Zara | Darum macht die Textilkette Mega-Gewinne

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554 Millionen Euro Gewinn in 3 Monaten
5 Gründe, warum Zara allen davon zieht

Während die Modebranche, vor allem im High-Street-Sektor, bestenfalls stagniert, vermeldet Zara immer neue Erfolgsbilanzen: Die spanische Textil-Kette wächst und wächst und macht Rekordgewinne. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Mainstream-Labels?

Zuerst, Zähne zusammenbeißen: ein paar Zahlen und Fakten.

Zara gehört zum spanischen Textil-Giganten Inditex, einem der größten Textil-Unternehmen der Welt. Auch die Modeketten Massimo Dutti und Bershka gehören dazu. In den letzten drei Monaten machte Inditex 554 Millionen Euro Gewinn. Zara gilt dabei als der größte Gewinnbringer des Unternehmens, die Kette expandiert stetig. Die Konkurrenz, vor allem H&M, schwächelt hingegen.

  • Zara-Kampagne

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    Feierstimmung bei Zara: Der Textilkonzern vermeldet Rekordgewinne während der Rest der Branche schwächelt

Aber: Allein in Zahlen lässt sich der Erfolg von Zara kaum beschreiben. Eher: in einer Mischung aus Trendgeflüster und Erschwinglichkeit. Warum lieben wir Zara? STYLEBOOK sind fünf Gründe eingefallen:

1. High Street meets Haute Couture
Keine große Modekette setzt aktuelle Laufsteg-Einflüsse so rasant um wie Zara. Eben läuft der Granny-Trend noch bei Gucci über den Catwalk – eine Woche später hängt er in den Zara-Filialen. Das spanische Modehaus nimmt den Begriff „Inspiration“ dabei zuweilen wörtlich: Muster, Schnitte, Materialien ähneln den Vorlagen häufig bis ins Detail. Das kann man kritisch sehen, fest steht aber: Wer sich teure Designer nicht leisten kann, kauft sich aktuelle Key-Pieces zu weltlichen Preisen eben hier.

  • Zara Kollektion

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    Sieht aus wie Chanel – ist aber Zara

Die Schnelligkeit geht bisweilen sogar so weit, dass Zara seine Kollektionen auf den Wetterbericht hinschneidern lässt: Schlägt das Wetter im Hochsommer um, hängen plötzlich Wollpullis und Regenjacken in den Regalen. Wie das geht? Bei Zara gibt es Kollektionen im herkömmlichen Sinn gar nicht mehr. Dort starten beliebige Stücke zu beliebigen Zeiten in kleinen Stückzahlen in den Geschäften und werden nachgeliefert, wenn die Kundschaft nachfragt. Stücke, die sich nach einer Woche nicht gut verkaufen, verschwinden. Das geht auch nur, weil die Produktionswege kurz gehalten werden, u. a. mit eigenen Fabriken in Europa.

2. Der Zeitgeist: modern und hochwertig
Die Aura von Zara ist cool und trendy – aber nie billig. Die Kampagnen etwa sehen eher nach Designer-, als nach Günstig-Mode aus. Nicht zuletzt, weil das Unternehmen immer tolle Models für seine Kampagnen verpflichtet: zum Beispiel Stella Tennant oder aktuell Greta Varlese und Ruth Bell. Moderne Stars der Branche, die sonst bei den internationalen Fashion Weeks über die Laufstege wichtiger Modehäuser laufen.

  • Zara-Kamapgne

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    Modeln aktuell für Zara: Model-Superstars Ruth Bell, ja die mit der Igelfrisur, und Greta Varlese. Die laufen sonst für Hochkaräter wie Givenchy, Chanel und Louis Vuitton über den Catwalk

3. Attraktives Shopping: analog...   
Wo viele Leute einkaufen, wird es immer eng und ab mittags auch unordentlich. Das war lange ein Problem bei Zara – die Atmosphäre in den Geschäften rutschte schnell in Richtung Wühltisch ab. Das hat die Modekette vor einigen Jahren geändert. Das neue Konzept: weniger Klamotten auf mehr Fläche, attraktiv gestylte Puppen und Auslagen, insgesamt ein exklusiver anmutendes Boutiquen-Flair. Das macht Spaß und gibt den Designs der Stücke mehr Raum.

  • Zara Filiale in Madrid

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    Zara Filiale in Madrid

4. ... und online
Einfach, schnell – und kostenlos im Versand, wenn man sich die Bestellung in eine Filiale in der Nähe liefern lässt. Der Online-Shop von Zara ist auf inspirierende Art und Weise schön schlicht. Hier kann man auch mal nur für Styling-Ideen vorbeischauen. 

5. Zara Home
Vor wenigen Jahren startete Zara eine Interieur-Linie ganz nach der Zara-Philosophie: moderne Optiken, erschwinglich im Preis. Das ist, man darf es ruhig sagen, eine angenehme Abwechslung zu Ikea. Aus der Nische ist längst ein zweites Standbein geworden. Vor allem im Online-Bereich sind Heimtextilien von Zara längst ein Renner.

Übrigens: Inditex-Gründer Amancio Ortega ist laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ der zweitreichste Mann der Welt. Sein Vermögen wird auf 71,6 Milliarden Dollar (rund 63,7 Mrd. Euro) geschätzt. Die erste Zara-Filiale eröffnete er 1975 in Spanien, Deutschland zog erst 1999 nach. Inzwischen gibt es bei uns über 60 Zara-Shops in mehr als 40 Städten, weltweit sind es über 2000 Geschäfte in 84 Ländern auf vier Kontinenten.

  • Amancio Ortega

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    Amancio Ortega – zweitreichster Mann der Welt nach Bill Gates und Zara-Erfinder


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