Heinz-Horst Deichmann (†88) gestorben
3 Dinge, die wir dem Schuh-König verdanken

Diesen Namen kennt man in Deutschland wie Nivea und Tempo: Deichmann. Jetzt wurde bekannt: Schuh-Unternehmer Heinz-Horst Deichmann starb bereits vergangenen Donnerstag im Alter von 88 Jahren. Grund genug, einem Mann zu danken, der früh verstanden hat, was Frauen lieben.

  • Heinz-Horst Deichmann

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    Foto: ddp images

    Heinz-Horst Deichmann, der am 30. September 1926 in Essen geboren wurde, starb vergangenen Donnerstag

Das Unternehmen Deichmann
Heinrich Deichmann eröffnete 1913 seine kleine Schuhmacherei in Essen-Borbeck. Als der Vater starb, führte die Mutter das Geschäft weiter. In Düsseldorf wurde 1949 die erste Filiale eröffnet. 1956 entschied sich Heinz-Horst Deichmann, der eigentlich Theologie und Medizin studiert hatte, ins Familien-Unternehmen einzusteigen. Aus Amerika importierte er die amerikanische Art des Schuhverkaufens. Dort standen die Schuhe paarweise im Laden, die Verkäuferinnen mussten nicht ständig ins Lager laufen.
Deichmann produziert nicht selbst, sondern kauft in Europa und Asien seine Schuhe ein. Die Produzenten sind an einen Verhaltenskodex gebunden, der Sozial- und Umweltstandards festlegt. Heute verkaufen die rund 35.000 Mitarbeiter ca. 165 Millionen Paar Deichmann-Schuhe im Jahr und setzen weltweit 4,6 Milliarden Euro um.


1. Gute Schuhe müssen nicht viel kosten
Deutschland in den Nachkriegsjahren: An Luxustreter von Manolo Blahnik oder Christian Louboutin war da noch nicht zu denken – und schon gar nicht daran, viel Geld für Schuhe auszugeben. Heinz-Horst Deichmann, der eigentlich promovierter Mediziner ist, hatte das erkannt und übernahm Mitte der 50er Jahre die kleine Schuhmacherei seines Vaters in Essen mit dem Anspruch, breiten Käuferschichten gute Schuhe zu einem günstigen Preis anzubieten. Der Durchschnittspreis eines Deichmann-Schuhs liegt bei rund 20 Euro. Heute sind laut dem Unternehmen vor allem Schuhe in den Preislagen 19,90 Euro und 49,90 Euro der Renner. „Immer das bestmögliche Produkt zum bestmöglichen Preis“, lautet die erfolgreiche Maxime Deichmanns bis heute.

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2. Schuhtick? Aber ja doch!
Ja, es gibt bzw. gab ihn: einen Schuh-Gott. Heinz-Horst Deichmann hat früh verstanden, was Frauen wollen: Schuhe. Schließlich kümmert es einen Fuß wenig, wenn wir wieder ein paar Kilos zu viel auf den Hüften haben. Schuhe passen immer! Fast unglaublich, dass der weibliche Schuhtick ausgerechnet von einem Mann befriedigt wurde und wird. Nur bei Deichmann ist das Mode-Laster nicht teuer. Mittlerweile soll jedes fünfte, verkaufte Paar Schuhe in Deutschland aus einem Deichmann-Laden stammen. Dabei setzte das Unternehmen in den vergangenen Jahren auch auf prominente Markenbotschafter und eigene Kollektionen von Hollywood-Star Halle Berry (48) und Topmodel Cindy Crawford (48).

3. Mode-Laster mit gutem Gewissen
Heinz-Horst Deichmann war nicht nur Europas größter Schuhhändler, sondern ein verantwortungsvoller Arbeitgeber und sozial engagiert. Eines seiner berühmtesten Zitate lautet: „Am Ende meines Lebens wird Gott mich nicht fragen, wie viele Schuhe ich verkauft habe. Er wird wissen wollen, ob ich wie ein wahrer Christ gelebt habe.“ Mit dem Geld aus seinem florierenden Schuhimperium schuf er das Missionswerk „wortundtat“. Fünf bis zehn Millionen Euro jährlich investiert Deichmann in das Projekt, das verwahrloste Kinder, Prostituierte und Leprakranke betreut. Zudem kultivierte Heinz-Horst Deichmann eine familiäre Atmosphäre in seinem Unternehmen; besuchte die Filialen regelmäßig höchstpersönlich und sprach mit den Mitarbeitern. Entlassungswellen hat es bei Deichmann bisher nicht gegeben, ein firmeneigener Unterstützungsfonds hilft Mitarbeitern, die in eine Notlage geraten sind. Deichmanns Anspruch war stets: „Ich will, dass es meinen Mitarbeitern gut geht, dass sie sich wohl fühlen und dass ein anständiger Führungsstil herrscht.“

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