Pickel, Rötungen, Juckreiz
Darum können Haare unsere Haut ruinieren

Wer an Körper oder Gesicht Unreinheiten oder Irritationen entdeckt, überdenkt als erstes seine Hautpflegeroutine. Mit einer neuen Creme ist das Problem aber nicht immer gelöst. Die Ursache könnte ganz woanders liegen: an den Haaren!

Überpflegung, zu reichhaltige oder minderwertige Produkte – wenn die Haut verrückt spielt, landet die vermeintlich falsche Gesichts- oder Körpercreme schnell im Müll. Dabei können Pickel und Co. einen völlig anderen Ursprung haben: unsere Haarpflege.

  • Hautprobleme?

    Foto: Getty Images

    Wenn Sie die Hautpflege immer wieder wechseln und sich an Ihrem Problem trotzdem nichts ändert, könnte Ihr Shampoo schuld sein

Haariges Hautproblem
„Natürlich kommen die Inhaltstoffe der Haarpflegeprodukte auch mit unserer Haut in Berührung“, erklärt der Münchener Dermatologe Dr. Timm Golüke. Jeder von ihnen könnte potentiell im Verdacht stehen, Allergien oder andere Unverträglichkeiten auszulösen, „und wahrlich nicht nur die chemischen Zusätze.“

STYLEBOOK.de verrät, welche Bestandteile von Shampoo und Co. die wahre Ursache für Ihre Hautprobleme sein können!
 
► SILIKONE
Was ist es? Der Sammelbegriff für eine große Gruppe von synthetischen Stoffen, die aus Verbindungen aus Silizium und Sauerstoff bestehen.
Warum steckt es in Haarpflegeprodukten? Silikon-Shampoos können angegriffenes Haar optisch wieder aufbauen, indem es die strapazierte Oberfläche glätten.
Das (Haut-)Problem: Silikon ummantelt die Haut und kann so die Poren verstopfen. Wer zu Hautunreinheiten neigt, hat dadurch schnell mit Pickeln zu kämpfen.

►PROPYLENGLYKOL
Was ist es? Propylenglykol ist eine Erdöl-Verbindung.
Warum steckt es in Haarpflegeprodukten? Als Weichmacher, der zudem dafür sorgen soll, dass das im Shampoo enthaltene Wassers nicht verdunstet.
Das (Haut-)Problem besteht nicht grundsätzlich, weiß Dr. Golüke. „Aber je nach Veranlagung kann Propylenglykol Allergien auslösen.“ Das äußert sich dann mit starkem Juckreiz und Rötungen.
Empfehlung: Sollten Sie ein Propylenglykol-haltiges Produkt verwenden und gut vertragen – einfach nach der Dusche (wie gehabt) Ihre Haut eincremen, um ein Austrocknen zu vermeiden.

►ÄTHERISCHE ÖLE
Was ist es? Extrakte aus Pflanzen oder Pflanzenteilen mit einem für sie stark charakteristischen Geruch. „Man weiß kaum mehr über ätherische Öle“, warnt Dr. Golüke, „sie werden meist in fernen Ländern gewonnen und weiterverarbeitet, bevor sie in unserer Kosmetik landen.“
Warum steckt es in Haarpflegeprodukten? Je nach Pflanze sollen die ätherischen Öle das Haar auf gezielte Weise unterstützen, beispielsweise wirksam sein gegen Schuppen, Trockenheit oder schnelles Nachfetten. Nicht zuletzt kommen sie als Duftspender zum Einsatz.
Das (Haut-)Problem: Gerade natürliche Produkte stehen besonders im Verdacht, Allergien auszulösen, „das belegt nicht zuletzt der weit verbreitete Heuschnupfen“, erklärt Dr. Golüke. Die Kosmetikverordnung hat daher schon vor vielen Jahren bestimmt, dass der Einsatz von 26 allergieverdächtigen Duftstoffe, die in ätherischen Ölen vorkommen können, auf der Verpackung deklariert sein müssen.
Empfehlung: Bevor Sie ein ätherisches Öl verwenden, ist ein Verträglichkeitstest sinnvoll. Verdünnen Sie es dazu im Verhältnis 1:10 mit Pflanzenöl und tragen es auf die Armbeuge auf. Ist innerhalb von 24 Stunden keine ungewünschte Reaktion aufgetreten, vertragen Sie es sehr wahrscheinlich.

►PARABENE
Was ist es? Eine chemische Bindung der para-Hydroxybenzoesäure.
Warum steckt es in Haarpflegeprodukten? Als Konservierungsstoff, um das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien zu verhindern.
Das (Haut-)Problem: Insbesondere die sogenannten Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben gelten als stark allergieverdächtig, sollen auf der Haut unansehnliche und sehr unangenehme Reaktionen wie Ekzeme auslösen können.
Empfehlung: Mit einem Epicutan-Test kann der Hautarzt beurteilen, ob Ausschläge oder andere Auffälligkeiten allergisch bedingt sind. Die genannten kritischen Parabene bitte grundsätzlich meiden.

►FORMALDEHYD
Was ist es? Die gängige Bezeichnung für die chemische Verbindung Methanal.
Warum steckt es in Haarpflegeprodukten? Ebenfalls als Haltbarmacher.
Das (Haut-)Problem: Formaldehyd ist höchst toxisch, soll die Haut nicht bloß austrocknen, sondern Zellen nachhaltig zerstören können.
Empfehlung: Halten Sie Ausschau nach den Bezeichnungen Hydantoin oder Tensid Sodium Lauryl Sulfat: Oft versteckt sich in solchen Gemischen zu großen Teilen Formaldehyd.

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