Thema

„Vogue“-Chefin Anna Wintour gibt Job-Nachhilfe
von Stephanie Neubert
6 Tipps wie Sie erfolgreicher Designer werden

Wenn jemand weiß, wie man im Fashionbusiness Erfolg hat, dann sie: Anna Wintour (64). Jetzt erteilte die Chefin der amerikanischen „Vogue“ den Studenten des renommierten Londoner „Central Saint Martins“-College höchstpersönlich sechs Lektionen für eine Karriere in der Modebranche.

Anna Wintour ist seit 1988 Chefredekateurin der US-„Vogue“ – und damit eine der einflussreichsten Frauen im Modebusiness. Wen sie gut findet, kann mit ihrer Unterstützung rechnen – und legt dann meist auch eine erfolgreiche Karriere hin. Beste Beispiele: Marc Jacobs, Alexander Wang und Proenza Schouler. Mode-Studenten des Londoner „Central Saint Martins“-College kamen jetzt in den Genuss eines Karriere-Coachings von Anna Wintour höchstpersönlich.

Anzeige

Aufgepasst, denn diese Tipps könnten sich auch für Sie und Ihr (Fashion-)Business auszahlen:

1. Lassen Sie sich Zeit
„Viele Nachwuchsdesigner machen den Fehler, direkt nach dem Abschluss ihr eigenes Label zu gründen. Ich finde es sinnvoller, erst einmal bei einem renommierten Designer oder Modehaus zu arbeiten“, verrät Anna. Warum? Nur so werden Sie die nötige Berufserfahrung sammeln, um herauszufinden, in welche Richtung Sie gehen wollen.

2. Stürzen Sie sich nicht in den Ruin
„Ich sehe immer wieder Absolventen, die unglaublich viel Geld für aufwendige Modenschauen ausgeben. Dabei ist das gar nicht notwendig!“, weiß Wintour. „Eine kleine, kreative Präsentation ist viel persönlicher und gibt uns beim Small-Talk sogar die Möglichkeit, Sie kennenzulernen.“ Bei einer Modenschau wartet man in einem dunklen Raum, bis die Show beginnt und rennt danach sofort zur nächsten Show. Für Gespräche mit dem Designer bleibt da keine Zeit.

3. Seien Sie überzeugt von sich
Schüchterne, die Ihrem Gegenüber nicht ins Gesicht schauen können, haben's in der Modebranche schwer. „Heutzutage muss ein Designer interagieren und sich selbst präsentieren können“, weiß die Chefin der US-„Vogue“. Designer müssen Ihre Visonen verkaufen können. So muss auch jeder, der sich bei Annas Projekt „Vogue Fashion Fund“ bewirbt, ein Video von sich einschicken, um als Jung-Designer gefördert zu werden.

4. Likes auf Instagram sind kein Erfolgsbarometer
„Dank Twitter und Instagram kann zwar jeder von heute auf morgen berühmt werden, aber damit Sie als Modedesigner langfristig finanziellen Erfolg haben, müssen Sie mehr dafür tun, als ein paar Bilder zu posten und Likes zu sammeln“, so Anna und liegt damit goldrichtig.

5. Suchen Sie sich einen Geschäftspartner
„Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Kreative Köpfe sind selten knallharte Geschäftsleute“, so Wintour. Also: Überlassen Sie den finanziellen Part jemand anderem. So können Sie sich in vollem Umfang auf die kreative Seite Ihrer Arbeit konzentrieren. „Das führte auch bei Alexander Wang und seinem Bruder Dennis, Marc Jacobs und Robert Duffy und Christopher Kane und seiner Schwester Tammy zum Erfolg“, verrät Wintour und fügt hinzu: „Außerdem ist es immer besser, wenn man sich mit einer Person austauschen kann.“

6. Konzentrieren Sie sich auf Mid-Season-Kollektionen
„Wenn Sie den höchstmöglichen Profit mit Ihrem Label machen wollen, sollten Sie auf Resort- and Pre-Fall-Linien setzen, denn die bringen das meiste Geld“, sagt Wintour und ergänzt: „Zwischen-Kollektionen machen 80 Prozent des Hauptumsatzes von führenden Boutiquen und Kaufhäusern aus. Glauben Sie mir: Davon werden Sie am Ende Ihre Rechnungen zahlen können.“ Na dann!


Kommentare


Blogs