere Richtung.“
 
Der nächste Schritt soll sie über den großen Teich führen: Frida Weyer fliegt demnächst erneut nach New York, erste Gespräche mit großen Kaufhäusern wie „Saks Fifth Avenue“ sind schon gelaufen.
 
Trotzdem will Frida Weyer weiterhin in Deutschland mit ihren Roben und Brautkleidern Mädchenträume wahr werden lassen. „Ich habe ein Jahr lang in Amerika gelebt. Wenn eine Amerikanerin heiratet, ist klar, dass es ein Kleid von Vera Wang sein muss. Ich versuche hier, die deutsche Vera Wang zu werden.“

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