Altes Netz, neue Konzepte
So geht Online-Shopping 3.0

Klamotten, Schuhe und Kosmetik bequem von Zuhause online shoppen – mittlerweile ein alter Hut. Doch um webverliebte Fashionistas heute hinterm Ofen hervorzuholen, haben Startups längst innovativere Online-Shopping-Konzepte entwickelt. Welche? STYLEBOOK hat sich im virtuellen Kaufhaus 2013 umgeschaut.

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    Foto: PR

    Cybershopping 3.0

    Einfach nur seine Garderobe online ordern ist mittlerweile last season! Einige Start-ups denken bereits viel weiter in die Zukunft des Online-Shoppings

Leihen statt kaufen
Das ist das Prinzip der Seiten Pretalouer und Dresscoded. Ähnlich dem Car-Sharing-Konzept, können sich Frauen dort teure Designerkleider für vier bis acht Tage ausleihen, ohne sie gleich kaufen zu müssen. Das lohnt sich: Bei Pretalouer beträgt die Leihgebühr für ein Kleid vom deutschen Highclass-Label Wunderkind 190 Euro, inkl. Reinigung und Versand. Im Laden würde das gute Stück ca. 2200 Euro kosten. Da ist die Leih-Idee doch dreifach praktischer: 1. Geld gespart. 2. Der Kleiderschrank wird nicht noch voller. 3. Perfekt gestylt. „Momentan haben wir 50 Kleider im Angebot, von deutschen Nachwuchsdesignern wie Issever Bahri und Michael Sonntag bis zu etablierten Labels wie Wunderkind und Alexis Mabille“, erzählt uns Pretalouer-Gründerin Margarita Kozakiewicz. Das Sortiment soll stückweise erweitert werden, demnächst kommen auch Mäntel und Smokings für Herren hinzu.

Personalshopper für Männer
Das Phänomen „Mode- und Shoppingmuffel Mann“ wollen die Macher von Modomoto und Outfittery bekämpfen. In diesen Online-Shops kauft nicht der Kunde ein, sondern der Händler für den Kunden. „Curated Shopping“ heißt das Konzept. Der männliche Neukunde muss nach der Registrierung kurz ein paar Fragen zu seinem Kleidungsstil und seiner Konfektionsgröße beantworten. Anschließend klärt ein Stylist telefonisch noch ein paar individuelle Wünsche und Abneigungen. Dann bekommt der Kunde per Post zwei bis drei auf seinen Typ abgestimmte Outfits zugeschickt. Was nicht passt oder gefällt wird einfach zurückgesendet.

Beim Einkauf im Online-Shop halte ich mich immer an folgende Regeln: 1. Immer die angegebenen Größen und Maße mit gut sitzenden Stücken aus der bereits vorhandenen Garderobe vergleichen, um nervige Umtauscherei zu vermeiden. 2. Genau die Geschäftsbedingungen durchlesen, insbesondere die Punkte Umtausch, Bezahlung, Garantie und Rückerstattung. 3. Der sicherste Einkauf im Netz ist immer noch per Rechnung oder Zahlungsvermittler wie Paypal.

Thomas Helbing Stylebook,
Redaktion

Das maßgeschneiderte Parfüm
Ein Duft von der Stange ist Ihnen zu langweilig? Auch dafür gibt's etwas im Einkaufs-Netz. Bei MyParfum dauert es nur ein paar Klicks bis das individuelle Parfüm je nach Duftvorlieben, Laune, Anlass usw. fertig ist. Ein „Duftkompass“ hilft, dass man mit seiner Duft-Vorstellung nicht gründlich daneben liegt. Über zehn Millionen Kombinationen sind möglich. Heißt: Am Ende hält man wirklich ein Unikat zum Preis zwischen 40 und 70 Euro in den Händen. Auch der Flakon kann ganz individuell gestaltet werden. Ein Duft, der einmal komponiert wurde, kann jederzeit erneut bestellt werden, da die Kreation eine ID bekommt. Die Macher von MyParfum versichern, dass die Inhaltsstoffe und die Herstellung von Hand und höchster Qualität seien. Einziges Manko: Man kann den Duft nicht wie in der Parfümerie ums Eck vorab schnuppern. Da aber noch kein Profi-Parfümeur vom Himmel gefallen ist, kann der Duft, sollte er nicht gefallen, problemlos zurückgegeben werden.

Die Trends von morgen schon heute kaufen

Das geht! Das Zauberwort heißt Pre-Order und revolutioniert gerade die Fashionbranche.  Dabei bieten einige Labels wie Burberry oder Topshop ihren Kunden die Möglichkeit, ihre Kollektionen direkt vom Laufsteg vorzubestellen. Lieferung: Wochen bevor die Sachen in die Läden kommen. Ein ähnlicher Ansatz steckt in Moda Operandi. Auch dort kann man Runway-Kollektionen ausgewählter Designer wie Marc Jacobs, Valentino oder Marni bereits 48 Stunden nach der Show bestellen – und zwar Teile, die es meist in den normalen Handel gar nicht schaffen würden. Wie das? Nicht alles was auf dem Runway bei den Fashion Weeks zu sehen ist, kann später auch tatsächlich im Laden gekauft werden. Das hängt nämlich davon ab, welche Teile die Einkäufer ordern. Jetzt kommt das Konzept von Moda Operandi ins Spiel, das Designer und Kunden gleichzeitig glücklich macht: Dort können auch die sogeannten Show-Pieces in jeder Größe geordert werden, die anschließend auch genäht werden. Der Kunde zahlt 50 Prozent des Kaufpreises an, der Rest wird bei Lieferung fällig. Drei bis sechs Monate beträgt die produktionsbedingte Wartezeit. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Der Outfit-Automat

Pinterest war 2012 das neueste Ding im Netz, bei dem jeder sein musste. Dort können Nutzer Bilder von Haarschnitten, Mode oder hübsch eingerichteten Wohnungen auf eine virtuelle Pinnwand heften und mit der Community teilen. Ähnlich funktioniert das Internetportal Picalook. Mit einem Unterschied: Es ist ein Online-Shop. Wie das? Auch hier kann man ein Foto von seiner Lieblings-Fashionista oder -Modebloggerin, seinem Hollywood-Idol oder der besten Freundin „pinnen“. Danach durchsucht ein System mehr als 200 Internetshops nach gleichen oder ähnlichen Kleidern, mitsamt Preis und Einkaufsquelle. Ausgedacht haben sich das ausgerechnet zwei Männer, die beiden Hamburger Daniel Raschke und Sebastian Kielmann. Frauen werden sie für diese Idee vergöttern.

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