Das hat sich gewaschen
von Thomas Helbing
Diese 9 Pflegefehler ruinieren Ihre Kleidung

Die richtige Textilpflege ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Muss ich Jeanshosen auf links drehen? Gehört der Kaschmirpullover in die Waschmaschine? Und wäscht Pulver nun besser als Flüssigwaschmittel? Wir verraten die häufigsten Fehler und Irrtümer übers Wäsche waschen und geben Tipps, die die Haltbarkeit Ihrer Lieblingsstücke verlängern.

1. Fehler: Sie haben das falsche Waschprogramm eingestellt!
90, 60 oder 40 Grad? Schleudern, Vorwäsche, Schonwaschgang? Erste Hilfe für die richtige Pflege bieten die Waschsymbole, die in keinem Textil fehlen sollten. Allerdings wird vom Produzenten (aus Reklamationsgründen) dort oft eine geringere Temperatur angeben, als möglich wäre. Oft sogar gleich eine überflüssige chemische Reinigung empfohlen. Folgende Anleitung empfiehlt sich:
Baumwolle: weiß bei 60°C, farbig bei 40°C, es muss kein Schonwaschgang sein, da Baumwolle stark mechanisch beansprucht werden kann. 90°C ist überflüssig.
Leinen, Hanf (Bastfasern): 60°C Schonwäsche. Sonst kann die Faser knittern und brüchig werden. Auf keinen Fall schleudern.
Viskose: Schonwäsche 30-40°C, da sie stark knittert und nass leicht reißt!
Synthetischen Chemiefasern: Werden bei  30-40°C sauber, wenn sie nicht zu lange ungewaschen liegen bleiben. Also, rasch damit ab in die Waschmaschine!
Seide: Feine Seidenblusen können per Hand mit lauwarmem Wasser, leichter Bewegung, mit Woll- oder flüssigem Buntwaschmittel gewaschen werden.

  • Tipps für die Wäschepflege

    Foto: getty images

    Alles rein, Klappe zu und los? Das ist zwar bequem, aber nicht unbedingt gut für die Kleidung. Wer lange Freude an seinen Lieblingsteilen haben möchte, muss einige Waschregeln beachten

2. Fehler: Sie sortieren Ihre Wäsche nicht!
Sie stopfen alles gleichzeitig in die Maschine und wundern sich, dass Weißes grau aussieht und Buntes verblasst. Deshalb gilt: Weiß und Bunt immer trennen, Schwarz und Dunkelgrau am besten extra waschen. Raw Denim, wenn überhaupt, unbedingt separat waschen. Feine Strümpfe und Dessous zum Schutz immer im Netz in die Waschtrommel geben. 

3. Fehler: Sie trocknen Ihre Wäsche falsch!
Hängen, wringen, legen – wie trockne ich richtig? Alles aus Baumwolle und Leinen kann auf den Wäschetrockner, da diese Gewebe mit Dampf wieder glatt gebügelt werden können. Wolltextilien leicht ausdrücken und liegend trocknen. Ebenso Maschenwaren, weil sie ansonsten ausleiern können. Auch Viskose-Kleider und -Röcke liegend trocknen, da Viskose keine gut Nassfestigkeit hat. Chemiefasern werden auf dem Bügel oder liegend getrocknet. Im nassen Zustand sind auch diese Teile formempfindlich.

4. Fehler: Sie benutzen einen Wäschetrockner!
Elektronische Wäschetrockner sind zwar praktisch, aber weder gut für Ihre Kleidung und schon gar nicht für die Umwelt. Sinnvoll ist es, die Wäsche auf der Leine im Wind trocknen zu lassen. Wenn überhaupt, sind nur Baumwolle und evtl. Baumwoll-Mischgewebe geeignet für den Trockner. Aber: Fast alle Textilien leiden durch die Temperaturtrocknung bei gleichzeitiger mechanischer Belastung. Und der hohe Energieverbrauch steht nicht im Verhältnis zum Ergebnis.

5. Fehler: Sie waschen zu oft!
Bei manchen Stücken gilt: Weniger waschen ist mehr! Dazu zählen Denim und Wolle. Sämtliche Kleidungsstücke aus Wolle wie Kaschmir, Schur-, Merino-, Alpaka- oder Angorawolle besitzen die tolle, natürliche Eigenschaft sich selbst zu reinigen, selbst fiese Gerüche werden durch einfaches Auslüften entfernt. Wer seine Wollsachen ständig wäscht, muss sich über unschöne Knötchen nicht wundern und darüber, dass das Stück seine Form verliert.

6. Fehler: Sie waschen Ihre Jeans
Jeanshosen sollten möglichst nie gewaschen werden. Die Hose büßt mit jedem Waschgang an Farbe und Passform ein. Kein Wunder also, dass es beim französischen Denim-Enthusiast A.P.C. sogar eine „No-Wash-Policy“ im Mitarbeiterhandbuch gibt. Sollte die Jeans doch mal ein Refreshment brauchen: „Legen Sie die Jeans über Nacht in die Tiefkühltruhe. Das funktioniert sehr gut, die Jeans riechen dann wieder frisch und das Einfrieren lässt Keime und Bakterien absterben“, verrät Levi’s Germany PR-Manager Christian Meister im STYLEBOOK-Interview.

7. Fehler: Sie benutzen keinen Weichspüler
Bevor jetzt der erhobene Zeigefinger kommt, weil Weichspüler nicht gut für die Umwelt ist – er verbessert das Tragegefühl, verhindert die elektrostatische Aufladung bei Synthetikfasern, erleichtert das Bügeln (Ernergieersparnis!!!). Wie immer ist die Menge entscheidend! Zu viel belastet die Umwelt. Und es sollte darauf geachtet werden, dass nur Produkte mit biologisch abbaubaren Tensiden verwendet werden. 

8. Fehler: Sportkleidung in den Wäschekorb
Nach dem Workout schmeißen wir verschwitzte Socken, Sport-BHs und Funktions-T-Shirts gerne direkt in den Wäschekorb, weil sie dann aus Riechweite sind. Doch nass geschwitzte Teile fangen, eingesperrt im Wäschekorb, nach kürzester Zeit so richtig an zu miefen. Besser: Lieber vorher trocknen lassen und dann rasch waschen. Fieser Modergeruch geht nämlich auch nach vielen Waschmaschinengängen nie ganz weg.

9. Fehler: Sie haben keine Reinigung des Vertrauens
Manche Kleidungsstücke gibt man besser in die chemische Reinigung, z. B. beschichtete Textilien, die nicht waschmaschinenbeständig sind. Oder Jacken, Mäntel und Kostüme, die aus verschieden Materialien bestehen und durch das Waschen unterschiedlich einlaufen könnten. Eine gute Reinigung ist oftmals schwieriger zu finden als der Partner fürs Leben. Hier hilft nichts als suchen. Ein guter Anfang: Die Reinigung sollte sich als Fachbetrieb beweisen, mit Beratung und guten Textilkenntnissen.

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