Flats sind gesund? Von wegen!
5 Fakten, wie flache Schuhe Füßen schaden

Bei Diskussionen über gesundheitsschädliches Schuhwerk denkt die Mehrheit zuerst an hohe Hacken. Viele wissen nicht, dass auch flache Schuhe für Fehlstellungen und Schmerzen verantwortlich sein können.

Ballerina, Flip Flops und Sandalen – flache Schuhe sind aus unseren Schuhschränken schon lange nicht mehr wegzudenken und werden mittlerweile zu allem kombiniert. Auch deshalb, weil High Heels wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf die Fuß-Gesundheit in Verruf geraten sind. Doch was viele nicht wissen: Auch Flats, ja sogar Sneaker, können ungesund sein. Kein Scherz!

Fakt 1: Infektionen durch Ballerinas
Ballerinas sind oftmals schmal und filigran geschnitten. Nicht zuletzt um ihrem Namen gerecht zu werden. Das Problem: Dabei werden die Zehen eng zusammengepresst, wodurch diese aneinander reiben und extrem schwitzen. Somit besteht die Gefahr für Infektionen, abgesehen von schmerzenden Blasen. Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Zehen atmen können. 

  • Blaue Loafer Streetstyle

    Foto: Getty Images

    Bei flachen Schuhen sollten Sie auf Qualität achten! Die Sohle sollte nicht zu weich und nicht zu starr sein, das Fußbett gepolstert. Ein kleiner Absatz von ca. zwei Zentimetern optimiert die Gewichtsverteilung

Fakt 2: Schmerzen beim Laufen
Ganz flache Schuhe, wie z. B. Ballerina oder Schnürer, unterstützen nicht die natürliche Kurve des Fußes, weshalb dieser beim Laufen doppelt so viel arbeiten muss. Die fehlende Dämpfung bei Flats kann zu Schmerzen im Fußgewölbe, Entzündungen der Knochenhaut im Schienbein und zu rissigen Fersen führen. Auch langfristige Haltungsschäden sind die Ursache flacher, harter Sohlen.

Fakt 3: Flips Flops verursachen Rücken-, Hüft- und Knieprobleme
Flips Flops gehören für viele zum Sommer-Outfit wie die Trillerpfeife zum Bademeister. Obwohl der aus Gummi hergestellte Zehentrenner eigentlich eher ins Hallenbad gehört, eilt ihm in Sachen Bequemlichkeit sogar ein guter Ruf voraus. Dabei ist die Gummilatsche für den menschlichen Fuß so schädlich wie fast kein anderer Schuh. Denn ein richtiges Abrollen ist hier gar nicht möglich. Das wiederum kann zu Rücken-, Hüft- und Knieproblemen führen. Abgesehen davon, hat man in den Latschen keinerlei halt, kann schnell umknicken. 

Fakt 4: Gefahr von Plantarfasziitis
Plantarfasziitis ist eine Erkrankung einer Sehnenplatte, die starke Schmerzen an der Fußsohle, inbesondere an der Ferse auslöst. Von Folgeerkrankungen wie einem Fersensporn ist fast jeder Zehnte betroffen. Ursache: Durch flache Schuhe entsteht eine permanente Überbelastung der Fersenpartie. Hier wird die Mehrheit unseres Körpergewichts aufgefangen und das ist auf Dauer sehr gefährlich. Gerade ab einem gewissen Alter kann die Überbelastung zu Rissen und Entzündungen führen. Besonders Menschen mit Knick- oder Senkfuß sind gefährdet, denn schon die Fehlstellung allein bedeutet eine Überbelastung der Sehnen. 

Fakt 5: Fashion-Sneaker geben keinen Halt

Keine Angst, wir reden hier nicht von Hightech-Fitness-Turnschuhen, die mit ausreichend Dämpfung und gutem Fußbett für optimalen Halt und guten Support sorgen. Gemeint sind trendige Turnschuhe (z. B. Chucks, Vans oder von Superga) mit flacher und extrem flexibler Gummisohle, die keinen Halt geben und alles andere als gesund sind. Ähnlich wie Ballerinas unterstützen auch sie mit extrem flachen Sohlen nicht die natürliche Form des Fußes, die Belastung wird hauptsächlich auf die Ferse verlagert und nicht optimalerweise auf Mittelfuß und Knöchel.

TIPPS:

Es kommt auf die Höhe an
Eine Absatzhöhe von zwei Zentimetern soll die optimale Voraussetzung für einen gesunden Schuh sein. Wichtig: der Absatz darf nicht die magische Grenze von drei Zentimetern überschreiten. So entsteht eine perfekte Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterfuß.

Dünne, steife Sohlen sind tabu
Die richtigen Deck- und Laufsohlen spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Schuhwahl. Die Decksohle sollte nicht zu dünn, weder zu steif noch zu flexibel sein und im besten Fall den Fuß dank eines festen, optimal geformten Fußbettes unterstützen. Auch die Laufsohle sollte federnde Eigenschaften haben. Extreme Verhornung an den Ballen, Zehen oder Fersen sind übrigens ein Zeichen dafür, dass der Schuh nicht optimal passt.

Schmerzlinderung und -vorbeugung
Sollten sie bereits eine Diagnose bekommen oder Schmerzen beim Laufen haben, empfiehlt sich in jedem Fall eine individuell angepasste, orthopädische Einlage. Diese unterstützen den Fuß so, dass er beim Laufen optimal entlastet wird. Kleinere Wehwehchen können mit gepolsterten Gummisohlen, handelsüblichen Einlagen oder Geld Pads gestillt werden.

► Maßschuhe
Klingt dekadent, ist aber auf Dauer nicht nur gesünder, sondern zahlt sich über die Jahre gerechnet auch aus: ein Paar maßgefertigte Schuhe vom Meister. Zugegeben die Investition von ca. 2000 Euro (Folgepaare sind günstiger, weil der Leisten nur einmal angefertigt werden muss) und mehr klingt erst einmal happig und nicht für jeden leistbar. Aber: Bei einem Maßschuh können Sie jedes Detail selbst bestimmen und bekommen langjährige, treue Begleiter für Ihre Füße, die optimal passen. Eine Liste von Schuhmacher-Handwerksbetrieben finden Sie hier.

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